- 11.05.2011, 09:49:05
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Die Kuh ist kein Klima-Killer
In ökologisch-ganzheitlicher Landwirtschaft schützen Kühe das Klima
Wien (OTS) - Auf Einladung von BIO AUSTRIA stellt die deutsche
Veterinärin Dr. Anita Idel heute ihre Studienergebnisse über die
Klimarelevanz von Kühen vor. In Ihrem Buch "Die Kuh ist kein
Klima-Killer" zeigt sie auf, dass den Kühen keine Klimaschädigung
angelastet werden kann, sondern nur Agrarsystemen, die durch zu hohen
Einsatz von Kraftfutter ausschließlich auf die Maximierung der
Produktion abzielen. Umgekehrt kann Rinderhaltung im Rahmen einer
ökologisch-ganzheitlichen Landwirtschaft zum Klimaschutz beitragen,
da so Dauergrünland erhalten und damit große Mengen des
Treibhausgases Kohlendioxid unwirksam im Boden gespeichert werden
können. "Im Rahmen der bevorstehenden Reform der Gemeinsamen
Agrarpolitik der EU muss der Schutz des Bodens und die artgerechte
Tierhaltung eine zentrale Rolle einnehmen. Nicht in der
Produktionsmaximierung, sondern in der Produktionsoptimierung liegt
der Schlüssel zum Klimaschutz in der Rinderhaltung", so Rudi
Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA. Rudi Vierbauch weiter: "Die
biologische Landwirtschaft bietet die besten Voraussetzungen, um das
Klimaschutzpotenzial in der Rinderhaltung voll zu nutzen".
Rehabilitierung der Kuh
Anita Idel, Lead-Autorin des Weltagrarberichts, spricht sich für
eine ganzheitliche Betrachtung der wegen Methan-Ausscheidungen aus
den Rindermägen vereinfachend als Klima-Killer gebrandmarkten Kuh
aus. In ihrem Buch "Die Kuh ist kein Klima-Killer!" nähert sich die
Tierärztin der Rinderhaltung sowohl auf dem naturwissenschaftlichen
Weg, als auch in einem kulturellen Kontext und belegt die
multifunktionalen Zusammenhänge zwischen Boden, Pflanzen und Tieren
in einer nachhaltigen Landwirtschaft. Ausschlaggebend für die
Klimabilanz der Kuh ist die Art ihrer Nutzung. Rinder und ihre
wiederkäuenden Verwandten können sogar zum Klimaschutz beitragen,
vorausgesetzt sie sind in eine ökologisch-ganzheitliche Agrarkultur
richtig eingebunden. Rinder sind Weidetiere, 40% der weltweiten
Landfläche sind nicht ackerfähiges Dauergrünland. Erst ein
Agrarsystem, in dem alle Nutztiere möglichst schnell wachsen und zur
Schlachtreife kommen müssen, macht den Einsatz von energiereichem
Kraftfutter nötig. "Nachhaltiges Weidemanagement hat weltweit mehr
Potenzial Kohlendioxid zu speichern als irgendeine andere
landwirtschaftliche Praxis. Wir müssen nicht nur die Kuh
rehabilitieren, sondern auch die Systemfrage stellen. Die
Entscheidung, ob wir mit Rindern das Klima killen oder schützen,
liegt bei uns", so Idel.
Biologische Rinderhaltung ist Klimaschutz
In der biologischen Landwirtschaft werden eine Reihe von
Prinzipien gelebt, welche die Rinderhaltung klimafreundlich
gestalten. So wird etwa die Anzahl der Rinder auf der Fläche
begrenzt, auf chemisch-synthetische Schädlingsbekämpfungsmittel und
leicht lösliche mineralische Düngemittel verzichtet, der Einsatz von
Getreide als Kraftfutter limitiert und die Stoffkreisläufe möglichst
regional geschlossen. Die Leistung einer Milchkuh wird damit nicht
maximiert, vielmehr steht die nachhaltige Optimierung der
Gesamtleistung der Landwirtschaft im Vordergrund.
Strenge BIO AUSTRIA Richtlinien in der Rinderfütterung
Gemäß den BIO AUSTRIA-Richtlinien darf in der Rinderfütterung die
zulässige Kraftfuttermenge eines Betriebes maximal 15% der
Gesamtjahres-Trockenmasseaufnahme betragen. Die Tiere werden
grundsätzlich mit hofeigenem und biologischem Futter ernährt. Werden
Futtermittel zugekauft, so stammen diese primär von inländischen BIO
AUSTRIA-zertifizierten Betrieben. Ist eine Einfuhr von Futtermitteln
nach Österreich notwendig, so ist dies nur nach Genehmigung und aus
dem benachbarten Ausland möglich.
GAP muss Bodenschutz ins Zentrum rücken
BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch fordert: "Der Blick auf die
Zusammenhänge und die Notwendigkeit für ganzheitliche Lösungsansätze
müssen auch bei der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik der EU für
die Periode nach 2013 im Zentrum stehen. Nachhaltige und artgerechte
Tierhaltung und der Schutz des Bodens müssen dabei stärker gewichtet
werden als bisher, um dem Ziel des Klimaschutzes entsprechen zu
können. Die biologische Landwirtschaft hat hier der Gesellschaft viel
zu bieten und soll als höchstwertige Agrar-Umweltmaßnahme ausgebaut
werden", so Vierbauch abschließend.
Rückfragehinweis:
Eva Straka, Pressesprecherin BIO AUSTRIA
Tel: 0676/842 214 214, E-Mail: [email protected]
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