- 03.03.2011, 12:33:56
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Greenpeace: Strengeres EU-Klimaschutzziel immer noch zu niedrig
Österreichs kurzsichtige Industriepolitik als Bremsklotz der Europäischen Wirtschaft
Wien (OTS) - "Die Erhöhung des CO2-Reduktionsziels auf dreißig
Prozent bis 2020 ist ein notwendiger erster Schritt wenn man die
langfristigen europäischen Klimaschutzziele ernst nimmt", kommentiert
Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl die aktuelle Debatte um die
unilaterale Anhebung des EU-Klimaschutzziels und fordert eine
mittelfristige Anhebung auf vierzig Prozent CO2-Reduktion. Während
große Staaten wie Frankreich oder Großbritannien die ökonomischen
Chancen hinter einem höheren Reduktionsziel erkennen, bremsen Länder
wie Österreich oder Polen die aktuellen Entwicklungen. "Österreich
stellt die Partikularinteressen einzelner Betriebe über das Wohl der
Europäischen Wirtschaftspolitik und sich selbst in der Umweltpolitik
auf eine Stufe mit Silvio Berlusconi oder der Rechtsregierung in den
Niederlanden", führt Schinerl weiter aus.
Die Europäische Union bekennt sich im Kampf gegen den Klimawandel
zum Zwei-Grad-Ziel. Höher darf die globale Erwärmung nicht ausfallen,
sonst sind die Auswirkungen des Klimawandels nicht mehr
prognostizierbar. Um dieses Ziel zu erreichen weisen die
Klimaforscher des UN-Weltklimarats IPCC darauf hin, dass es in den
Industriestaaten eine CO2-Reduktion um vierzig Prozent in den
kommenden zehn Jahren braucht.
Die vor wenigen Tagen vom Potsdam-Institut für
Klimafolgenforschung (PIK) veröffentlichte Studie zeigt zahlreiche
ökonomische Vorteile auf. So wäre in Österreich das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einem dreißigprozentigen
CO2-Reduktionsziel (verglichen mit einem zwanzigprozentigen) um satte
zehn Milliarden Euro höher. Das Wirtschaftswachstum würde mit 2,3
Prozent um 0,3 Prozentpunkte steigen. Die Arbeitslosenrate würde von
mit 4,7 Prozent auf 3,6 Prozent gleich um 1,1 Prozent sinken. Die
Investitionsrate als Teil des BIP würde 25,9 statt 20,8 Prozent
ausmachen und die Treibhausgasemissionen würden bei 78,5 statt 86,3
Millionen Tonnen liegen.
"Das neue Europa steht in den Startlöchern und will das Tempo beim
Klimaschutz erhöhen. Die österreichische Bundesregierung gibt das
Geld lieber für eine Studie aus, die belegen soll, dass Klimaschutz
schlecht für die österreichische Wirtschaft ist. Bundesregierung,
Industriefunktionäre und E-Wirtschaft verkörpern weiterhin das alte
Europa. Dabei drohen nicht nur der Klimaschutz, sondern auch unsere
Wirtschaft auf der Strecke zu bleiben", so Schinerl abschließend.
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE
Niklas Schinerl, Energiesprecher Greenpeace, +43 664 612 67 04
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, +43 664 612 67 18
mailto:[email protected]
www.greenpeace.at
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