Greenpeace: Strengeres EU-Klimaschutzziel immer noch zu niedrig

Österreichs kurzsichtige Industriepolitik als Bremsklotz der Europäischen Wirtschaft

Wien (OTS) - "Die Erhöhung des CO2-Reduktionsziels auf dreißig Prozent bis 2020 ist ein notwendiger erster Schritt wenn man die langfristigen europäischen Klimaschutzziele ernst nimmt", kommentiert Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl die aktuelle Debatte um die unilaterale Anhebung des EU-Klimaschutzziels und fordert eine mittelfristige Anhebung auf vierzig Prozent CO2-Reduktion. Während große Staaten wie Frankreich oder Großbritannien die ökonomischen Chancen hinter einem höheren Reduktionsziel erkennen, bremsen Länder wie Österreich oder Polen die aktuellen Entwicklungen. "Österreich stellt die Partikularinteressen einzelner Betriebe über das Wohl der Europäischen Wirtschaftspolitik und sich selbst in der Umweltpolitik auf eine Stufe mit Silvio Berlusconi oder der Rechtsregierung in den Niederlanden", führt Schinerl weiter aus.

Die Europäische Union bekennt sich im Kampf gegen den Klimawandel zum Zwei-Grad-Ziel. Höher darf die globale Erwärmung nicht ausfallen, sonst sind die Auswirkungen des Klimawandels nicht mehr prognostizierbar. Um dieses Ziel zu erreichen weisen die Klimaforscher des UN-Weltklimarats IPCC darauf hin, dass es in den Industriestaaten eine CO2-Reduktion um vierzig Prozent in den kommenden zehn Jahren braucht.

Die vor wenigen Tagen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) veröffentlichte Studie zeigt zahlreiche ökonomische Vorteile auf. So wäre in Österreich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einem dreißigprozentigen CO2-Reduktionsziel (verglichen mit einem zwanzigprozentigen) um satte zehn Milliarden Euro höher. Das Wirtschaftswachstum würde mit 2,3 Prozent um 0,3 Prozentpunkte steigen. Die Arbeitslosenrate würde von mit 4,7 Prozent auf 3,6 Prozent gleich um 1,1 Prozent sinken. Die Investitionsrate als Teil des BIP würde 25,9 statt 20,8 Prozent ausmachen und die Treibhausgasemissionen würden bei 78,5 statt 86,3 Millionen Tonnen liegen.

"Das neue Europa steht in den Startlöchern und will das Tempo beim Klimaschutz erhöhen. Die österreichische Bundesregierung gibt das Geld lieber für eine Studie aus, die belegen soll, dass Klimaschutz schlecht für die österreichische Wirtschaft ist. Bundesregierung, Industriefunktionäre und E-Wirtschaft verkörpern weiterhin das alte Europa. Dabei drohen nicht nur der Klimaschutz, sondern auch unsere Wirtschaft auf der Strecke zu bleiben", so Schinerl abschließend.

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