- 17.03.2011, 10:17:49
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30.000 Unterschriften in der Huchenhauptstadt
"Rettet die Mur" und der österreichische Naturschutz fordern einen öffentlichen Dialog
Graz (OTS) - Heute übergibt die Bürgerinitiative "Rettet die Mur"
Bürgermeister Siegfried Nagl und Bürgermeister-Stellvertreterin Lisa
Rücker 30.000 Unterschriften für den Erhalt des Grazer Landesflusses.
Zu diesem Anlass ernennen Naturschutzorganisationen Graz zur
Huchenhauptstadt Europas und betonen die Wichtigkeit, diesen
Lebensraum zu erhalten.
Umweltschutzorganisationen sind sich einig: Unsere Mur ist ein
wertvoller Lebensraum, der für Mensch und Tier erhalten bleiben muss.
Die Grazer Bevölkerung tritt immer stärker gegen den Bau einer
Staustufe in der Stadt auf. 30.000 Unterschriften hat die
Bürgerinitiative "Rettet die Mur" bereits gesammelt und übergibt sie
heute der Stadtregierung.
"Die GrazerInnen wollen ehrlich darüber informiert werden, was in
ihrer Stadt passiert! Wir fordern einen öffentlichen Dialog zu diesem
Thema. Bis jetzt sind wir die einzigen, die bereit sind auch direkt
und öffentlich in eine Diskussion um die Staustufe Graz zu treten,"
erklärt Clemens Könczöl, Sprecher der Plattform. "Die Mur ist ein
wertvoller Lebensraum für die Bewohner der Stadt und muss aktiv
geschützt werden."
Dieser Forderung schließen sich auch viele andere Initiativen an.
Naturschutzorganisationen sorgen sich vor allem um den Erhalt der
letzten Fließstrecke zwischen Leoben und Spielfeld. "Auf dieser
Fließstrecke finden Fischarten wie der international geschützte
Huchen einen ihrer letzten Lebensräume. Durch den Bau dieser
Staukette würden wir eine der letzten natürlichen Populationen
Österreichs auslöschen", sorgt sich Steven Weiss von der
Weltnaturschutzunion IUCN.
Die IUCN hat kürzlich ein entsprechendes Mahnschreiben an
Umweltminister Berlakovich und die steirische Landesregierung
gerichtet. Eine Studie von Priv. Doz. Dr. Steven Weiss im Auftrag
des Landes Steiermark bestätigte, dass die natürliche
Huchenpopulation durch den geplanten Bau der Staukette ihre
Lebensgrundlage verlieren würde.
Österreichische Umweltschutzorganisationen ernennen Graz nun zur
Huchenhauptstadt Europas. "Der Huchen hat Kontinentalverschiebungen
und Eiszeiten überlebt", so Christoph Walder, Flussexperte des WWF.
Wie ein Wahrzeichen, steht der 'König der Mur' für die große Vielfalt
und Schönheit des Landesflusses. "Wir werden nicht zulassen, dass
dieser faszinierende Murbewohner von den geplanten Staustufen aus
seinem angestammten Lebensraum verdrängt wird."
Auch Naturschutzbund und Umweltdachverband schließen sich dieser
Aussage an. "Die Mur hat durch ihre freie Fließstrecke als Lebensraum
für den Huchen eine besondere ökologische Bedeutung. Mit dem Bau des
Kraftwerks Puntigam würde nicht nur die ökologische
Funktionsfähigkeit der Mur zerstört, sondern eine weitere Ausnahme
vom Verschlechterungsverbot der WRRL nach § 104a WRG bewilligt, was
der EU-WRRL widerspricht," setzt sich Cornelia Maier vom
Umweltdachverband für den Erhalt des Flusses ein.
Um über die Arterhaltung des Huchens zu debattieren, lädt man
gemeinsam Internationale Flussexperten zu Symposien ein. Dabei werden
nicht nur die Ursachen für die Gefährdung des Huchens, sondern auch
Maßnahmen zum Schutz dieser äußerst seltenen Fischarten entwickelt.
Denn mitten in Graz wird sich die Zukunft des Huchens entscheiden.
Rückfragehinweis:
Clemens Könczöl, Sprecher "Rettet die Mur", Tel. 0664/1354672, E-Mail: [email protected]
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83488203, E-Mail: [email protected]
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