• 07.05.2011, 21:00:13
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Tiroler Tageszeitung, Leitartikel, Ausgabe vom 8. Mai 2011. Von ALOIS VAHRNER. "Das griechische Drama geht weiter"

Und wieder hat ein Euro-Krisentreffen das Gegenteil dessen erreicht, was geplant war: Die Märkte sind noch nervöser als vorher.

Innsbruck (OTS) - Beteuerungen von Regierungen, "niemals"
Milliardenhilfen der EU in Anspruch nehmen zu wollen, sind nicht viel
wert, wie die Beispiele Griechenland, Irland und Portugal gezeigt
haben. Und jetzt auch noch geheime Treffen, deren Existenz erst
bestritten wird, bevor dann am nächsten Tag eine Pressemitteilung zu
ihren Ergebnissen veröffentlicht wird.
Dass angesichts einer solchen Informationspolitik die Gerüchteküche
brodelt und gar von einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone
die Rede war, ist auch nicht mehr verwunderlich.
Faktum ist: Griechenland war nie reif für die Währungsunion und hat
sich den Euro nur mit wilden Finanztricks erschwindelt. Was wiederum
zeigte, dass es in der EU völlig unzureichende Kontrollen und
Durchgriffsrechte gibt. Heute ist Griechenland praktisch bankrott,
die Pleite wird nur durch EU-Milliarden verhindert. Ob ein Ausstieg
aus der Euro-Zone rechtlich möglich wäre, ist umstritten. In der
Praxis wäre er wirtschaftliches Harakiri, weil er die Griechen in ein
noch größeres Chaos stürzen würde. Schon jetzt geht das Vertrauen der
Finanzmärkte gegen Null.

Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610

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