EU erlaubt Einfuhr nicht geprüfter Gentechnik in Futtermitteln

Greenpeace: Umweltminister Berlakovich macht sich zum Gehilfen der Gentech-Industrie

Brüssel/Wien (OTS) - Die EU-Mitgliedstaaten haben gestern einem Kommissionsvorschlag zugestimmt, wonach eine Verunreinigung der Lebensmittelkette mit gentechnisch veränderten Pflanzen, die in der EU keine Risikoanalyse abgeschlossen haben, erlaubt werden soll. Die sogenannte Nulltoleranz ist damit gefallen, zukünftig gilt ein Grenzwert von 0,1 Prozent. Das heißt eines von Tausend keimfähigen Körnern darf in Zukunft gentechnisch verändert sein und quer durch Europa transportiert werden - auch wenn keine Risikoanalyse durchgeführt wurde. Laut Greenpeace erhöht sich damit die ohnehin schon bestehende Gefahr der unkontrollierten Verbreitung von gentechnisch veränderten Pflanzen.

"Der Damm wird undicht und droht über kurz oder lang zu brechen. Ab jetzt tropft unablässig ungetestete Gentechnik nach Europa herein und verunreinigt unsere Lebensmittelkette. Es droht eine unkontrollierte Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen. Unfassbar, dass Umweltminister Berlakovich dem zugestimmt hat", ist Gentechnik-Sprecher Philipp Strohm von Greenpeace entsetzt.

Bislang wurde jede Schiffsladung, die mit in der EU nicht zugelassenen, gentechnisch veränderten Futtermitteln verunreinigt war, ausnahmslos zurückgeschickt. Obwohl das letzte Schiff im September 2009 zurückgeschickt wurde -Verunreinigungen also selten vorkommen - übten exportierende Produktions-Länder wie die USA und die Futtermittelindustrie starken Druck auf die EU aus, die Bestimmungen zu lockern. Und das mit Erfolg, denn anstatt Zertifikate jeder Schiffsladung VOR dem Auslaufen aus dem Hafen in Übersee zu verlangen, wurde jetzt in Europa eine Verunreinigung bis zu einem Grenzwert von 0,1 Prozent erlaubt.

"Gerade erst hatten wir den Dioxin-Skandal bei Futtermitteln. Jetzt einen Grenzwert für ungetestete Gentech-Futtermittel zuzulassen, untergräbt erneut das Vertrauen der Konsumenten. Europa muss stattdessen endlich konsequent auf Qualität setzen und seine dramatische Abhängigkeit von Futtermittelimporten reduzieren", fordert Strohm abschließend.

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