- 24.05.2011, 13:12:25
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Streichung Integrationsstunden: Lebenshilfe unterstützt Elterninitiative in Salzburg
Weber fordert vom Bund und Land die Verwirklichung der inklusiven Schule
Wien (OTS) - Unterstützung zum Protest von Elternvertretern gegen
die Stundenkürzungen in Integrationsklassen der Stadt Salzburg kommt
von der Lebenshilfe Österreich. Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr.
Germain Weber bekräftigt seine in der Vorwoche geäußerte Kritik an
der Haltung der Politik in Fragen der Inklusion: "Wir fordern beide
Seiten - Bund und Land - auf, sich konstruktiv für die Verwirklichung
der Inklusion im Schulbereich einzusetzen und nicht auf Kosten der
Betroffenen zu blockieren."
Wahres Einsparpotential sieht Weber im derzeitigen Bildungssystem
von Sonderschulen und Regelschulen mit Integrationsklassen.
"Sinnvolles Sparen würde für uns bedeuten, das teure Parallelsystem
aufzuheben und unseren Stufenplan zur inklusiven Schule ernst zu
nehmen".
Der Stufenplan der Lebenshilfe Österreich sieht die Einführung des
inklusiven Unterrichts bis 2016 vor. "Der gemeinsame Unterricht von
Kindern mit und ohne Behinderungen in der Unter- und Oberstufe ist
machbar. Gute Praxisbeispiele beweisen, dass eine inklusive Schule
funktioniert und vor allem nicht teurer ist, als unser derzeitiges
getrenntes Schulsystem", argumentiert Weber. Was fehle, ist laut
Weber der Mut und die Bereitschaft für grundlegende Veränderungen des
Bildungssystems.
Geht es nach Plänen der Salzburger Landesregierung sollen ab
Herbst in den Integrationsklassen der Stadt Salzburg weniger Stunden
für Integrationslehrer zur Verfügung stehen. Erstmalig stellen sich
Eltern von nicht-behinderten Kindern gegen die Kürzungen. Für sie ist
der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung ein
zentrales Qualitätskriterium. "Gemeinsames Lernen unterstützt sowohl
die geistige als auch die soziale Entwicklung eines jeden Einzelnen.
In einem Unterricht, wo Talente zählen und nicht Defizite, kommt es
seltener zu Ausgrenzung und Gewalt", unterstreicht Weber die Vorteile
des inklusiven Unterrichts.
Derzeit werden die Hälfte der Schüler und Schülerinnen mit
sonderpädagogischen Bedürfnissen in Sonderschulen unterrichtet und
damit von der Regelschule ausgeschlossen. Vorreiter beim inklusiven
Unterricht ist die Steiermark mit einer Integrationsquote von 82 %.
Im Land Salzburg werden 48 % der Kinder mit Förderbedarf in
Integrationsklassen unterrichtet. Der österreichische Durchschnitt
liegt bei 52,6 %.
Rückfragehinweis:
Lebenshilfe Österreich
Eva Schrammel
Tel.: 01/812 26 42 - 79 oder 0664/88 43 1996
mailto:[email protected]
www.lebenshilfe.at
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