• 25.05.2011, 11:46:19
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Greenpeace: Stresstests verhindern AKW-Sicherheitsüberprüfung auf Herz und Nieren

"Ohne Einbindung unabhängiger Experten darf BM Berlakovich nicht zustimmen"

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace übt Kritik an
den Vereinbarungen zur Ausgestaltung der AKW-Stresstests in der
Europäischen Union. In der Vereinbarung werden weder Terror-Angriffe
noch unabhängige Prüfer berücksichtigt. Es gibt de facto keine
unabhängigen Wissenschafter, die die Sicherheit der Atomkraftwerke
testen. Die Überprüfungen sollen in erster Linie auf den Angaben der
AKW-Betreiber basieren. "Die Informationspolitik rund um den
Reaktorunfall in Fukushima aber auch der Umgang mit Störfällen in
europäischen Atomkraftwerken machen deutlich, dass den Atomkonzernen
in ihren Aussagen nicht zu trauen ist. Die Überprüfung der
Atomkraftwerke den Betreibern und den Atombehörden zu überlassen,
bedeutet den Bock zum Gärtner zu machen. Stresstests ohne unabhängige
Experten direkt vor Ort sind unglaubwürdig", erklärt Niklas Schinerl,
Atomsprecher von Greenpeace. "Wenn Umweltminister Niki Berlakovich
seine Anti-Atom-Politik ernst ist, darf er der Vereinbarung in dieser
Form nicht zustimmen."

Greenpeace zeigt sich wenig verwundert, dass sich viele
europäische Staaten heftig dagegen wehren, die Atomkraftwerke auf
Terror-Angriffe untersuchen zu lassen. Die Untersuchungsergebnisse
der deutschen Reaktorsicherheitskommission in der letzten Woche
machen deutlich, dass die deutschen Atomkraftwerke einem
terroristisch motivierten oder unabsichtlichen Flugzeugabsturz nicht
standhalten. Es ist davon auszugehen, dass auch die wenigsten der
europäischen Atomkraftwerke Flugzeugabstürzen oder Terrorangriffen
standhalten würden.

"Länder wie Großbritannien, Frankreich und die Tschechische
Republik haben erfolgreich versucht, die AKW-Stresstests zu
verwässern und deutlich abzuschwächen. EU-Energiekommissar Öttinger
ist es nicht gelungen, das Mandat des EU-Gipfels im März zu erfüllen,
nämlich die europäischen Atomkraftwerke auf das höchste nukleare
Sicherheitsniveau hin zu überprüfen", so Schinerl. Lediglich Länder
wie Österreich und Deutschland haben sich für strengere Stresstests
eingesetzt.

Unverständlich ist auch warum die Vereinbarung nicht dem
EU-Energieministerrat vorgelegt werden sollen. "Die von
Umweltminister Berlakovich initiierte Debatte über die europäischen
Stresstests haben leider nicht dazu geführt, dass die AKW auf Herz
und Nieren geprüft werden. Der Umweltminister sollte daher ein
deutliches Zeichen setzten und diesem Vorschlag nicht zustimmen.",
fordert Schinerl abschließend.

Rückfragehinweis:

Greenpeace CEE
   Niklas Schinerl, Atomsprecher Greenpeace; 
   Tel.: 0043 664 612 67 04
   Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace; 
   Tel.: 0043 664 61267 18
   mailto:[email protected]
   www.greenpeace.at

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