Wozu auf ASVG-Reformkommission aufspringen?

Machen Sie bitte Ihre Hausaufgaben, Herr Mag. Zakostelsky!

Wien (OTS) - Der Sprecher des Fachverbandes der Pensionskassen,
Mag. Zakostelsky, möchte die ASVG-Reformkommission "auf alle drei Säulen ausweiten" (OTS0063 v. 8.4.2011). Eine solche "Reformfusion" der sogenannten 3 Säulen ist jedoch abzulehnen! Wenn jede Säule für sich zur Reform unfähig ist, soll eine gemeinsame Behandlung Erfolg bringen?

Natürlich wäre ein funktionierendes Pensionskassensystem eine sinnvolle Ergänzung zum ASVG, nicht aber das österreichische, welches europaweit das schlechteste ist.

Um die nötigen Voraussetzungen jedoch zu erfüllen, müssten die Sozialpartner, vor allem aber auch die Pensionskassen(PK) endlich einmal "Nägel mit Köpfen machen":

Zur Erinnerung: In der Schublade von StSekr Lopatka liegt seit 2 Jahren ein Reformentwurf auf Eis. Sein Mangel: wenn auch von Sozialpartnern und PK ausverhandelt, bleiben die PK nach wie vor auch für neue PK-Verträge in der Ansparphase von jeglicher Ergebnisverantwortung befreit; einzig kosmetische Korrekturen zugunsten der PK werden berücksichtigt. Die 60.000 derzeitigen Pensionisten und etwa die Hälfte der 700.000 Anwartschaftsberechtigten, die in sog. Hochzinsverträgen geknebelt sind, bleiben dabei unberücksichtigt und ihre kalte Enteignung, die bisher bereits fast die Hälfte der PK-Pensionen und -Pensionsansprüche aufgefressen hat, geht in die Prolongation.

Diese "Hochzinsverträge" wurden seinerzeit zwischen Dienstgebern und Pensionskassen ausgehandelt. Für die Dienstgeber hieß es: je höher der Rechenzins, desto weniger muss eingezahlt werden, man konnte sich auf Kosten der Mitarbeiter sanieren bzw. sogar üppige Gewinne lukrieren: die ursprünglichen Firmenpensionsansprüche der "Begünstigten" wurden zum überwiegenden Teil künftigen (zu hoch angenommenen, unerzielbaren) Erträgen überantwortet. Seitens der PK hieß es: wir akzeptieren diese Bedingung, um das für uns lukrative Geschäft an Land ziehen zu können. Dass das auf dem Rücken der Betroffenen passiert ist, war beiden Vertragspartnern egal!

Die Pensionskassen glauben nun, den Imageverlust, den sie durch das Nichterreichen der von ihnen zugesagten Erträge erlitten haben, damit zudecken zu können, dass sie auf den Zug der ASVG-Reformkommission aufspringen und sich als Retter der Altersvorsorge präsentieren wollen. Da können wir nur sagen:
"Schuster, bleib` bei Deinem Leisten!"

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Günter Braun, Pressesprecher des PEKABE - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
Mailto: pressesprecher@pekabe.at
Tel. 0699 111 58 699

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