• 15.04.2011, 14:55:56
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BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch fordert Moratorium für Gentech-Anbau

Schlussfolgerungen von EU-Kommissar Dalli zu den sozioökonomischen Auswirkungen von Gentech-Pflanzen greifen viel zu kurz.

Wien/Brüssel (OTS) - "Die Schlussfolgerungen der EU-Kommission zu
den sozioökonomischen Auswirkungen des Anbaus von Gentech-Pflanzen
greifen viel zu kurz", kommentiert BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch
einen heute von Kommissar Dalli in Brüssel veröffentlichten Bericht
in einer ersten Reaktion. "Es ist zwar positiv, dass die
EU-Kommission sich endlich der Auswirkungen dieser Technologie auf
die Gesellschaft annimmt, doch der Aufruf zu einer sachlicheren
Diskussion klingt wie Hohn in den Ohren jener, die tagtäglich darum
kämpfen, ihre Produkte frei von gentechnischen Verunreinigungen zu
halten und die Kosten dafür auch noch selbst tragen müssen. Beim
Einsatz von Gentech-Pflanzen in der Landwirtschaft steht dem Nutzen
für wenige ein enormer Schaden für die Gesellschaft gegenüber. Die
Analyse der sozioökonomischen Auswirkungen von Gentech-Pflanzen lässt
daher nur einen Schluss zu: Ein Moratorium ist das Gebot der Stunde",
so Vierbauch.

Bericht vorgelegt

Der Rat der EU-Umweltminister hat die EU-Kommission bereits 2008
aufgefordert, relevante Informationen über die sozioökonomischen
Auswirkungen des GVO-Anbaus in der gesamten Lebensmittelkette zu
sammeln und auszutauschen. Der heute von EU-Kommissar Dalli in
Brüssel vorgelegte Bericht an die Mitgliedstaaten und das
Europaparlament soll als Grundlage für eine weiterführende Diskussion
dienen. Der Bericht beruht einerseits auf Rückmeldungen der
Mitgliedstaaten, andererseits auf Analysen der EU-Kommission.
Österreich hat unter vielen anderen Aspekten auch den hohen Anteil
biologisch bewirtschafteter, d. h. per Gesetz verpflichtend
gentechnikfrei bewirtschafteter Flächen von knapp 20 Prozent ins
Treffen geführt.

Aus Erfahrungen lernen

"Der Blick nach Amerika führt uns dramatisch vor, welche
Auswirkungen der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft hat:
Die versprochenen Segnungen - wie deutlich höhere Erträge - bleiben
aus, dafür wird die Abhängigkeit der Landwirtschaft von
internationalen Großkonzernen und deren Patentanwälten größer. Eine
nicht nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft wird
vorangetrieben und die gesamte Landwirtschaft und Lebensmittelkette
zunehmend gentechnisch kontaminiert. Für die Gesellschaft bedeutet
dies in letzter Konsequenz eine Gefährdung ihrer Lebensgrundlagen und
der Ernährungssouveränität", analysiert Rudi Vierbauch. "Wenn
Kommissar Dalli ins Treffen führt, dass diese Erkenntnisse nicht auf
Erfahrungen in der EU beruhen, dann klingt das fast so, als empfehle
er diese Erfahrungen zuerst einmal auch in Europa zu machen, bevor
Lehren daraus gezogen werden können. BIO AUSTRIA setzt sich klar
gegen diesen Weg und für ein Anbauverbot gentechnisch veränderter
Pflanzen ein. Der Vorschlag, die Entscheidung darüber in Zukunft den
Mitgliedstaaten der EU zu überlassen, ist ein wichtiger erster
Schritt in diese Richtung und eine Bestätigung für den breiten
Schulterschluss gegen den Anbau von Gentech-Pflanzen in Österreich",
so Vierbauch abschließend.

Der "Bericht der Kommission an das Europäische Parlament und an
den Rat über die sozioökonomischen Auswirkungen des Anbaus von GVO
auf der Grundlage der Beiträge der Mitgliedstaaten gemäß den
Schlussfolgerungen des Rates "Umwelt" vom Dezember 2008" ist
verfügbar unter: http://www.ots.at/redirect/bioaustria1

Rückfragehinweis:
Eva Straka, Pressesprecherin BIO AUSTRIA
Tel: 0676/842 214 214, E-Mail: [email protected]

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