Wann kommt endlich eine Pensionskassenreform, die diesen Namen verdient?

Laufende Schönfärberei des Fachverbands, aber keine Lösung in Sicht

Wien (OTS) - Die schweren Verluste der Pensionskassenpensionisten
in der Wirtschaftskammer Österreich veranlassten den Vorsitzenden des Fachverbands der Pensionskassen, Mag. Zakostelsky, im Mittagsjournal am Freitag, 10. Juni d. J., die insgesamt gute Arbeit der heimischen Pensionskassen zu preisen. Er sprach von einem langjährigen "gewogenen" Durchschnitt der "Rendite für den Kunden" von 6 %. Diese Aussage ist FALSCH. Denn der Durchschnitt der Ergebnisse seit 1990, gewichtet nach veranlagtem Kapital, also "gewogen", liegt nur bei 4 % p.a.

Rund 300.000 Bezieher von und aktive Anwärter auf Pensionskassenpensionen, die zu Ende der 1990er Jahre mit irrealen Ertragsversprechungen in das System übertragen wurden, sehen sich damit verhöhnt. Sie haben bisher Einbußen in ihren Pensionskassenpensionen von bis zu 45 % gegenüber den ursprünglichen Zusagen erlitten, weil im Durchschnitt dieser Jahre nur zwischen 2,7 % und 3,7 % p.a. (Zahlen OeKB) statt der alljährlich notwendigen rund 7,5 % erwirtschaftet wurden.

Für diese um einen Teil ihrer geplanten Altersvorsorge gebrachten Bürger sollte eine Reformkommission im Finanzministerium Abhilfe schaffen. Sie tagt seit zweieinhalb Jahren und hat bisher nichts zustande gebracht. Fest steht offensichtlich, dass für die unter der Aufsicht des Staates Geschädigten einer missglückten "2. Säule der Altersvorsorge" seitens der Reformkommission keine Hilfe vorgesehen ist. Arbeiterkammer und ÖGB, einst mitverantwortlich für die arbeitnehmerfeindliche Gestaltung der Pensionskassenpension, lassen ihre Mitglieder im Stich. Und der Fachverband beschönigt und schiebt die 300.000 Opfer des Systems beiseite.

Will man das Thema aussitzen, bis die derzeitigen Pensionisten gestorben sind? Die Regierung sollte nicht vergessen, dass nicht nur die betroffenen Pensionisten sondern auch die Viertelmillion ebenso geschädigter Anwartschaftsberechtigter Wähler sind, die - wenn nichts geschieht - vor den Trümmern eines planbaren Lebensabends stehen.

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Günter Braun, Pressesprecher des
PEKABE - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
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