• 05.05.2011, 09:52:22
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Sieg der Vernunft? Atempause bis 2012 für umstrittene Schulhof-Garage Hernals

300 SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern bekräftigen ihren Widerstand und fordern die Prüfung weiterer Alternativstandorte

Wien (OTS) - Am 3. Mai lud der Elternverein des Gymnasiums
Geblergasse in Wien Hernals alle Betroffenen und Entscheidungsträger
zu einer Versammlung, um über den geplanten Bau einer Tiefgarage im
Schulhof zu diskutieren. "Seit 2009 werden uns Unterlagen über die
Dauer der Bauzeit, die Staub- und Lärmbelastung, den Brandschutz und
die Schulwegsicherheit vorenthalten", machte sich dort ein Vater und
Mitglied der Bürgerinitiative "Rettet den Schulhof des GRG 17" Luft.

Obwohl das Projekt im Juni 2010 vertraglich beschlossen wurde und
sich bereits in der Baugenehmigungsphase befindet, gab es auch
Dienstag Abend kaum konkrete Informationen für die über 300
anwesenden SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern und Anrainer.

Fest steht jedoch, dass die Bagger frühestens nächstes Jahr rollen
sollen: "Die Aushubarbeiten werden während der Sommerferien 2012
stattfinden und der gesamte Bau ist in 18 Monaten abzuwickeln",
versicherte Friedrich Lind, Geschäftsführer der
Garagenerrichtungsgesellschaft. Unterdessen geht der Protest der
Schulgemeinschaft gegen das Garagenprojekt weiter. In einem Offenen
Brief an Bürgermeister Häupl werden die Betroffenen nochmals an ihn
appellieren, in diesem Interessenkonflikt eine abschließende
Entscheidung zu Gunsten der SchülerInnen herbei zu führen.

"Wir wollen hier Bildung vermitteln und können uns nicht vorstellen,
wie das mit einer Großbaustelle gehen soll! Noch dazu läuft an
unserer Schule ein Pilotprojekt für Ganztagsklassen, das durch den
Tiefgaragenbau gefährdet wäre", fasst Lehrerin Bettina Stokhammer,
die Stimmung im GRG 17 zusammen. Angesichts des "Spagates zwischen
Bildung und Verkehr" stellte SP-Bezirksvorsteherin Ilse Pfeffer eine
Anrainerbefragung "unter Einbindung öffentlicher Institutionen" in
den Raum. Eva Posad als Vertreterin des Schulgemeinschaftsausschusses
äußerte sich dazu skeptisch - es müsste dann für SchülerInnen, Eltern
und LehrerInnen, als tatsächlich Betroffene, Stimmrechte geben.
Gemeinderat Rüdiger Maresch versprach, sich bei Vizebürgermeisterin
Vassilakou dafür einzusetzen, dass die Schulgemeinschaft nicht nur
befragt wird, sondern tatsächlich mitentscheiden kann.

Trotz eindringlicher Bitte der Veranstalter erschien der zuständige
Bautechniker der Errichtungsgesellschaft nicht, sodass wesentliche
Fragen offen blieben. Auch hatte der Wiener Garagenkoordinator die
aktuellen Pläne nicht bei sich. Immerhin wurde die Übermittelung an
die Direktorin zugesagt. Aussagen wie: "Aufgrund der Deckelbauweise
wird es weder Staub noch Lärm geben" sollten wohl beruhigen. Aber
schon bald war klar, dass der Abtransport von 21.000 Kubikmetern
Erdreich - weder lärm- noch staubfrei oder gefahrlos für SchülerInnen
und Anrainer erfolgen kann. "Möglicherweise erfolgt der Abtransport
unter dem Turnsaal und über die Hernalser Hauptstraße hinaus", war
dann zu hören. Ob der Turnsaal, der erst 2010 generalsaniert wurde,
allerdings die dafür nötige tragende Decke hat, war bisher angeblich
nicht zu eruieren.

"Es gibt nach wie vor nur oberflächliche Skizzen dazu, wie unser Hof
nach dem Garagenbau aussehen soll", so der empörte Schulsprecher
Christoph Mähner. "Was soll ich den SchülerInnen sagen, die fast
3.000 Unterschriften gesammelt haben und sich jetzt von den
Politikern total übergangen fühlen?" SchülerInnen, Eltern und
LehrerInnen sind sich einig, dass dieses Projekt die
Ausbildungsqualität im GRG 17 massiv beeinträchtigen würde. Der
Pausenhof und Sportplatz kann möglicherweise jahrelang nicht benutzt
werden.

"Warum ist der Stadtschulrat nicht für meine Kinder da?", fragte ein
empörter Vater auf der Versammlung, zu der kein Vertreter der
pädagogischen Abteilung des Stadtschulrates - wohl aber mit Martin
Kapoun der Abteilungsleiter für wirtschaftliche Angelegenheiten
gekommen war. "Wir empfinden es als einen demokratiepolitischen
Skandal, dass Garagenplätze höher bewertet werden als das Wohl von
650 SchülerInnen!", pflichtete ihm eine Mutter bei. Die 2010
politisch getroffene Entscheidung für den Garagenbau wurde von Kapoun
als "demokratisch legitimiert" bezeichnet. Der Gemeinderat hatte die
Grünfläche im Juni 2010 entsprechend umgewidmet und dadurch den Weg
für die Tiefgarage erst geebnet. Suche nach Alternativstandorten muss
weitergehen "Wie kann überhaupt jemand auf die Idee kommen, einen
Schulhof als geeigneten Ort für eine Garage zu sehen?", stellte ein
fassungsloser Schüler in den Raum. Der dringende Wunsch, weiter nach
einem anderen Standort zu suchen, wurde an die Bezirksvorsteherin von
SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern herangetragen. Seit mehr als
eineinhalb Jahren kämpfen die Betroffenen gegen die Zerstörung des
Schulhofes des Hernalser Gymnasiums Geblergasse - einer der letzten
Grünoasen des Bezirkes - durch eine vierstöckige Tiefgarage. "Wir
werden alle legalen Mittel ausschöpfen, um dieses Unglück von unserer
Schule abzuwenden", so Klaus Zambra, Elternvertreter und Sprecher der
Bürgerinitiative abschließend.

Rückfragehinweis:
Rückfragehinweis:
Klaus Zambra, Elternvereinsvertreter, Tel. 0664/60259 111 22
Florian Bach, Schulsprecher des GRG 17, Tel. 0664/ 877 39 13
Christof Mähner, Schulsprecher des GRG 17, Tel. 0664/ 118 38 80

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