• 22.02.2011, 15:44:58
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Grüne Wirtschaft/Hörmann: "Tunnelblick jetzt auch in der Wirtschaftskammer"

Der Brenner-Basis-Tunnel als "never ending black hole"

Innsbruck (OTS) - "Die Forderung von Wirtschaftskammerpräsident
Christoph Leitl nach einem klaren Bekenntnis zum Brennerbasistunnel
zeigt das eingeengte Gesichtsfeld eines Standes-Politikers",
kommentiert Angelika Hörmann, Landessprecherin der Grünen Wirtschaft
Tirol die heutigen Aussagen von Leitl. Der Wirtschaftskammerpräsident
zeigt sich demnach auch hinsichtlich etwaiger falscher Signale an in-
und ausländische Projektpartner besorgt.
"Leitl tut damit der Wirtschaft nichts Gutes. Hier wäre es
angebracht, den Bauunternehmern, Zulieferern usw. endlich zu sagen,
dass die Umsetzung dieser Gigantomanie mehr als fraglich ist", so
Hörmann. "Zudem ist das Projekt hoffnungslos veraltet."
Die Landessprecherin der Grünen Wirtschaft Tirol rät den Unternehmen
ihren Fokus auf kleine attraktive Projekte in der Nahversorgung, auf
Infrastrukturbau, Schulen, Kindergärten und Horte zu legen. "Diese
wären dringend erforderlich und zukunftsichernd", so Hörmann.

Das erste 'Bekenntnis' zum Brenner Basis Tunnel gab es schon um 1976.
Seit mehr als 30 Jahren löst nun eine kostenintensive
Machbarkeitsstudie die andere ab. Auch die geologische Situation ist
bei diesem Projekt kritisch, befindet sich die Trasse doch an einer
jener heiklen tektonischen Nahtstellen, an denen weder gebaut noch
gebohrt werden soll.

"Bis heute gibt es keine gesicherte Finanzierung, dafür aber eine
Kostenexplosion seit Planungsbeginn - von acht Milliarden Euro auf
über zehn Milliarden Euro. Allein 90 Millionen Euro haben bisher die
Probestollen-Bohrungen verschlungen. Und von italienischer Seite sind
die Zulaufstrecken noch lange nicht geklärt", kommentiert Hörmann die
finanzielle Seite des Tunnel-Debakels.
"Dazu kommt noch der ökologische Schwachsinn: Für die
Regional-Versorgung wichtige Quellen im Valser-Gebiet sind gefährdet
und die Be- und Entlüftungsstollen beeinflussen den gesamten
Streckenverlauf. Das nennt sich in Österreich zukunftsweisende
Verkehrspolitik", fasst die Landessprecherin den derzeitigen Stand
des Brenner Basis Tunnels zusammen.

Unbestritten ist für Angelika Hörmann, dass es neue Überlegungen zum
Alpentransit braucht. "Die Transportwirtschaft wird sich grundlegend
ändern, spätestens dann, wenn Transporte nicht mehr finanzierbar
sind, weil sie endlich kostenwahr gerechnet werden", gibt Hörmann zu
bedenken. "Mit dem Abbau der Export- und Transport-Stützungen könnte
man diesen Prozess beschleunigen. Einen Teil dazu beitragen kann die
Alpentransitbörse."
"Der Wirtschaft ist nur gedient, wenn sie von Politik und eigener
Standesvertretung nicht ständig hingehalten wird und auf klare Fakten
setzen kann. Das Gros der Wirtschaftstreibenden ist kreativ und
innovativ, braucht den Tunnel daher nicht. Und die wenigen großen
Unternehmen, die aus dem Bau einen Nutzen ziehen könnten, sind sehr
wohl in der Lage im europäischen Wettbewerb auch ohne Brenner Basis
Tunnel zu bestehen," so Hörmann abschließend.

Rückfragehinweis:
Grüne Wirtschaft
Tel.: 0664 / 831 74 23
Mail: [email protected]

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