Umweltdachverband: 5 Fragen an Verbund-Chef Anzengruber zum "thermo-nuklear-hydraulischen Verbund"

- UWD fordert: Anzengruber muss Atomgeschäfte des Verbundes endlich offen legen

Wien (OTS) - - Schluss mit dem Ökoschwindel: Mit Wasserkraft werben, aber gleichzeitig Atomstromhandel betreiben und Gas-Kraftwerke bauen ist Irreführung der KonsumentInnen

"Angesichts der morgen Mittwoch statt findenden Aktionärs-Hauptversammlung der Verbundgesellschaft werden die Fragen zu den Atomgeschäften des staatlichen Stromkonzerns immer dringlicher: Der Verbund gibt sich ein grünes Mäntelchen und verpulvert Millionen Euro für Anzeigen, in denen er mit angeblich sauberer Energie wirbt, während er mit Atomstrom handelt und Gaskraftwerke baut. Wir fordern Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber daher auf: Hören Sie mit diesem Ökö-Bluff auf und informieren Sie die Öffentlichkeit über das wahre Gesicht Ihres Konzerns, das Sie hinter einer grünen Maske verstecken", sagt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes.

Verbund-Nachhaltigkeitsbericht ist reines Greenwashing
"Angesicht des Atomstromhandels der Verbundtochter Austrian Power Sales GmbH, die via UCTE-Mix Atomstrom in der Größenordung eines Donaukraftwerkes importiert, um mit Billigstromangeboten in Österreich KundInnen zu werben, sind die Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte der Verbundgesellschaft nicht einmal das Papier Wert, auf dem sie von Lobbyistenagenturen teuer erkauft und geschrieben sind. Dabei ist zu befürchten, dass der staatliche Verbund noch tiefer im Atomstromhandel drinnen steckt", so Heilingbrunner.

Fünf Fragen an Anzengruber, auf die auch Österreichs KonsumentInnen bei der morgigen Hauptversammlung eine Antwort einfordern:
- Warum genau ist für den Verbund ein sofortiger Ausstieg aus Atomstromhandel nicht möglich?
- Warum ist das Volumen des Terminhandels des Verbundes an europäischen Strombörsen mehr als das Dreifache des eigenen heimischen Stromabsatzes? (85 TWh Forwardkontrakte/25 TWh Absatz in Österreich)?
- Jede Stunde fließen bis zu 1500 MW Strom mit der 380kV Leitung bei Slavetice aus den tschechischen Atomkraftwerken Dukovany und Temelin ins Netz der Verbund-Tochter Austrian Power Grid GmbH. Wohin wird dieser Atomstrom weitergeschleust?
- Der Verbund betreibt in ganz Österreich den Bau von Gaskraftwerken. In den Medien wirbt er aber ausschließlich mit 100 % Wasserkraft. Wo steckt eigentlich der Strom aus diesen Gaskraftwerken - an die österreichischen EndkundInnen geht er ja offenbar nicht (siehe e-control Stromkennzeichnungsbericht)?
- Die staatliche Verbundgesellschaft betreibt Greenwashing in einem noch nie da gewesenen Ausmaß - die Billigstromwerbeaktionen der Verbundtochter mit zweimonatigem Freistrombezug werden nach dem Motto "Geiz ist geil" betrieben. Wie hat sich der Werbeetat des Verbundes (einschließlich aller Tochtergesellschaften) in den letzten 5 Jahren entwickelt? Wir ersuchen um eine detaillierte Aufschlüsselung!

"Der Atomstromhandel, die tagtäglichen massiven Atomstromimporte aus Tschechien und der Bau von Gas-Großkraftwerken dienen nicht der Versorgungssicherheit Österreichs, sondern sind Bestandteil eines "lukrativen" Geschäftsmodells der Verbundgesellschaft, die den Grundsätzen eines CSR-Unternehmens eindeutig widersprechen. Verbund-Chef Anzengruber muss alles rund um den Atomstromhandel lückenlos offenlegen. Die Verbund-Geschäftspraktiken schaden nicht nur der gesamten E-Wirtschaft in Österreich, sondern machen die Bundesregierung mit ihren Antiatombemühungen im Ausland geradezu lächerlich", so Heilingbrunner abschließend.

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