• 23.05.2011, 14:52:06
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Siebente Verleihung des Klaus-Liebscher-Preises

Höchste OeNB-Auszeichnung geht an ökonomischen Nachwuchs für Arbeiten zur europäischen Integration

Wien (OTS) - Im Rahmen der 39. Volkswirtschaftlichen Tagung der
Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) überreichte OeNB-Präsident
Dkfm. Dr. Claus J. Raidl den heute zum siebenten Mal vergebenen
Klaus-Liebscher-Preis.

Aus vielen hochwertigen Einreichungen wurden dieses Jahr zwei
Studien von hoher wissenschaftlicher Qualität und
wirtschaftspolitischer Aktualität ausgewählt: "Can Regional Transfers
Buy Public Support? Evidence from EU Structural Policy" von Steffen
Osterloh, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim, und
"Bank Bailouts, International Linkages and Cooperation" von
Friederike Niepmann, European University Institute Florenz, und Tim
Schmidt-Eisenlohr, University of Oxford.

In seiner Arbeit "Can Regional Transfers Buy Public Support?
Evidence from EU Structural Policy", beschäftigt sich Steffen
Osterloh in einer empirischen Untersuchung mit dem Zusammenhang
zwischen EU-Regionalfördermaßnahmen und deren Auswirkungen auf die
allgemeine Zustimmung zur Europäischen Union durch die Bevölkerung
der davon profitierenden Regionen. Den Daten zufolge ist ein solcher
Zusammenhang statistisch tatsächlich nachweisbar. Osterloh gelingt
es, einen oft vermuteten, aber bisher noch nie nachgewiesenen
Zusammenhang auf solide empirische Grundlagen zu stellen.

Friederike Niepmann und Tim Schmidt-Eisenlohr beschäftigen sich in
ihrer Arbeit "Bank Bailouts, International Linkages and Cooperation"
mit Problemen des Krisenmanagements bei internationalen Bankenkrisen.
Interventionen haben in diesem Fall Auswirkungen, die über die
jeweiligen nationalen Grenzen hinausreichen und zahlreiche
Interessenskonflikte über die Aufteilung von Kosten und Nutzen der
Kriseninterventionen des öffentlichen Sektors zur Folge haben.
Niepmann und Schmidt-Eisenlohr erarbeiten ein Modell mit dem man die
fundamentalen Konflikte einer solchen Situation analysieren kann. Ein
effizientes Krisenmanagement erfordert glaubwürdige Institutionen,
die im Krisenfall eine entsprechende internationale Koordination
ermöglichen. Im Hinblick auf die Anreize für Aufsichtsbehörden, ihre
Arbeit besonders sorgfältig durchzuführen, kommt die Arbeit zum
Schluss, dass eine Struktur, in der Banken im Ausland als Töchter
einer nationalen Mutterinstitution agieren, einer Organisation durch
Filialen vorzuziehen ist.

Der Klaus-Liebscher-Preis wurde 2005 anlässlich des 65.
Geburtstages des damaligen OeNB-Gouverneurs Dr. Klaus Liebscher in
Anerkennung seiner Leistungen für Österreichs Teilnahme an der
Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion und für die europäische
Integration eingerichtet und wird seitdem jährlich vergeben. Es
werden maximal zwei Arbeiten mit jeweils EUR 10.000 ausgezeichnet,
die von jungen Ökonominnen und Ökonomen aus EU-Mitglieds- oder
EU-Kandidatenländern verfasst wurden und die sich in hervorragender
wissenschaftlicher Weise mit Themen der europäischen Integration und
der Wirtschafts- und Währungsunion auseinandersetzen. Der
Klaus-Liebscher-Preis ist die höchste wissenschaftliche Auszeichnung,
die die Oesterreichische Nationalbank zu vergeben hat.

Rückfragehinweis:

Oesterreichische Nationalbank
   Dr. Christian Gutlederer
   Pressesprecher
   Tel.: (+43-1) 404 20-6609
   mailto:[email protected]
   www.oenb.at

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