• 31.05.2011, 09:56:27
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OeNB - Anstiege bei Zinssätzen für Unternehmenskredite und Einlagen bereits vor EZB-Leitzinserhöhung

Entwicklung der Kundenzinssätze der Banken in Österreich und im Euroraum im 1. Quartal 2011

Wien (OTS) - Im Vorfeld der ersten EZB-Leitzinssatzerhöhung seit
zwei Jahren wurden aufgrund steigender Zwischenbankzinssätze im
ersten Quartal 2011 in Österreich im Kreditbereich die Zinssätze bei
Neugeschäften mit Unternehmen angehoben. Bei Krediten an private
Haushalte gab es hingegen noch Rückgänge, wobei Zinssätze für neue
Wohnbaukredite neue historische Tiefststände erreichten.
Private Haushalte profitierten im ersten Quartal von deutlich höheren
Einlagenzinssätzen, dennoch lagen die entsprechenden Zinssätze in
allen Laufzeitenkategorien unter der Inflationsrate.

Schon vor der ersten Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank
seit zwei Jahren (im April um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25%) führten
ansteigende Zwischenbankzinssätze (der 3-Monats-EURIBOR stieg um 0,16
Prozentpunkte auf 1,18%) im Neugeschäft der Banken mit Kunden
teilweise zu höheren Zinssätzen.

Im Kreditgeschäft kam es im Neugeschäft bei Unternehmenskrediten zu
Anstiegen. Sie betrugen im ersten Quartal 2011 bei Volumen von bis zu
1 Million Euro 0,13 Prozentpunkte bzw. bei Volumen über 1 Million
Euro 0,03 Prozentpunkte. Mit 2,74% bzw. 2,29% lagen die
entsprechenden Zinssätze im März 2011 in Österreich zwar bereits 0,37
bzw. 0,50 Prozentpunkte über den Vergleichswerten des Vorjahres,
zugleich aber deutlich unter den Durchschnittszinssätzen des
Euroraums (3,81 bzw. 2,69%). Auch hinsichtlich des aushaftenden
Gesamtbestandes der Unternehmenskredite gab es im ersten Quartal
leichte Anstiege zu beobachten, aber auch hier ließ sich feststellen,
dass österreichische Unternehmen mit durchschnittlich 2,86% deutlich
günstigere Zinskonditionen vorfanden als der Durchschnitt im Euroraum
(3,55%).

Bei Wohnbaukrediten gab es in Österreich im Neugeschäft eine für
Kunden vorteilhafte gegenläufige Bewegung zum Euroraum. Während der
Durchschnittszinssatz im Euroraum um 0,29 Prozentpunkte auf 3,69%
stieg, sank der Vergleichswert in Österreich um 0,14 Prozentpunkte
auf den historischen Tiefststand von 2,56%. Ein wichtiger Grund für
diese Entwicklung war die verzögerte Weitergabe von
Marktzinsveränderungen und Aktionen im Bausparbereich. Auch bei neuen
Konsumkrediten ließ sich in Österreich über das erste Quartal
betrachtet ein geringfügiger Rückgang von 0,02 Prozentpunkten (auf
4,93%) verzeichnen, wohingegen im Euroraum ein beträchtlicher Anstieg
(um 0,46 Prozentpunkte auf 6,60%) zu beobachten war. Nicht nur im
Neugeschäft, sondern auch über den aushaftenden Gesamtbestand
betrachtet waren österreichische private Haushalte gegenüber den
Durchschnittskunden im Euroraum deutlich im Vorteil.

Bei neu vergebenen Einlagen an private Haushalte konnten die Kunden
insbesondere bei kürzeren Laufzeiten (bis 1 Jahr bzw. 1-2 Jahren) von
steigenden Zinssätzen profitieren. Die Zinssätze stiegen im Quartal
um 0,14 bzw. 0,10 Prozentpunkte, im Jahresabstand gar um 0,32 bzw.
0,28 Prozentpunkte auf 1,36% bzw. 1,97%. Damit lagen die Zinssätze im
März 2011 aber relativ deutlich unter den Durchschnittswerten des
Euroraums (2,34 bzw. 2,78%), die aber insbesondere durch einige sehr
hohe Zinssätze in südlichen Ländern nach oben beeinflusst wurden. Bei
längerfristig gebundenen Einlagen (über 2 Jahre) fiel der Anstieg der
Zinssätze geringer aus (+0,08 Prozentpunkte im Quartalsabstand bzw.
0,18 Prozentpunkte im Jahresabstand) und mit 2,36% lag der
Durchschnittszinssatz in Österreich im März 2011 nicht nur unter dem
Vergleichswert des Euroraums (2,89%), sondern erneut auch unter der
Inflationsrate (HVPI:3,3%).

Weitere statistische Informationen unter dieaktuellezahl.oenb.at bzw.
www.oenb.at im Bereich "Statistik und Melderservice".

Herausgeber:
Oesterreichische Nationalbank
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (+43-1) 404 20-6666
http://www.oenb.at

Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Dr. Christian Gutlederer
Pressesprecher
Tel.: (+43-1) 404 20-6609
mailto:[email protected]
www.oenb.at

Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Statistik Hotline
Tel.: (+43-1) 404 20-5555
mailto:[email protected]
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