- 23.03.2011, 09:30:12
- /
- OTS0053 OTW0053
VKI-Test: Internetapotheken lieferten illegale Medikamente nach Österreich
Zehn von 16 Apotheken verstießen gegen Arzneiwareneinfuhrgesetz - Besteller von in Österreich nicht zugelassenen Präparaten machen sich strafbar
Wien (OTS/VKI) - Die illegale Einfuhr von Arzneien steigt durch
die Möglichkeiten des Internet rasant. Allein im Jahr 2009
beschlagnahmten die österreichischen Behörden mehr als 27.000
Medikamentenpackungen. Die Hitliste führen Potenzmittel,
Haarwuchspräparate und Diätmittel an. Absender sind meist Anbieter
aus Fernost. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat nun in
Kooperation mit dem Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) untersucht,
ob sich reguläre Versandapotheken im EU-Ausland an das
österreichische Arzneiwareneinfuhrgesetz halten. Bei 16 Apotheken in
Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Tschechien wurden
Medikamente wie Schmerzmittel, fiebersenkende Präparate und
Abführmittel bestellt. Das Ergebnis, das ab dem 24.3. auch im
Testmagazin Konsument veröffentlicht wird, zeigt: Nur sechs Apotheken
verhielten sich rechtskonform. Darunter vier Apotheken in Deutschland
sowie jeweils eine in den Niederlanden und in Tschechien. Abgesehen
von gesundheitlichen Risiken kann die Bestellung im Internet aber
auch rechtliche Folgen haben: Wer in Österreich nicht zugelassene
Präparate bestellt, macht sich strafbar.
Alle von den Testern bestellten Präparate sind zwar in den
Herkunftsländern rezeptfrei, unterliegen in Österreich aber teilweise
der Rezeptpflicht. Gemäß dem im vergangenen August in Kraft
getretenen und verschärften Arzneiwareneinfuhrgesetz dürfen jedoch
nur rezeptfreie Präparate für den persönlichen Bedarf - sprich:
maximal drei Packungen eines Medikaments - mit österreichischer
Zulassungsnummer ins Land gelangen. Werden in Österreich nicht
zugelassene Präparate importiert, sind die Zollorgane verpflichtet,
diese zu beschlagnahmen und zu vernichten. Die Kosten dafür trägt der
Besteller. Teuer kann das im Wiederholungsfall werden, denn dann
drohen sogar Verwaltungsstrafen von bis zu 7.260 Euro. "Da
Konsumenten im Vorfeld einer Bestellung kaum überprüfen können, ob
die Präparate über eine österreichische Zulassung verfügen, ist eine
Onlinebestellung im Ausland riskant. Wir raten daher davon ab", warnt
Mag. Georg Mentschl, Leiter des Europäischen Verbrauchzentrums.
Der Test räumt auch mit einem Mythos auf. "Der Einkauf in einer
Internetapotheke kommt keineswegs immer günstiger", informiert
VKI-Gesundheitsexpertin Dr. Angela Tichy. "Für eine Sendung in
vergleichbarem Umfang waren zwischen rund 33 und rund 81 Euro zu
bezahlen. In heimischen Apotheken wären dagegen rund 45 Euro
berechnet worden. Mit ein Grund: Versandkosten von bis zu 30 Euro."
Ein weiteres Manko von Internetapotheken ist der Expertin zufolge die
fehlende Beratung zur richtigen Anwendung der Medikamente: "Diese ist
de facto kaum bis nicht vorhanden. Ein Medikamentenkauf per Internet
kann daher mit unkalkulierbaren gesundheitlichen Risiken verbunden
sein."
Details zum Test gibt es ab dem 24.3. im April-Konsument und ab
sofort auf www.konsument.at.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
mailto:[email protected]
www.konsument.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NKI






