Ärztekammer verurteilt entschieden Suizid-Dokumentation der BBC

Freitod todkranker Menschen als Medienspektakel "ethisch nicht vertretbar"

Wien (OTS) - Mit strikter Ablehnung reagiert die Ärztekammer auf den kürzlich ausgestrahlten Dokumentarfilm der BBC "Choosing To Die", in welchem der freiwillige Tod eines schwerkranken Mannes aus nächster Nähe gezeigt wird.****

Michael Peintinger, Referent für Ethik und Palliativmedizin der Ärztekammer für Wien, kann die mediale Suizid-Inszenierung, für die sich der englische Bestseller-Autor und Euthanasie-Befürworter Terry Pratchett verantwortlich zeigt, nicht nachvollziehen. "Die Tatsache, dass ein Mensch, der sein Leben beenden will, nach Möglichkeiten sucht, um diesen Wunsch zu verwirklichen, ist die eine Sache. Der Umstand, dass der Freitod eines Todkranken tatsächlich in den Medien mitverfolgt werden kann, ist eine andere und aus ärztlicher und ethischer Sicht strikt abzulehnen", so Peintinger.

Der Film von Terry Pratchett, der für seinen Dokumentarfilm in eine Schweizer Klink gereist ist, in welcher "unterstützte Selbsttötung" in engen legalen Grenzen erlaubt ist, hat nicht nur in Großbritannien für heftige Kritik gesorgt. Für Peintinger stellt sich hier vor allem die Frage, inwieweit ein Mensch für bestimmte Zwecke instrumentalisiert werden darf: "Es ist zu diskutieren, ob jemand, der sich vor laufenden Kameras das Leben nimmt, zum Objekt einer politischen Botschaft - nämlich einer zukünftigen Straffreiheit von aktiver direkter Sterbehilfe - oder zum Objekt bloßer Sensationsgier wird".

Laut Peintinger wird in jedem Fall die Menschenwürde des Sterbenden "aufs Gröbste verletzt, was in ethischem Sinn scharf zu verurteilen ist". (ec)

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