Umweltdachverband deckt massive Atomstromimporte nach Österreich auf!

Wien (OTS) -

  • Österreichs Billigstromanbieter sind die größten Atomstromimporteure
  • UWD vergibt Atom-Birnen 2010 an Verbund Austrian Power Sales und MyElectric
  • Schluss mit dem Ökoschwindel: Mit Wasserkraft werben und gleichzeitig mit Atomstrom handeln ist scheinheilig!

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"Der Stromkennzeichnungsbericht 2010 der E-Control zeigt klar, welche Unternehmen ihren KundInnen Atomstrom unterjubeln: Erkennbar ist dies am so genannten UCTE-Mix, der zu rund 30 % aus Atommeilern kommt", erklärt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes. "Die größten Dreckschleudern der Republik waren 2010 die MyElectric Energievertriebs- und Dienstleistungs GmbH (eine Tochter der TIWAG und der Salzburg AG), die zu 84 % den billigeren UCTE-Mix verkauft hat, und die Verbund Austrian Power Sales GmbH (eine Tochter der Verbund AG), die mit 83 % das Ökosündenregister quasi prozentgleich anführt. Wir vergeben deshalb die "dirtiest" Atom-Birnen 2010 ex aequo an diese beiden Unternehmen", sagt Heilingbrunner.

"Dieser Billigatomstrom aus dem europäischen UCTE-Mix wird nicht wegen der Versorgungssicherheit Österreichs importiert, sondern ausschließlich, um neue KundInnen mit billigerem Strom zum Umstieg zu bewegen. Die Werbeaktionen zum Stromanbieterwechsel von Verbundchef Wolfgang Anzengruber, wo von der staatlichen Verbundgesellschaft mit einem Bonus von zwei Monaten Gratisstrom geworben wird, sind daher ungeheuerlich", so Heilingbrunner.

UWD fordert: Stromschwindel und doppelbödige Kommunikation müssen endlich aufhören!

"Wenn Österreich seinen Anti-Atom-Kurs ernst meint, muss es auch Schluss mit dem subventionierten Atom-Dumpingstrom machen. Allein für den österreichischen Endkundenmarkt fällt jährlich umgerechnet rund 7,2 Tonnen radioaktiver Abfall an, der indirekt von den Billig-Atomstromanbietern Verbund Power Sales, MyElectric & Co. verschuldet wird. Die unverantwortlichen Stromlügen von heimischen Energieversorgern, die überwiegend im öffentlichen Mehrheitseigentum stehen, dürfen nicht länger hingenommen werden. Die KundInnen müssen wissen, dass es Unternehmen gibt, die mit sauberer Wasserkraft und Erneuerbaren werben, mit ihren Vertriebstöchtern und Billigschienen aber dreckigen Strom der großen Atom-Konzerne und deren Schrottreaktoren in unser Land schleusen, weiterverkaufen und damit in großem Stil an den Strombörsen handeln. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein absolut verwerflicher Ökoschwindel", so Heilingbrunner.

Stromsparen und Effizienzsteigerung und naturverträglichen Ausbau Erneuerbarer forcieren

"Die ÖsterreicherInnen sollen nicht mit Behauptungen verunsichert werden, Energieeinsparung würde zu einem Wohlstandsverlust führen. Im Gegenteil: Ressourcenknappheit war auch in der Vergangenheit immer wieder der Treiber für technische Innovation und Modernisierung. Die Rahmenbedingungen dafür sind zu schaffen. Was wir jetzt brauchen, ist daher eine wirksame Modernisierungsoffensive für die Energiepolitik, Rahmenbedingungen, die nachhaltige Einsparungen ermöglichen, Effizienzsteigerung und Optimierung bestehender Anlagen. Gleichzeitig muss der Ausbau von Solar, Photovoltaik, Biomasse und Wind forciert werden. Österreich ist seit 10 Jahren Nettostromimporteur und die staatliche Verbundgesellschaft setzt alles daran, dass jedes Jahr noch mehr Strom verkauft und verbraucht wird. Atomstromimporte und zügelloser Energieverbrauch führen nicht in eine nachhaltige Energiezukunft", betont Heilingbrunner.

"Atom-Birnen 2010" gehen an Stromanbieter mit enormem Atomstromanteil

Die "Atom-Birnen 2010" gehen an: MyElectric Energievertriebs- und Dienstleistungs GmbH (84 %), Verbund Austrian Power Sales (83 %), Energie Klagenfurt GmbH &Co KG (75 %), Energie Graz GmbH (62 %), KELAG (46 %), TIWAG (27 %); ex aequo Innsbrucker Kommunalbetriebe (27 %); Energie AG OÖ (4 %); Linz Strom Vertrieb GmbH (4 %).
Wie es auch ohne Atomstrom geht, zeigen etwa Wien und Niederösterreich, deren Landesgesellschaften - Wien Energie und EVN -nur Strom ohne Atomkraftanteil anbieten.

Das Österreichische Umweltzeichen "Grüner Strom" zeichnet zudem Energieversorger aus, die nachweislich aus erneuerbaren Quellen produzieren und garantiert weder Atomstrom noch Strom aus fossilen Quellen verkaufen und handeln. So können die Ökostrom AG und Alpen-Adria-Energie vom Umweltdachverband mit gutem Gewissen empfohlen werden.

Rückfragen & Kontakt:

Dr.in Sylvia Steinbauer, Öffentlichkeitsarbeit Umweltdachverband
Tel. 01/40 113-21, E-Mail: sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at
http://www.umweltdachverband.at

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