Neues Volksblatt - "Selig?" von Werner ROHRHOFER

Ausgabe vom 2. Mai 2011

Linz (OTS) - Seligsprechung, Heiligsprechung - das klingt im 21. Jahrhundert für manche Leute nach einem typisch kirchlichen Anachronismus. Wer braucht so etwas heute noch? Um diese Frage zu beantworten, muss vorerst der "Schutt" der falschen Vorstellungen von "Seligen" und "Heiligen" beiseite geräumt werden. Falsche Vorstellungen, die aus einer früheren Sicht der Dinge - ohne diese heute kritisieren zu wollen - resultieren. Da werden Selige und Heilige als weltfremde, süßliche, den Blick immer gen Himmel gerichtete Gestalten dargestellt, oft in Verbindung mit mehr oder minder skurrilen Legenden. Nicht von ungefähr nennt der Volksmund einen Menschen mit eigenartigen Verhaltensweisen einen "seltsamen Heiligen". Das alles verstellt den Blick dafür, was mit einem "seligen" oder "heiligen" Leben wirklich gemeint ist, auch für das Hier und Heute: Mitten in der Realität zu stehen und gerade hier in außerordentlicher Weise den Weg der Nachfolge Jesu zu gehen. Als "echter" Mensch mit seinen Stärken, aber auch mit all seinen Schwächen und Fehlern Zeugnis zu geben für die Botschaft des Evangeliums. So gesehen werden Selige oder Heilige zu Menschen "wie Du und ich", die freilich in ihrem Glauben ein Niveau erreicht haben, das sie zu Vorbildern macht.

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