Wie umgehen mit religiösen Vorschriften bei Mitarbeiter/innen islamischen Glaubens ?

Industriellenvereinigung Niederösterreich und Österreichischer Integrationsfond (ÖIF) präsentieren neue Publikation

Wien (OTS) - Industriellenvereinigung Niederösterreich und Österreichischer Integrationsfonds (ÖIF) informieren über Fragen und Herausforderungen, die sich in Zusammenhang mit der Beschäftigung muslimischer Mitarbeiter/innen stellen.

Muslimische Mitarbeiter/innen sind mit einer Reihe von Glaubensvorschriften konfrontiert, die mitunter im Spannungsverhältnis zu aktuellen arbeitsrechtlichen Vorschriften stehen. Gleichzeitig herrscht das verfassungs- und grundrechtlich geschützte Recht auf freie Religionsausübung, das auch im Unternehmen zu beachten ist. Mit der Publikation "Anregungen für den interkulturellen Dialog im Unternehmen - der Islam" greifen ÖIF und IV Niederösterreich dieses Thema im Bereich innerbetriebliches Diversitätsmanagement auf und informieren über Glaubensvorschriften des Islam sowie über Möglichkeiten, religiöse Verpflichtungen mit bestehenden arbeitsrechtlichen Grundsätzen in Einklang zu bringen.

"Wirtschaftliche Freiheit von Unternehmen und Religionsfreiheit sind kein Widerspruch, es bedarf allerdings mitunter Zugeständnissen von beiden Seiten, etwa wenn es um die Vereinbarung von Kleidungsvorschriften oder die Festlegung von Arbeitszeiten geht", betont Michaela Roither, Geschäftsführerin der IV Niederösterreich. "Mit dieser Broschüre möchten wir ein Signal setzen: Integration findet in den Betrieben bei der täglichen Arbeit statt. Wenn Integration auf betrieblicher Ebene gelingt, dann hat das auch positive Auswirkungen auf die Integration von Migrant/innen in unserer Gesellschaft."

"Um auf die religiösen Pflichten muslimischer Mitarbeiter/innen Rücksicht nehmen zu können sind Kenntnisse über die islamische Kultur, aber auch Wissen um Rechte und Pflichten von Arbeitgeber/in und Arbeitnehmer/in notwendig", betont Alexander Janda, Geschäftsführer des Österreichischen Integrationsfonds. "Mit einer umfangreichen Publikation zum Thema Islam in Österreich, aber auch mit der vorliegenden, kurzen Übersicht für Unternehmen erfüllt der ÖIF seinen Anspruch, Wissensvermittler und Integrationsdienstleister zu sein", so Janda.

Die Publikation wurde gestern, 15. Juni 2011, im Rahmen einer Podiumsdiskussion präsentiert. Teilnehmer/innen: Ednan Aslan, Universität Wien; Dietmar Müller, Finanzvorstand der Berndorf AG; Ina Pfneiszl, Leiterin CSR und Marketing der SIMACEK FMG GmbH, Andreas Gruber, Arbeitsrechtsexperte der Industriellenvereinigung (IV) und Hagar Hussein, Junge Musliminnen Österreich

Beispiel: Gebetspflicht in der Arbeitszeit

Der Islam schreibt Gläubigen fünf Gebete vor, die über den Tag verteilt abzuhalten sind. Am Freitag ist das gemeinschaftliche Gebet vorgesehen. Gebete sind in Richtung Mekka zu führen, während des Gebets soll Geschlechtertrennung herrschen.

Für Unternehmer/innen heißt das: Arbeitnehmer/innen ist die für die Ausübung religiöser Pflichten notwendige Freizeit zu gewähren, wenn die Freistellung von der Arbeit mit den Erfordernissen des Betriebes vereinbar ist. Eine Pflicht des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin zur Bereitstellung von Gebetsräumlichkeiten oder zur Ermöglichung der Religionsausübung während der Arbeitszeit ist jedoch nicht vorgesehen.

Statistische Daten zum Islam in Österreich

In Österreich leben insgesamt etwa eine halbe Million Menschen islamischen Glaubens, das entspricht Prozent der Bevölkerung. Die Hälfte der in Österreich lebenden Bevölkerung islamischen Glaubens besitzt die österreichische Staatsbürgerschaft. Die größte Gruppe der muslimischen Bevölkerung stellen türkische Staatsangehörige, gefolgt von Personen aus Bosnien und Herzegowina dar.

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF)

Ziel des ÖIF ist die sprachliche, berufliche und gesellschaftliche Integration von Migrant/innen, Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten in Österreich. Zugleich informiert der ÖIF die Mehrheitsgesellschaft sachlich über Fakten und Hintergründe zu den Themen Integration und Migration. An fünf Standorten in ganz Österreich bietet der ÖIF Information und Beratung, organisiert Integrationsprojekte und unterstützt die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für Integration.

Gratis-Bestellmöglichkeit

Die Publikation "Anregungen für den interkulturellen Dialog im Unternehmen - Der Islam" ist ab sofort gratis unter www.integrationsfonds.at erhältlich.

Rückfragen & Kontakt:

Industriellenvereinigung Niederösterreich
Mag. Christian Ditz
Tel.: 01/711 35 - 0
c.ditz@integrationsfonds.at

Österreichischer Integrationsfonds
Mag. Ursula Schallaböck
ursula.schallaboeck@integrationsfonds.at
Tel.: 01/710 12 03 - 134

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