• 04.05.2011, 10:47:44
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Greenpeace: AKW-Sicherheitstests verkommen zur Farce

EU-Kommission lässt sich von Atomlobby über den Tisch ziehen

Wien/Gödöllö (OTS) - Greenpeace übt scharfe Kritik an den
gestrigen Beratungen des EU-Energieministerrats über die
angekündigten AKW-Stresstests. Nach dem Super-GAU im japanischen
Fukushima sollten die Reaktoren in der Europäischen Union strengen
Sicherheitstest unterzogen werden. Die Atomindustrie blockiert bei
der Ausgestaltung dieser AKW-Überprüfungen jedoch jede Form von
unabhängiger Expertise, strenger Kriterien oder ausreichender
Transparenz. "Die Regeln der AKW-Sicherheitstests werden von der
Atomindustrie diktiert. Die EU-Kommission rund um den
Atomkraftbefürworter Günther Oettinger, ist offensichtlich bereit
sich über den Tisch ziehen zu lassen", kritisiert Niklas Schinerl,
Anti-Atom-Sprecher von Greenpeace.

Der Vorschlag der Vereinigung der Westeuropäischen Aufsichtsbehörden
für die Sicherheitsüberprüfungen zur AKW-Sicherheit sieht lediglich
Untersuchungen für Naturkatastrophen wie Erdbeben, Flutwellen oder
extremen Temperaturschwankungen vor. Darüber hinaus gehende
Untersuchungen sollen auf freiwilliger Basis stattfinden. Für alle
Überprüfungen gilt, dass unabhängigen Fachleuten der Zutritt zu den
Atommeilern verweigert wird. "Damit wird das passieren, was zu
befürchten war: Die Atomindustrie schickt ein paar Berichte nach
Brüssel. Davon wird kein Atomkraftwerk sicherer. AKW-Sicherheitstests
die Sinn machen, müssen unter Einbeziehung unabhängiger Experten und
transparent stattfinden", so Schinerl und fordert die Beteiligung
unabhängiger Wissenschaftler, die zuvor noch für keinen der
AKW-Betreiber tätig waren. Nicht nur die Kraftwerksbetreiber selbst,
sondern auch atomkritische Staaten wie Österreich oder internationale
NGOs müssen für die Nominierung dieser unabhängigen Experten und
Wissenschaftler herangezogen werden.

"Die Atomindustrie fürchtet sich offensichtlich vor unabhängigen
Untersuchungen und weigert sich ernsthaft mit der Sicherheit der
eigenen auseinanderzusetzen. Den Preis für dieses Sicherheitsrisiko
zahlen alle Europäer. Ohne unabhängige Experten verkommen die
AKW-Stresstest zur reinen Farce", so Schinerl abschließend.

Rückfragehinweis:

Niklas Schinerl
   Anti-Atom-Sprecher, Greenpeace
   Tel.: +43-664-6126704
   mailto: [email protected]
   
   Melanie Aldrian 
   Pressesprecherin, Greenpeace CEE
   Tel.: +43-664-6126725
   mailto:[email protected]
   www.greenpeace.at

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