• 28.03.2011, 09:06:54
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ÖLI/UG: Bildungsfahrplan der Regierung geht nur bis zum nächsten Kleinbahnhof!

Österreichische LehrerInneninitiative / Unabhängige GewerkschafterInnen fordern Bildungsmilliarde zur Finanzierung der seit Jahrzehnten versäumten Schulreform.

Wien (OTS) - Kritik üben die parteiunabhängigen LehrerInnen an
der Gesamtschulblockade der ÖVP und am pragmatischen Verzicht der
SPÖ-Ministerin auf konsequente Einbeziehung aller AHS-Unterstufen in
das flächendeckende pädagogische Modell "neue Mittelschule" bis 2016.

Die ÖLI-UG schließt sich der Einschätzung der ÖH an, dass die
Reformpläne "in die richtige Richtung gehen" (Thomas Wallerberger,
ÖH), auch wenn sie zu kurz greifen und auf unverdächtige
Zwischenschritte ausgelegt sind - "eine mutige Bildungspolitik sieht
anders aus" (Sigrid Maurer, ÖH). Anders als die Grünen sehen die
Unabhängigen GewerkschafterInnen der ÖLI in der Umstellung aller
Hauptschulen auf neue Mittelschulen bis 2016/17 keinen
Etikettenschwindel, der die soziale Selektion am Ende der Grundschule
weiterführt.

Auch wenn das Ziel der gemeinsamen Schule nicht explizit genannt
wird - die Bewahrung der Langform des Gymnasiums hat die
standesbewusste AHS-Lobby in der ÖVP nicht mehr durchgebracht.
Stattdessen nennt der Bildungsfahrplan die Ausweitung eines
individuell-fördernden und sozial-integrativen Schulmodells auf alle
Pflichtschulen und auf mehr als die derzeit gesetzlich möglichen 10%
der AHS-Unterstufen. Voraussetzung dafür ist allerdings die
Bereitstellung der dazu notwendigen Budgetmittel durch Finanzminister
und Bundesregierung.

Das budgetwirksame Bekenntnis der Bundesregierung ist auch für
alle anderen im Ministerrat am 22.3.2011 abgesegneten Teilreformen
notwendig:

+ für die rasche Ausweitung des ganztägigen und schulgeldfreien
Schulangebots, ohne das soziale Integration und Gesamtschule nicht
gelingen können,

+ für die bessere Förderung und Integration von Jugendlichen mit
besonderen Bedürfnissen und sonderpädagogischem Förderbedarf auch
nach der 8. Schulstufe,

+ für ein breiteres Kursangebot an BMHS, BS und AHS-Oberstufe, das
die "Freude am Lernen erhöhen" und zusammen mit den neu
einzuführenden "LernbegleiterInnen" für alle SchülerInnen nach
Frühwarnungen das Wiederholen von Schulstufen abbauen soll,

+ für selbständigere Schulen, an denen nicht - wie seit Gehrer üblich
- Budgetmangel verwaltet, sondern mit

- ausreichend Zeit und Geld
- eine bessere, menschenfreundliche Schulkultur
- mit mehr Mitbestimmung der SchulpartnerInnen
- und stärkeren Personalvertretungsrechten am Schulstandort

verwirklicht werden kann.

Zwt.: Her mit den Bildungsmilliarden!

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB und in der GÖD treten
nicht erst seit den von der Regierung rasch bereitgestellten
Bankenpaketen für ein Konjunkturpaket Bildung, Soziales und
öffentliche Dienste ein. Bildung kostet. Österreich ist ein reiches
Land, nur muss der Reichtum allen Menschen, allen Kindern, die hier
leben, zugute kommen. Kindergärten, Schulen und Universitäten sind
chronisch unterfinanziert. Bildungsinvestitionen schaffen
Arbeitplätze und sind Investitionen für eine bessere,
menschenfreundlichere Zukunft, nicht nur in Österreich.

Für die Unabhängigen GewerkschafterInnen der ÖLI-UG

Reinhart Sellner, Ingrid Kalchmair (AHS)
Wilfried Mayr, Gaby Bogdan (APS)
Dietmar Mühl (BS)
Katharina Bachmann, Gary Fuchsbauer (BMHS)

Rückfragehinweis:
Gary Fuchsbauer, e-mail: [email protected], Tel: O680/2124358, Reinhart Sellner, e-mail: [email protected], Tel: O676/3437521, Internet: www.ugoed.at, www.oeli-ug.at

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