- 20.06.2011, 12:46:03
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Fortpflanzungsmedizin - ist das österreichische Gesetz noch zeitgemäß?
Frauenministerin Heinisch-Hosek und Gesundheitsminister Stöger eröffneten die Tagung der Bioethikkommission zum Thema "Fortpflanzungsmedizin- quo vadis?" im Wiener Bundeskanzleramt
Wien (OTS) - "Für mich als Frauenministerin geht es um das Recht
der Frauen auf Fortpflanzung, wenn sie einen Kinderwunsch haben",
sagte Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute, Montag, in
ihrer Eröffnungsrede zur Tagung der Bioethik-Kommission im
Bundeskanzleramt. "Das österreichische Fortpflanzungsmedizingesetz
ist sehr restriktiv. Regenbogenfamilien oder Alleinerziehende haben
derzeit keine Möglichkeit, sich bei ihrem Kinderwunsch medizinisch
unterstützen zu lassen", so Heinisch-Hosek. Es sei daher die Frage,
ob das österreichische Gesetz noch zeitgemäß sei. "Ich freue mich
über die Diskussion und die Ergebnisse dieser Tagung zu diesem Thema,
um mehr Klarheit darüber zu gewinnen, welche Möglichkeiten der
künstliche Befruchtung in Zukunft eine Rolle spielen sollen und für
wen."
Gesundheitsminister Alois Stöger: "Bei vielen Menschen stellt sich
heute der Kinderwunsch erst sehr spät ein, und da klappt es dann
nicht immer auf natürlichem Weg." Die Fortpflanzungsmedizin könne
hier die Frauen unterstützen. "Das Gesundheitsministerium will den
Menschen den Zugang zu dieser medizinischen Unterstützung
erleichtern. Wir haben dafür den In-Vitro-Fertilisations-Fonds
eingerichtet." Stöger wies auch darauf hin, dass die medizinischen
Fortschritte bei der künstlichen Befruchtung in den letzten Jahren
enorm gewesen seien: "Aus den Innovationen ergeben sich neue
Möglichkeiten, aber auch neue Verantwortungen", so der
Gesundheitsminister. "Diese Tagung ist ganz besonders wichtig, um
eine gemeinsame Sicht zu entwickeln, was von dem Machbaren auch
tatsächlich sinnvoll und wünschenswert ist." Aus dieser gemeinsamen
Einschätzung lasse sich ein modernes Fortpflanzungsmedizin-Gesetz
gestalten, das den Bedürfnissen gerecht wird und die Frauen
unterstützt.
Christiane Druml, Vorsitzende der Bioethikkommission begrüßte
zahlreiche Expertinnen und Experten, darunter auch den "Vater der
Pille" Carl Djerassi. Sei früher die Möglichkeit der
Empfängnisverhütung der vordringliche Wunsch der Frauen gewesen, die
heute selbstverständlich wurde, so ist es heute oft der Wunsch nach
Kindern. Der Familienbegriff müsse nun aber angesichts der
medizinischen und gesellschaftlichen Möglichkeiten grundlegend neu
gesehen und in einen entsprechenden gesetzlichen Rahmen eingebettet
werden.
Bilder zu dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at,
kostenfrei abrufbar.
Rückfragehinweis:
Dr. Julia Valsky Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek Tel.: (01) 531 15 - 2149, 0664/610 62 76 mailto:[email protected] Fabian Fußeis, Pressesprecher Bundesministerium für Gesundheit Radetzkystraße 2, 1030 Wien Tel.: +43/1/71100-4505 , Fax: +43/1/71100-14304 [email protected]
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