Konferenz: Die Ukraine und Osteuropa nach dem Ersten Weltkrieg

Das LBI Kriegsfolgen-Forschung diskutiert tabuisiertes historisches Thema - Buchpräsentation "Die Ukraine" - 15. bis 17. Juni - Universität Graz

Wien (OTS) - Die Ukraine und Osteuropa zu Ende des Ersten Weltkrieges stehen im Zentrum einer vom Ludwig Boltzmann Institut Kriegsfolgen-Forschung (LBI BIK) veranstalteten internationalen Tagung sowie einer Buchneuerscheinung, die in diesem Rahmen präsentiert wird.

Die Besatzung der Ukraine zu Kriegsende 1918 durch Soldaten von Kaiser Wilhelm II. und Kaiser Karl I. war bisher in Wissenschaft und Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Diesem tabuisierten Thema widmete sich ein unter der Leitung von Stefan Karner durchgeführtes Projekt am LBI Kriegsfolgen-Forschung, dessen Ergebnis ein von einem internationalen Historiker-Team verfasstes Buch ist, das die Besatzung der Ukraine in einen größeren Kontext einordnet. Die "Kornkammer Russlands" sollte die hungernde Bevölkerung in den österreichischen und deutschen Städten ernähren. Doch der "Brotfriede" brachte nicht die erhofften Ergebnisse. Die Mittelmächte gerieten in das Chaos einer vom Bürgerkrieg erschütterten Region. Im November 1918 brachen dann die letzten Kaiser-Reiche Europas zusammen.

Historiker aus der Ukraine, Russland, Polen, Deutschland, Großbritannien und Österreich zeigen in dem Buch die Geschichte der Ukraine zwischen 1917 und 1922. Das vielschichtige Land suchte zwischen den Zwängen des zerfallenden Russischen Reiches, den Mittelmächten und der eigenen zersplitterten Unabhängigkeitsbewegung seinen Platz. Trotz oder wegen der Hilfe aus Wien und Berlin gelang es Kiew nicht, sich von Moskau zu emanzipieren. Die Ukrainer, mit einer der ältesten Kulturen Europas, hatten auf die falsche Karte gesetzt, und galten nun in London und Washington als "erfundene Nation" der Mittelmächte. So wurde der junge Staat zu einem leichten Opfer der Revolutionäre um Lenin.

Termin:

Konferenz "Die Ukraine und Osteuropa zwischen staatlicher
Souveränität, Besatzung und internationaler Diplomatie, 1917 - 22"

Veranstalter: LBI BIK und Institut für Wirtschafts-, Sozial- und
Unternehmensgeschichte der Universität Graz

Keynote: Hew Strachan (Universität Oxford)

Datum: 15. - 17.6.2011

Ort:
Universität Graz, ReSoWi, SZ 15.21 (Bauteil A.2.
Obergeschoß)
Universitätsplatz 3, 8010 Graz

Buchpräsentation:

Es sprechen: Alfred Gutschelhofer (Rektor der Universität Graz),
Gerald Schöpfer (WISOG), Stefan Karner (LBI BIK), Wolfgang Hölzl
(Leykam Verlag), Andrii V. Bereznyi (Ukrainischer Botschafter)

Neuerscheinung: Wolfram Dornik - Georgiy Kasianov - Hannes Leidinger
- Peter Lieb - Alexey Miller - Bogdan Musial - Vasyl' Rasevyc: "Die
Ukraine zwischen Selbstbestimmung und Fremdherrschaft, 1917-1922".
Leykam Verlag, Graz 2011, 544 S., Euro 39,90, ISBN 978-3-7011-0209-9

Datum: 15.6.2011, um 17:30 Uhr

Ort:
Universität Graz, ReSoWi, SZ 15.21 (Bauteil A.2.
Obergeschoß)
Universitätsplatz 3, 8010 Graz

Rückfragen & Kontakt:

Information und Anmeldung:
www.bik.ac.at
LBI BIK
Tel.: +43 316 822 500/0

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