Neues Volksblatt - "Marschbefehl" von Markus EBERT

Ausgabe vom 13. April 2011

Linz (OTS) - Norbert Darabos hat in letzter Zeit viel Glück
gehabt. Wochenlang war er in Sachen Bundesheerreform ein Getriebener einer Zeitung, bis zur Absetzung von Generalstabschef Edmund Entacher gab er den pflichtschuldigen Befehlsempfänger.
Freilich: Das Glück des Norbert Darabos ist das Unglück anderer. Die nordafrikanischen Revolutionen, das Beben in Japan mit der atomaren Katastrophe und, innenpolitisch, die massiven gesundheitlichen Probleme von ÖVP-Chef Josef Pröll und die damit einhergehenden personellen Spekulationen: all das hat dem roten Verteidigungsminister eine Verschnaufpause verschafft.
Zumindest medial, denn tatsächlich hatte er alle Hände voll zu tun. 90 Seiten umfasst ein Konvolut, das die Absetzung Entachers - die nicht einmal der Bundespräsident goutierte - rechtfertigen soll. Deutlicher als durch dieses Papier kann die Kleingeisterei des Ministers gar nicht dokumentiert werden: Offenbar hat er keinen einzigen massiven (dienstrechtlichen) Vorwurf zur Hand, wenn er gegen einen als untadelig geltenden Parteifreund eine Flohsucherei in Gang setzt.
Das Unglück des Norbert Darabos ist der Ministersessel. Sein Glück wäre der Marschbefehl zurück in die burgenländische Heimat.

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