Gelungene Arbeitsmarktpolitik geht auf Mitgestaltung durch ArbeitnehmerInnenvertretung zurück

Tumpel und Kaske: AMS arbeitet erfolgreich, aber Neuausrichtung für mehr Qualität

Wien (OTS/vida/ÖGB/AK) - An die 180 VertreterInnen der Arbeitnehmerseite, die in Gremien des Arbeitsmarktservice (AMS) mitwirken, kommen heute in Wien zu einem Vernetzungstreffen zusammen. Das AMS wurde vor etwas mehr als 15 Jahren aus der unmittelbaren Bundesverwaltung ausgegliedert und besteht aus einer Bundes-, neun Landes- und 99 Regionalorganisationen. Auf all diesen Ebenen gestalten die Sozialpartner die Arbeitsmarktpolitik mit. "Das AMS ist eine der erfolgreichsten öffentlichen Arbeitsvermittlungen in der EU. Daran haben die Sozialpartner, allen voran die ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen, entscheidenden Anteil. Zugleich müssen wir daran arbeiten, dass das AMS bei der Arbeitsvermittlung und Arbeitsmarktförderung künftig stärker auf Qualitätskriterien achtet", erklärten AK-Präsident Herbert Tumpel sowie ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und vida-Vorsitzender Rudolf Kaske bei der Eröffnung des Vernetzungstreffens. ++++

"Die im europäischen Vergleich relativ niedrigen Arbeitslosenzahlen zeigen, dass die ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen in der österreichischen Arbeitsmarktpolitik eine entscheidende Rolle spielen", erinnerte Kaske an das Kurzarbeitsmodell und weitere Maßnahmen, die zur Bewältigung der Wirtschaftskrise getroffen wurden. Auch die Ausbildungsgarantie für Jugendliche und das Gesetz gegen Lohn- und Sozialdumping, das heute im Nationalrat beschlossen wird, gehen auf die Mitgestaltung der Arbeitnehmerseite zurück. "Ab dem 1. Mai ist der österreichische Arbeitsmarkt auch für Menschen aus den meisten neuen EU-Staaten offen. Das dürfen Unternehmen nicht ausnützen und Löhne unter dem Kollektivvertrag zahlen. Lohnsünder gehören gestoppt. Das schützt die Kolleginnen und Kollegen, die noch zu uns kommen werden und das hilft allen Kolleginnen und Kollegen, die bereits hier arbeiten", sagt Tumpel.

Mehr Mut zur Qualität - auf Bedürfnisse der Arbeit Suchenden eingehen

Für die künftige Ausrichtung des AMS sei es wichtig, mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Arbeit Suchenden einzugehen. "Wir wollen keine Vermittlung nur um des Vermittelns willen, die dann nur zu kurzer Beschäftigungsdauer führt. Die Arbeit Suchenden brauchen maßgeschneiderte Kurse statt massenhaft zugekaufter Kurzmaßnahmen und Unterstützung beim Finden passender Arbeitsplätze", sagt Kaske. Deshalb sei auch die Ausrichtung des AMS, Stellen vor allem im Niedriglohnsegment und bei Leiharbeitsfirmen zu akquirieren, zu hinterfragen. "Das AMS muss auch vermehrt qualifiziertere Jobangebote vermitteln", fordert Tumpel.

Neuregelung des Saisoniermodells stärkt AMS-Regionalbeiräte

Aufgrund der bevorstehenden Öffnung des Arbeitsmarktes für die Beschäftigten aus acht osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten laufen die bisherigen Saisonierregelungen aus. Saisoniers, die von 2006 bis 2010 alljährlich in derselben Branche mindestens vier Monate beschäftigt waren, können sich künftig als "Stammsaisoniers" registrieren lassen. Für diese Stammsaisoniers wird es Beschäftigungsbewilligungen ohne Arbeitsmarktprüfung geben mit einer Geltungsdauer von durchgehend maximal sechs Monate. Bei der Entscheidung, ob darüber hinaus in einem Restkontingent neu angeworbene Saisoniers zugelassen werden, kommt den AMS-Regionalbeiräten eine entscheidende Rolle zu. "Neu angeworbene Saisoniers, die noch nie in Österreich beschäftigt waren, dürfen nur mit einhelliger Befürwortung des Regionalbeirates bewilligt werden. Das ist richtig so, denn die ExpertInnen vor Ort wissen am besten, ob tatsächlich ein Mangel herrscht", begrüßte Kaske die geplante Neuregelung.

Die ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen werden auch in Zukunft eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Arbeitsmarktpolitik spielen. "Das österreichweite Vernetzungstreffen der ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen wird in Zukunft regelmäßig stattfinden", kündigten Kaske und Tumpel an.

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