• 12.04.2011, 10:46:16
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Umweltdachverband: 5 Fragen an Verbund-Chef Anzengruber zum "thermo-nuklear-hydraulischen Verbund"

- UWD fordert: Anzengruber muss Atomgeschäfte des Verbundes endlich offen legen

Wien (OTS) - - Schluss mit dem Ökoschwindel: Mit Wasserkraft
werben, aber gleichzeitig Atomstromhandel betreiben und
Gas-Kraftwerke bauen ist Irreführung der KonsumentInnen

"Angesichts der morgen Mittwoch statt findenden
Aktionärs-Hauptversammlung der Verbundgesellschaft werden die Fragen
zu den Atomgeschäften des staatlichen Stromkonzerns immer
dringlicher: Der Verbund gibt sich ein grünes Mäntelchen und
verpulvert Millionen Euro für Anzeigen, in denen er mit angeblich
sauberer Energie wirbt, während er mit Atomstrom handelt und
Gaskraftwerke baut. Wir fordern Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber
daher auf: Hören Sie mit diesem Ökö-Bluff auf und informieren Sie die
Öffentlichkeit über das wahre Gesicht Ihres Konzerns, das Sie hinter
einer grünen Maske verstecken", sagt Gerhard Heilingbrunner,
Präsident des Umweltdachverbandes.

Verbund-Nachhaltigkeitsbericht ist reines Greenwashing
"Angesicht des Atomstromhandels der Verbundtochter Austrian Power
Sales GmbH, die via UCTE-Mix Atomstrom in der Größenordung eines
Donaukraftwerkes importiert, um mit Billigstromangeboten in
Österreich KundInnen zu werben, sind die Umwelt- und
Nachhaltigkeitsberichte der Verbundgesellschaft nicht einmal das
Papier Wert, auf dem sie von Lobbyistenagenturen teuer erkauft und
geschrieben sind. Dabei ist zu befürchten, dass der staatliche
Verbund noch tiefer im Atomstromhandel drinnen steckt", so
Heilingbrunner.

Fünf Fragen an Anzengruber, auf die auch Österreichs
KonsumentInnen bei der morgigen Hauptversammlung eine Antwort
einfordern:
- Warum genau ist für den Verbund ein sofortiger Ausstieg aus
Atomstromhandel nicht möglich?
- Warum ist das Volumen des Terminhandels des Verbundes an
europäischen Strombörsen mehr als das Dreifache des eigenen
heimischen Stromabsatzes? (85 TWh Forwardkontrakte/25 TWh Absatz in
Österreich)?
- Jede Stunde fließen bis zu 1500 MW Strom mit der 380kV Leitung bei
Slavetice aus den tschechischen Atomkraftwerken Dukovany und Temelin
ins Netz der Verbund-Tochter Austrian Power Grid GmbH. Wohin wird
dieser Atomstrom weitergeschleust?
- Der Verbund betreibt in ganz Österreich den Bau von Gaskraftwerken.
In den Medien wirbt er aber ausschließlich mit 100 % Wasserkraft. Wo
steckt eigentlich der Strom aus diesen Gaskraftwerken - an die
österreichischen EndkundInnen geht er ja offenbar nicht (siehe
e-control Stromkennzeichnungsbericht)?
- Die staatliche Verbundgesellschaft betreibt Greenwashing in einem
noch nie da gewesenen Ausmaß - die Billigstromwerbeaktionen der
Verbundtochter mit zweimonatigem Freistrombezug werden nach dem Motto
"Geiz ist geil" betrieben. Wie hat sich der Werbeetat des Verbundes
(einschließlich aller Tochtergesellschaften) in den letzten 5 Jahren
entwickelt? Wir ersuchen um eine detaillierte Aufschlüsselung!

"Der Atomstromhandel, die tagtäglichen massiven Atomstromimporte aus
Tschechien und der Bau von Gas-Großkraftwerken dienen nicht der
Versorgungssicherheit Österreichs, sondern sind Bestandteil eines
"lukrativen" Geschäftsmodells der Verbundgesellschaft, die den
Grundsätzen eines CSR-Unternehmens eindeutig widersprechen.
Verbund-Chef Anzengruber muss alles rund um den Atomstromhandel
lückenlos offenlegen. Die Verbund-Geschäftspraktiken schaden nicht
nur der gesamten E-Wirtschaft in Österreich, sondern machen die
Bundesregierung mit ihren Antiatombemühungen im Ausland geradezu
lächerlich", so Heilingbrunner abschließend.

Rückfragehinweis:

Umweltdachverband
   Dr.in Sylvia Steinbauer
   Öffentlichkeitsarbeit
   Tel.: (++43-1)40113/21
   mailto:[email protected]
   http://www.umweltdachverband.at

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