• 16.06.2011, 12:16:44
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Wie umgehen mit religiösen Vorschriften bei Mitarbeiter/innen islamischen Glaubens ?

Industriellenvereinigung Niederösterreich und Österreichischer Integrationsfond (ÖIF) präsentieren neue Publikation

Wien (OTS) - Industriellenvereinigung Niederösterreich und
Österreichischer Integrationsfonds (ÖIF) informieren über Fragen und
Herausforderungen, die sich in Zusammenhang mit der Beschäftigung
muslimischer Mitarbeiter/innen stellen.

Muslimische Mitarbeiter/innen sind mit einer Reihe von
Glaubensvorschriften konfrontiert, die mitunter im
Spannungsverhältnis zu aktuellen arbeitsrechtlichen Vorschriften
stehen. Gleichzeitig herrscht das verfassungs- und grundrechtlich
geschützte Recht auf freie Religionsausübung, das auch im Unternehmen
zu beachten ist. Mit der Publikation "Anregungen für den
interkulturellen Dialog im Unternehmen - der Islam" greifen ÖIF und
IV Niederösterreich dieses Thema im Bereich innerbetriebliches
Diversitätsmanagement auf und informieren über Glaubensvorschriften
des Islam sowie über Möglichkeiten, religiöse Verpflichtungen mit
bestehenden arbeitsrechtlichen Grundsätzen in Einklang zu bringen.

"Wirtschaftliche Freiheit von Unternehmen und Religionsfreiheit
sind kein Widerspruch, es bedarf allerdings mitunter Zugeständnissen
von beiden Seiten, etwa wenn es um die Vereinbarung von
Kleidungsvorschriften oder die Festlegung von Arbeitszeiten geht",
betont Michaela Roither, Geschäftsführerin der IV Niederösterreich.
"Mit dieser Broschüre möchten wir ein Signal setzen: Integration
findet in den Betrieben bei der täglichen Arbeit statt. Wenn
Integration auf betrieblicher Ebene gelingt, dann hat das auch
positive Auswirkungen auf die Integration von Migrant/innen in
unserer Gesellschaft."

"Um auf die religiösen Pflichten muslimischer Mitarbeiter/innen
Rücksicht nehmen zu können sind Kenntnisse über die islamische
Kultur, aber auch Wissen um Rechte und Pflichten von Arbeitgeber/in
und Arbeitnehmer/in notwendig", betont Alexander Janda,
Geschäftsführer des Österreichischen Integrationsfonds. "Mit einer
umfangreichen Publikation zum Thema Islam in Österreich, aber auch
mit der vorliegenden, kurzen Übersicht für Unternehmen erfüllt der
ÖIF seinen Anspruch, Wissensvermittler und Integrationsdienstleister
zu sein", so Janda.

Die Publikation wurde gestern, 15. Juni 2011, im Rahmen einer
Podiumsdiskussion präsentiert. Teilnehmer/innen: Ednan Aslan,
Universität Wien; Dietmar Müller, Finanzvorstand der Berndorf AG; Ina
Pfneiszl, Leiterin CSR und Marketing der SIMACEK FMG GmbH, Andreas
Gruber, Arbeitsrechtsexperte der Industriellenvereinigung (IV) und
Hagar Hussein, Junge Musliminnen Österreich

Beispiel: Gebetspflicht in der Arbeitszeit

Der Islam schreibt Gläubigen fünf Gebete vor, die über den Tag
verteilt abzuhalten sind. Am Freitag ist das gemeinschaftliche Gebet
vorgesehen. Gebete sind in Richtung Mekka zu führen, während des
Gebets soll Geschlechtertrennung herrschen.

Für Unternehmer/innen heißt das: Arbeitnehmer/innen ist die für
die Ausübung religiöser Pflichten notwendige Freizeit zu gewähren,
wenn die Freistellung von der Arbeit mit den Erfordernissen des
Betriebes vereinbar ist. Eine Pflicht des Arbeitgebers/der
Arbeitgeberin zur Bereitstellung von Gebetsräumlichkeiten oder zur
Ermöglichung der Religionsausübung während der Arbeitszeit ist jedoch
nicht vorgesehen.

Statistische Daten zum Islam in Österreich

In Österreich leben insgesamt etwa eine halbe Million Menschen
islamischen Glaubens, das entspricht Prozent der Bevölkerung. Die
Hälfte der in Österreich lebenden Bevölkerung islamischen Glaubens
besitzt die österreichische Staatsbürgerschaft. Die größte Gruppe der
muslimischen Bevölkerung stellen türkische Staatsangehörige, gefolgt
von Personen aus Bosnien und Herzegowina dar.

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF)

Ziel des ÖIF ist die sprachliche, berufliche und gesellschaftliche
Integration von Migrant/innen, Asylberechtigten und subsidiär
Schutzberechtigten in Österreich. Zugleich informiert der ÖIF die
Mehrheitsgesellschaft sachlich über Fakten und Hintergründe zu den
Themen Integration und Migration. An fünf Standorten in ganz
Österreich bietet der ÖIF Information und Beratung, organisiert
Integrationsprojekte und unterstützt die Umsetzung des Nationalen
Aktionsplans für Integration.

Gratis-Bestellmöglichkeit

Die Publikation "Anregungen für den interkulturellen Dialog im
Unternehmen - Der Islam" ist ab sofort gratis unter
www.integrationsfonds.at erhältlich.

Rückfragehinweis:

Industriellenvereinigung Niederösterreich
   Mag. Christian Ditz
   Tel.: 01/711 35 - 0
   [email protected]
    
   Österreichischer Integrationsfonds
   Mag. Ursula Schallaböck
   [email protected]
   Tel.: 01/710 12 03 - 134

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