• 03.05.2011, 10:00:14
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Rahmenplan Donaustromlandschaft Wien-Bratislava: Alternativen zum abgesagten Naturversuch Bad Deutsch-Altenburg jetzt angehen!

- Umweltorganisationen legen Planungsgrundsätze für alternativen Rahmenplan auf den Tisch

Wien (OTS) - - BM Bures muss rasch handeln und genehmigungsfähiges
Projekt vorantreiben
- Ziel: Renaturierung durch behutsame Uferrückbauten und
Gewässervernetzungen mit positivem Zusatzeffekt auf
Sohleintiefungsproblem und Wasserweg

Wien, 03.05.11 (UWD) - Ende Februar 2011 stoppte das Land
Niederösterreich das so genannte Naturversuchsprojekt Bad
Deutsch-Altenburg der staatseigenen via donau. Das Vorhaben, das in
einem der bestgeschützten Gebiete Europas massive bauliche Eingriffe
vorgesehen hätte, war juristisch nicht genehmigungsfähig, da der
Antrag mit dem absoluten Eingriffsverbot des NÖ Nationalparkgesetzes
nicht vereinbar und damit rechtswidrig war. "Umweltorganisationen und
Bürgerinitiativen haben das Vorhaben zu Recht bemängelt. Jetzt geht
es darum, ein genehmigungsfähiges Projekt zur bestmöglichen
Wiederherstellung der ursprünglichen Stromlandschaft der Donau
östlich von Wien und ihrer natürlichen Lebensräume auf die Beine zu
stellen. Der Umweltdachverband, das Forum Wissenschaft & Umwelt
(FWU), die Umweltorganisation Virus und die BI Donaufreunde haben
sich deshalb an einen Tisch gesetzt und langfristige
Planungsgrundsätze für einen alternativen Rahmenplan ausgearbeitet.
Verkehrsministerin Doris Bures, die die politische Verantwortung für
die bisherige Fehlentwicklung trägt, muss jetzt dringend dafür
sorgen, dass ein genehmigungsfähiges Projekt rasch umgesetzt wird",
erklärt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes.

Neue Planungsgrundsätze für Flussprojekte der Donau östlich von
Wien
"Bei den Planungen gilt es, die flussmorphologische Eigendynamik zu
berücksichtigen und dynamische Prozesse weitestgehend zu erhalten.
Die Eintiefung der Donausohle soll unter der Prämisse der Erhaltung
der freien Fließstrecke mit einem Maßnahmen-Mix - z.B. erhöhte
Normalgeschiebezugabe, Ökologisierung der Erhaltungsbaggerungen,
Entlastung der Sohle durch mehr Wasser in die Au - gestoppt werden.
Zudem müssen die Potenziale für Uferrückbau und Gewässervernetzung
weitestgehend genutzt werden", erklärt Wolfgang Rehm von der
Umweltorganisation Virus.
"Das Problem der Feinsedimentablagerungen muss durch Minimierung der
Freisetzung aus den bergwärts gelegenen Stauräumen und durch
Rückbaumaßnahmen östlich von Wien angegangen werden, damit die
Feinsedimente besser in die und mit der Donau abtransportiert werden
können. Der Schifffahrt stehen mit den "River Information Services"
und neuen nautischen Hilfsmitteln (DORIS) ganz neue Möglichkeiten zur
Verfügung, den Schiffsverkehr auf der Donau auch bei Niederwasser
aufrecht zu erhalten. Dadurch kann auf massive bauliche Eingriffe
verzichtet werden", so Günter Schobesberger von der BI Donaufreunde.
"Für das FWU haben die Ziele des Nationalparks Donau-Auen absoluten
Vorrang. Das bedeutet selbstverständlich eine Optimierung der
Maßnahmen für die Dynamisierung der Auen und eine Minimierung
technischer Eingriffe. Verbesserungen für die Schifffahrt dürfen
diesem Ziel nicht abträglich sein und sind an der realen Situation,
nicht an veralteten Interessenvorstellungen zu orientieren. Planung
und Umsetzung der Maßnahmen müssen die natürliche ökosystemare
Dynamik berücksichtigen. Angesichts des Zustandes der Donau muss eine
längere Sanierungsphase eingeplant werden. Dabei gilt es,
schrittweise vorzugehen und vom Fluss zu lernen. Die Konzepte müssen
daher anpassungsfähig gestaltet, die Umsetzung der Maßnahmen muss
flexibel sein", betont Reinhold Christian, Präsident des FWU. "Die
Maßnahmen müssen außerdem in Übereinstimmung mit den rechtlichen
Rahmenbedingungen auf nationaler - Nationalpark-, Naturschutz- und
Wasserrechtsgesetz, UVP - sowie EU-Ebene - Vogelschutz- und
FFH-Richtlinie, WRRL - sowie internationaler Konventionen erfolgen",
hebt Heilingbrunner hervor.

Neuer Naturversuch Hainburg: Gewässervernetzungen und behutsamer
Uferrückbau
Auf Basis dieser Planungsgrundsätze legen die Umweltorganisationen
zudem einen konkreten Vorschlag vor: "Der neue Naturversuch Hainburg
ist von der Idee getragen, Renaturierungsschritte wie Uferrückbau und
Gewässervernetzungen zu setzen, um damit Verbesserungen sowohl der
ökologischen Bedingungen des Hauptstroms als auch der Wasserstraße
Donau zu erreichen", so Heilingbrunner. Dabei steht eines fest:
"Grobschotterzugaben sind keineswegs das Non-Plus-Ultra zur
Bekämpfung der Sohleintiefung. Wir wollen etwa als ein Element der
zukünftig anzuwendenden Sohlstabilisierungsstrategie die Sohle im
Hauptgerinne durch Ableitung eines Teils des Abflusses in
Nebengewässer entlasten", so Rehm. Das Projekt besteht derzeit aus
drei Teilen: 1. Anbindung des Spittelauer Arms zur Gewässervernetzung
- aufbauend auf einem Projekt das bereits ausgearbeitet wurde, jedoch
zurzeit auf Eis liegt. 2. Durchführung eines Uferrückbaus vom
Spittelauer Arm bis zur Mündung des Tiergartenarmes, um die harte
Ufersicherung zu entfernen. Und 3. sollen Einstromöffnungen im
Bereich des Stopfenreuther Armes eine zusätzliche Gewässervernetzung
bringen

Maßnahmen müssen rechtskonform und ökologisch abgesichert sein
"Fest steht, dass für die Donaustromlandschaft Wien-Bratislava nur
langfristige Planungen, die im Einklang mit Umwelt- und Naturschutz
stehen, in Frage kommen. Maßnahmen und Projekte, die künftig
durchgeführt werden, müssen alle rechtlichen Vorgaben erfüllen,
ökologisch verträglich sein, dem modernen Stand der Technik
entsprechen und sicher stellen, dass die auenökologischen Maßnahmen
optimiert und die technischen Eingriffe, sowie auch die Eingriffe in
den Lebensräumen der Nationalpark-Kernzone minimiert werden. Unser
Vorschlag für einen Naturversuch, der das Eintreten dieser Prämissen
zu testen imstande ist, liegt jedenfalls auf dem Tisch", erklären
Heilingbrunner, Christian, Rehm und Schobesberger abschließend.

Rückfragehinweis:

Umweltdachverband
   Dr.in Sylvia Steinbauer
   Öffentlichkeitsarbeit
   Tel.: (++43-1)40113/21
   mailto:[email protected]
   http://www.umweltdachverband.at

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