Leopold Museum - nichts gelernt?

Praxis des hinhaltenden Widerstandes entspricht der Entschädigungspolitik der 50er-Jahre

Wien (OTS) - Im November letzten Jahres hat die "Michalek-Kommission" fünf im Eigentum der Leopold-Museum Privatstiftung stehende Werke von Egon Schiele, die im Eigentum des nach Lodz deportierten und ermordeten jüdischen Kunstsammlers Karl Mayländer standen, zur Restitution empfohlen.
Fünf weitere Schiele-Werke aus der Sammlung der Wiener Albertina werden aufgrund der Empfehlung des Kunstrückgabebeirates in der vergangenen Woche an die Erben nach Karl Mayländer restituiert. Anders die Leopold-Museum Privatstiftung: Ihr Vorstandsvorsitzender Moser, im Hauptberuf Sektionschef in der Präsidialsektion des Schmied-Ministeriums, weiß es besser als der Kunstrückgabebeirat. Und weil der Vorstandsvorsitzende Moser es besser weiß als der Kunstrückgabebeirat, schreibt die Leopold-Museum Privatstiftung gleich an die Erben nach Karl Mayländer: Die Erbin möge doch bitte so freundlich sein, auf ihre Ansprüche gegenüber der Leopold-Museum Privatstiftung zu verzichten. Im Gegenzug erklärt sich die Leopold-Museum Privatstiftung bereit, diesen Verzicht auf der Website und im Erklärungstext zu nennen: "... confirm to us, that you not raise claims. We would Iike very much to inform about this generous attitude in the frame of the explanation text in the exhibition hall and on our homepage."
Ein großzügiges Angebot, eine Verzichtserklärung ungeachtet der klaren Empfehlung des Kunstrückgabebeirates gegen die Nennung der Verzichtenden und ihrer "generous attitude" - das reiht sich nahtlos in die Geschichte der Blamagen ("Wally") und recenter Geschmacklosigkeiten ("Häuser am Meer") ein.

Dr. Ariel Muzicant, Präsident

Erika Jakubovits, Executive Director

Israelitische Kultusgemeinde Wien

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