• 23.05.2011, 10:18:26
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Umweltdachverband: Donauraum-Konferenz im Parlament ohne Ökologie!

- Wirtschaftslobbyisten missbrauchen Donauraumstrategie für Ausbaupläne der Donau

Wien (OTS) - - Aktive Teilnahme der kritischen Öffentlichkeit an
der Diskussion offenbar nicht erwünscht
- UWD kritisiert sündteuere inhaltsleere Lichtinstallation des
Parlaments

Morgen findet im Parlament die Konferenz "Neue Chancen für die
Wasserstraße Donau" statt. "Ein Blick ins Programm macht deutlich,
dass diese Konferenz bloß verdorbenen Wein in neuen Schläuchen
verkauft. Wenn Wirtschaftslobbyisten unter dem Banner der
Donauraumstrategie den Ausbau der Schifffahrt propagieren, um damit
Kapital zu schlagen, und eine nachhaltige und naturnahe
Regionalentwicklung ausschließlich an der Entwicklung von
Verkehrsachsen fest machen wollen, ist das keine zukunftsweisende
Diskussion, sondern eine Konferenz, die regelrecht für die Fisch
ist", sagt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes.
"Außerdem bin ich sehr enttäuscht darüber, dass bei dieser Konferenz
offensichtlich keine NGO-Beteiligung erwünscht ist. Umwelt,
Naturschutz und Fragen eines naturnahen Tourismus werden bei dieser
Konferenz, zu der direkt von der Nationalratspräsidentin und dem
Bundesratspräsidenten eingeladen wurde, überhaupt nicht
angeschnitten. Es macht mich betroffen, dass die höchsten
Repräsentanten der Republik auf eine aktive Teilnahme der kritischen
Öffentlichkeit und von VertreterInnen der Zivilgesellschaft
offensichtlich bewusst verzichten und wichtige Themen für die Zukunft
der Donauregion bis hin zum Fremdenverkehr nicht einmal erwähnt
werden", so Heilingbrunner.

UWD fordert: Schiffe müssen der Donau angepasst werden und nicht
der Fluss den Schiffen!
Die Donauraumstrategie sollte eigentlich die Donauregionen stärker
vernetzen und die Zusammenarbeit punkto Umweltfragen, Fremdenverkehr,
regionale Entwicklungschancen und auch Infrastruktur verbessern.
"Wenn einzelne Wirtschaftsgruppen diese Strategie ausschließlich für
ihr Schifffahrts-Ausbauprogramm instrumentalisieren wollen, ist das
fahrlässig. Noch dazu, wo der Güterverkehr auf der Donau massiv
rückläufig ist. Das Transportaufkommen auf dem heimischen
Streckenabschnitt sank 2009 um 17 % auf 9,3 Mio.t. Es geht daher
punkto Schifffahrt nicht in erster Linie um einen Ausbau, sondern
darum, die Wasserstraßen ökologisch verträglich zu nutzen und
naturgerechte Lösungen für den gesamten Donauraum zu erarbeiten. Die
Planungen müssen nachhaltig sein, den ökologischen und gesetzlichen
Rahmenbedingungen entsprechen und klimarelevante Aspekte
mitberücksichtigen. Die Schiffe müssen der Donau angepasst werden,
nicht der Fluss den Schiffen!", so Heilingbrunner.

Zwei Drittel der Donau in Österreich sind Europaschutzgebiet!
Die Donau ist außerdem von enormer ökologischer Bedeutung, da entlang
des Stromes wertvolle Schutzgebiete liegen. "Deshalb muss die
Donauraumstrategie auch den staatenübergreifenden Schutz der lokalen
Ökosysteme und deren Vernetzung fördern, das Natura 2000-Netz stärken
und Schutzgebiete langfristig sichern. Eine Konferenz, die neue
Chancen für die Donau aufzeigen will, muss darf die ökologischen
Kernthemen für eine nachhaltige Entwicklung der Donauregion nicht
ausblenden.
Leider werden bei der morgigen Konferenz im Parlament nachhaltige
Lösungen, wie die verträgliche Nutzung der Donau für die
verschiedenen Bedürfnisse wie Regionalwirtschaft, Tourismus,
Naturschutz, Ökologie, Gewässer- und Hochwasserschutz, usw.
ignoriert. "Die Donauraumstrategie ist damit bereits vor
Vertragsunterzeichnung im Juni in Budapest in Österreich am Holzweg",
so Heilingbrunner abschließend.

Rückfragehinweis:

Umweltdachverband
   Dr.in Sylvia Steinbauer
   Öffentlichkeitsarbeit
   Tel.: (++43-1)40113/21
   mailto:[email protected]
   http://www.umweltdachverband.at

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