- 06.06.2011, 14:47:17
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Greenpeace fordert Offenlegung der Notfallpläne für Arktis-Ölbohrung
Anwälte des Ölkonzerns Cairn klagen Umweltorganisation in Millionenhöhe
Grönland/Amsterdam/Wien (OTS) - Nach anhaltenden Protesten der
Umweltorganisation Greenpeace gegen die riskanten Tiefseebohrungen in
der Arktis strengt der Betreiber der Ölplattform "Leiv Eriksson"
vehemente rechtliche Schritte gegen die NGO an. Greenpeace hatte mit
den Aktionen unter anderem die Offenlegung der Notfallpläne
gefordert. Mit einer einstweiligen Verfügung, die heute Nachmittag
vor einem Amsterdamer Gericht verhandelt wird und Greenpeace im Falle
von weiteren Protesten, täglich zwei Millionen Euro kosten würde,
versucht Cairn weitere Aktionen abzuwenden. Die Notfallpläne hält der
schottische Ölkonzern entgegen der sonst üblichen Industriestandards
weiterhin zurück. Greenpeace hat heute Morgen beim grönländischen
Parlament offizielle Beschwerde gegen diese Geheimhaltung eingelegt.
"Dass uns Cairns Anwälte mit einer Millionen-Strafe drohen, zeigt wie
verzweifelt sich der Ölkonzern bemüht, diese Notfallpläne geheim zu
halten. Dennoch wird uns Cairn nicht davon abhalten können, das zu
fordern worauf die Öffentlichkeit ein Recht hat. Diese Pläne würden
nämlich schwarz auf weiß belegen, wovor Experten seit Monaten warnen:
Im Falle einer Ölpest wäre Cairn niemals in der Lage, die Arktis zu
säubern. Einem der letzten Naturparadiese dieser Erde würde damit
eine noch schlimmere Katastrophe als im Golf von Mexiko drohen",
kommentiert Greenpeace-Ölexperte Ben Stewart die Situation. Er
befindet sich an Bord des Greenpeace-Schiffes Esperanza, das derzeit
in der Nähe der "Leiv Eiriksson" kreuzt.
Die heute Morgen von Greenpeace beim Ombudsmann des grönländischen
Parlamentes (Inartsisartut) eingereichte Beschwerde führt detailliert
auf, wie Greenpeace in den vergangenen Wochen Einsicht in 17
verschiedene Dokumente angestrengt hatte, aber nur zwei Dokumente
übermittelt bekommen hat. Die für Ölförderungen zuständige
grönländische Behörde hatte sich geweigert weitere Unterlagen über
die Bohrungen zu veröffentlichen - darunter auch der Notfallplan
sowie technische Berichte, die das Risiko von Ölbohrungen in der
Arktis verdeutlichen würden. Klar ist lediglich, dass der Konzern im
Notfall nur 14 Schiffe zur Verfügung hätte. Im Golf von Mexiko waren
dagegen 6.500 Schiffe und 50.000 Menschen im Einsatz, um gegen das
ausfließende Öl anzukämpfen.
Eine Ölpest wie im Golf von Mexiko würde die empfindliche Lebenswelt
in der Arktis extrem gefährden. Angesichts eisiger Temperaturen und
arktischer Stürme könnte auslaufendes Öl in der Polarregion kaum
unter Kontrolle gebracht werden. "Neben Cairn haben auch Ölkonzerne
wie Exxon und Chevron bereits Lizenzen für Bohrungen in der Arktis
erworben. Ist die Leiv Eiriksson erfolgreich, werden sie sofort
nachstoßen und den Run auf die arktischen Ölreserven eröffnen", warnt
die Greenpeace Meeresbiologin Antje Helms. Wie gefährlich die
Ölförderung in der Arktis ist, haben kürzlich auch Dokumente der
britischen Regierung bestätigt.
Greenpeace-Aktivisten war es in der vergangenen Woche 180 Kilometer
vor der Küste Grönlands wiederholt gelungen, die 53.000 Tonnen große
Ölbohrinsel "Leiv Eiriksson" am Beginn der Bohrungen zu hindern. Zwei
Kletterer hatten sich in einer Überlebenskapsel an die Plattform
gehängt. Nach vier Tagen wurden sie von einer Spezialeinheit der
dänischen Polizei verhaftet. Die 18 Aktivisten, die am Samstag die
Plattform besetzten, um die Offenlegung der Notfallpläne zu fordern,
wurden in der dänischen Hauptstadt Nuuk inhaftiert.
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.org/austria/de/themen/klima/probleme/Oel-Kohle-
Gas/oelproduktion/tiefseebohrungen/Tiefseebohrungen-in-der-Arktis/
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE Antje Helms Meeresbiologin, Greenpeace Tel.: +43 (0)664 2148952 mailto: [email protected] Melanie Aldrian Pressesprecherin, Greenpeace CEE Tel.: 0043-664-6126725 mailto: [email protected] www.greenpeace.at
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