• 08.03.2011, 11:25:20
  • /
  • OTS0127 OTW0127

ASBÖ warnt vor übereilten Rettungsaktionen bei auftauenden Gewässern

Lebensretter können bei niedrigen Temperaturen schnell selbst zu Opfern werden

Wien (OTS) - Die derzeit auftauenden Eisschichten auf Österreichs
Gewässern bergen viele Gefahren in sich: Wenn Menschen durchs dünne
Eis brechen, droht aber nicht nur den Verunfallten, sondern auch den
Rettern oft Lebensgefahr durch das kalte Wasser.

Zuletzt war in den Medien nachzulesen, dass der Unternehmer Martin
Mautner Markhof Ende Februar in den eiskalten Donaukanal gesprungen
ist, um einer Frau das Leben zu retten.

"Die Zivilcourage ist absolut lobenswert, allerdings kann der Retter
bei solchen Temperaturen schnell selbst zum Opfer werden. Selbst ein
sehr geübter Schwimmer wird bei unter 10 Grad Wassertemperatur nach
kurzer Zeit organische Probleme bekommen, da der Körper Armen und
Beinen Blut entzieht und die Greiffunktion der Finger bereits
deutlich beeinträchtigt ist. In der Folge ist der Retter plötzlich
selbst in höchstem Maß gefährdet", warnt Notarzt Dr. Erik Teumann,
Vorsitzender der Wasserrettung des Arbeiter-Samariter-Bund
Österreichs.

Teumann gibt zu bedenken, dass bei jeder Hilfeleistung die eigene
Sicherheit sowie die Sicherheit der Betroffenen und Schaulustigen
oberstes Gebot sind. Wenn auch der Ersthelfer zum Opfer wird, kann
keine Hilfe geleistet werden, die Opferzahl steigt weiter an und die
Rettungsarbeiten verzögern sich um ein Vielfaches. Ungesichert dürfen
keine Personen aus unbekannten oder fließenden Gewässern gerettet
werden. Personen, die zu ertrinken drohen, werden mit aller Kraft
versuchen, sich an einem Helfer festzuklammern. "So mutig und
ehrenhaft derartige Rettungsaktionen auch sind, es darf niemals zu
einer Gefährdung des eigenen Lebens kommen. Solche selbstlosen
Heldentaten á la Leonardo DiCaprio sind höchstens im Film
empfehlenswert", betont Teumann.

Tipps für Ersthelfer
Neben ausgezeichneten Schwimmkenntnissen und guter körperlicher
Verfassung sind die Kenntnisse von Rettungsgriffen, wie sie in den
Kursen der ASBÖ-Wasserrettung gelehrt werden, von essenzieller
Bedeutung um einen Ertrinkenden aus einem Gewässer retten zu können.
Für den Ersthelfer empfiehlt sich der Einsatz von Schwimmhilfen, die
man dem Ertrinkenden zuwerfen kann oder, wenn man sich entschlossen
hat in das Gewässer zu gehen, zwischen sich und den Betroffenen
bringen kann, um nicht umklammert zu werden. Ein Notruf ist zum
ehestmöglichen Zeitpunkt abzusetzen, da je nach Gewässer nur
Spezialkräfte wie die ASBÖ-Wasserrettung oder Feuerwehr eine
Menschenrettung sicher durchführen können.

Rückfragehinweis:

Mag.a Martina Vitek
   Leitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
   Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
   Tel.: +43-1-89145-227 
   Mobil: +43-664-3582386
   E-Mail: [email protected] 
   Web: www.samariterbund.net

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ARB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel