- 05.05.2011, 13:16:43
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SOS-Kinderdorf-Mutter zwischen Klischee und Wirklichkeit
Innsbruck/Wien (OTS) - Die älteste SOS-Kinderdorf-Mutter
Österreichs, Maria Weber, feierte gerade ihren 92. Geburtstag. Sie
hat vor 60 Jahren im weltweit ersten SOS-Kinderdorf in Imst
Pionierarbeit geleistet und damals bis zu zehn Kinder in ihrer
Familie betreut. Insgesamt hat sie über 20 Kinder groß gezogen. Die
jüngste Generation ihrer "Nachfolger/innen" absolviert derzeit eine
rund 2,5-jährige Fachausbildung im Colleg für FamilienPädagogik in
Wels/OÖ.
Dazwischen liegen sechs Jahrzehnte SOS-Kinderdorf-Arbeit und
Entwicklung. Das Berufsbild der SOS-Kinderdorf-Mutter hat sich
verändert. Abseits der verstärkten Professionalisierung im
Ausbildungsbereich gibt es inzwischen verheiratete Kinderdorf-Mütter
und seit 2007 auch den ersten SOS-Kinderdorf-Vater im ersten
städtischen SOS-Kinderdorf in Wien/Floridsdorf. Aktuell absolvieren
sieben Frauen und drei Männer die Ausbildung zur
SOS-Kinderdorf-Mutter/-Vater.
Im Kern ist die Aufgabe der SOS-Kinderdorf-Mütter seit mehr als 60
Jahren unverändert: es geht darum, Kindern, die nicht bei ihren
Eltern aufwachsen können, ein neues, liebevolles und dauerhaftes
Zuhause zu geben, ihnen Schutz und Geborgenheit zu vermitteln und sie
auf dem Weg des Erwachsenwerdens zu unterstützen und zu begleiten.
Was sich geändert hat, sind gesellschaftliche Realitäten und
Rahmenbedingungen: Es gibt heute kaum noch Waisenkinder im
SOS-Kinderdorf (1.1.2010: 1,3 % Vollwaisen, 7,1 % Halbwaisen). Fast
alle Kinder haben Eltern, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre
Kinder nicht selbst erziehen und versorgen können. Verändert haben
sich auch die Aus- und Weiterbildung sowie mehr Unterstützung durch
ein multiprofessionelles Netzwerk im Dorf (PsychologInnen,
TherapeutInnen etc).
SOS-Kinderdorf-Mutter-/Vater heute: Kurze "Stellenbeschreibung" für
Interessierte *
Eine SOS-Kinderdorf-Mutter ist professionell ausgebildete
Familienpädagogin, die die Rolle einer Mutter übernimmt. Sie muss
wissen, wie man Säuglinge pflegt, viel von Entwicklungs-psychologie
verstehen, Verständnis für pubertierende Jugendliche haben, Kontakt
mit den Eltern in einem für Kinder verträglichen Ausmaß pflegen,
Berichte ans Jugendamt schreiben. Gleichzeitig muss sie sich als Teil
eines Teams und der Kinderdorfgemeinschaft begreifen. Dabei war noch
keine Rede von Haushaltsführung, Kochen, Ernährungsplanung, Einkauf
etc. Kurz: es handelt sich um eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.
Allerdings um eine, die viele Perspektiven, Entwicklungsmöglichkeiten
und Sinnstiftung bietet. Frauen und Männer, die motiviert sind, etwas
zu gestalten, die Interessen leben und weitergeben wollen, die
selbständig eine Familie mit vier bis sechs Kindern führen wollen -
Menschen mit einem riesengroßen Herz für Kinder (Voraussetzung!)
können sich gerne melden und näher informieren.
(* Gedanken von Werner Schreyer, Leiter SOS-Kinderdorf Imst &
Reinhard Wibmer, GF SOS-Kinderdorf Tirol)
Infos zum Beruf:
Angela Sasshofer (SOS-Kinderdorf-Mutter), Tel. 02236/ 42 302-59,
[email protected]
oder unter www.sos-kinderdorf.at/mutter (mit Antworten auf 20 häufig
gestellte Fragen zum Nachlesen).
Rückfragehinweis:
Viktor Trager, SOS-Kinderdorf/Presse (Innsbruck): Tel. 0676/88144201, E-Mail: [email protected]
Tina Vermeer, SOS-Kinderdorf/Presse (Wien): Tel. 0676/88144486, E-Mail: [email protected]
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