SOS-Kinderdorf-Mutter zwischen Klischee und Wirklichkeit

Innsbruck/Wien (OTS) - Die älteste SOS-Kinderdorf-Mutter Österreichs, Maria Weber, feierte gerade ihren 92. Geburtstag. Sie hat vor 60 Jahren im weltweit ersten SOS-Kinderdorf in Imst Pionierarbeit geleistet und damals bis zu zehn Kinder in ihrer Familie betreut. Insgesamt hat sie über 20 Kinder groß gezogen. Die jüngste Generation ihrer "Nachfolger/innen" absolviert derzeit eine rund 2,5-jährige Fachausbildung im Colleg für FamilienPädagogik in Wels/OÖ.

Dazwischen liegen sechs Jahrzehnte SOS-Kinderdorf-Arbeit und Entwicklung. Das Berufsbild der SOS-Kinderdorf-Mutter hat sich verändert. Abseits der verstärkten Professionalisierung im Ausbildungsbereich gibt es inzwischen verheiratete Kinderdorf-Mütter und seit 2007 auch den ersten SOS-Kinderdorf-Vater im ersten städtischen SOS-Kinderdorf in Wien/Floridsdorf. Aktuell absolvieren sieben Frauen und drei Männer die Ausbildung zur SOS-Kinderdorf-Mutter/-Vater.

Im Kern ist die Aufgabe der SOS-Kinderdorf-Mütter seit mehr als 60 Jahren unverändert: es geht darum, Kindern, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, ein neues, liebevolles und dauerhaftes Zuhause zu geben, ihnen Schutz und Geborgenheit zu vermitteln und sie auf dem Weg des Erwachsenwerdens zu unterstützen und zu begleiten. Was sich geändert hat, sind gesellschaftliche Realitäten und Rahmenbedingungen: Es gibt heute kaum noch Waisenkinder im SOS-Kinderdorf (1.1.2010: 1,3 % Vollwaisen, 7,1 % Halbwaisen). Fast alle Kinder haben Eltern, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre Kinder nicht selbst erziehen und versorgen können. Verändert haben sich auch die Aus- und Weiterbildung sowie mehr Unterstützung durch ein multiprofessionelles Netzwerk im Dorf (PsychologInnen, TherapeutInnen etc).

SOS-Kinderdorf-Mutter-/Vater heute: Kurze "Stellenbeschreibung" für Interessierte *

Eine SOS-Kinderdorf-Mutter ist professionell ausgebildete Familienpädagogin, die die Rolle einer Mutter übernimmt. Sie muss wissen, wie man Säuglinge pflegt, viel von Entwicklungs-psychologie verstehen, Verständnis für pubertierende Jugendliche haben, Kontakt mit den Eltern in einem für Kinder verträglichen Ausmaß pflegen, Berichte ans Jugendamt schreiben. Gleichzeitig muss sie sich als Teil eines Teams und der Kinderdorfgemeinschaft begreifen. Dabei war noch keine Rede von Haushaltsführung, Kochen, Ernährungsplanung, Einkauf etc. Kurz: es handelt sich um eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Allerdings um eine, die viele Perspektiven, Entwicklungsmöglichkeiten und Sinnstiftung bietet. Frauen und Männer, die motiviert sind, etwas zu gestalten, die Interessen leben und weitergeben wollen, die selbständig eine Familie mit vier bis sechs Kindern führen wollen -Menschen mit einem riesengroßen Herz für Kinder (Voraussetzung!) können sich gerne melden und näher informieren.

(* Gedanken von Werner Schreyer, Leiter SOS-Kinderdorf Imst & Reinhard Wibmer, GF SOS-Kinderdorf Tirol)

Infos zum Beruf:
Angela Sasshofer (SOS-Kinderdorf-Mutter), Tel. 02236/ 42 302-59, angela.sasshofer@sos-kinderdorf.at
oder unter www.sos-kinderdorf.at/mutter (mit Antworten auf 20 häufig gestellte Fragen zum Nachlesen).

Rückfragen & Kontakt:

Viktor Trager, SOS-Kinderdorf/Presse (Innsbruck): Tel. 0676/88144201, E-Mail: viktor.trager@sos-kd.org
Tina Vermeer, SOS-Kinderdorf/Presse (Wien): Tel. 0676/88144486, E-Mail: tina.vermeer@sos-kinderdorf.at

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