- 22.02.2011, 12:17:51
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AUGE/UG und KIV/UG: Protest gegen 385 Änderungskündigungen bei Sozial Global
Unabhängige GewerkschafterInnen der AUGE/UG und der KIV/UG solidarisieren sich mit betroffenen Beschäftigten des "Sozialdienstleisters"
Wien (OTS) - Sozial Global, in Eigendefinition einer der
traditionsreichsten Sozialdienstleister Wiens, hat laut Gewerkschaft
Vida 385 Beschäftigte, großteils teilzeitbeschäftigte Frauen, beim
AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet. Konkret plant das
Unternehmen den Beschäftigten Änderungskündigungen vorzulegen -
akzeptieren sie die Kürzung ihres Einkommens nicht, werden sie
gekündigt. Die Gewerkschaft Vida hat in einer Presseaussendung
bereits scharf gegen das Vorgehen der Geschäftsführung von Sozial
Global protestiert: Nicht nur die damit verbundenen
Einkommenskürzungen der Beschäftigten, sondern auch die Verletzung
der Informationspflicht an den Betriebsrat wird kritisiert.
Rechtliche Schritte gegen diesen Rechtsbruch durch die Vida sind in
Vorbereitung.
Zwt.: Wer Löhne im Sozial- und Gesundheitsbereich kürzt, leistet
'working poor' Vorschub!
"Wir protestieren aufs Schärfste gegen die Vorgangsweise der
Geschäftsführung von Sozial Global und sind über die Politik der
Wiener Stadtregierung und des Managements des Fonds Soziales Wien
(FSW) schlichtweg empört! Schließlich arbeitet Sozial Global im
Auftrag der Stadt Wien und steht durch diese finanzielle Abhängigkeit
unter Kontrolle der Wiener Stadtregierung und des mit der
Auftragsvergabe beauftragten FSW, welcher auch die Arbeitsbedingungen
der Beschäftigten maßgeblich steuert. In Sonntagsreden erklärt die
Wiener Stadtregierung gerne, wie sozial ihre Politik ist.
Offensichtlich gilt das nicht für die überwiegend weiblichen
Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitswesen. Der Sozialbereich -
und gerade die Pflege im ambulanten Bereich - gehören ohnehin zum
Niedriglohnsektor, wo es angesichts des gesellschaftlichen Mehrwerts,
der hier geschaffen wird, eine deutlich finanzielle Aufwertung
bräuchte! Wer bei Löhnen und Gehältern im Sozialbereich kürzt,
leistet 'working poor' - gerade bei Frauen - Vorschub! Diese
neoliberale Politik gegenüber den Beschäftigten ist inakzeptabel", so
Christine Rudolf, Arbeiterkammerrätin der Alternativen und Grünen
GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen (AUGE/UG). "Die
Wiener Stadtregierung und der FSW tragen mit ihrer
Beauftragungspolitik klar Verantwortung für Einkommens-,
Arbeitsbedingungen und Qualität bei der Erbringung sozialer
Dienstleistungen in Wien. Stadt Wien und FSW können sich aus dieser
Verantwortung nicht stehlen!"
Zwt.: Heftiger Protest kommt auch seitens der BetriebsrätInnen im FSW
Andreas Richter-Huber, Zentralbetriebsratsvorsitzender des FSW und
Vertreter der Konsequenten Interessenvertretung/Unabhängige
GewerkschafterInnen (KIV/UG) versteht die Empörung der
BetriebsrätInnen von Sozial Global und der betroffenen Beschäftigten:
"Wir erklären uns solidarisch mit den KollegInnen von Sozial Global.
Die Änderungskündigungen werden zu Einkommensverlusten führen. Zu
befürchten ist, dass die Geschäftsführung weitere Entgeltkürzungen
bei den Beschäftigten plant. Wir sind empört über das rücksichtslose
Vorgehen gegen die KollegInnen bei Sozial Global." Die Rechte der
BetriebsrätInnen müssen ohne Einschränkung eingehalten werden, so
Richter-Huber.
"Wir sprechen uns klar gegen eine Politik von Lohndumping aus, wie
sie die Aktiengesellschaft Sozial Global hier mit dieser ethisch
fragwürdigen Praxis der Änderungskündigungen betreibt. Wir fordern
sowohl von Heinisch-Hosek - als Frauenministerin und
SP-Frauenvorsitzende - als auch von Sozialminister Hundstorfer eine
Stellungnahme zu diesen Praktiken im Gesundheits- und Sozialbereich
in Wien", bekräftigt Richter-Huber einmal mehr, dass die Politik eine
Verantwortung für die Arbeits- und Einkommensbedingungen im
Gesundheits- und Sozialbereich hat.
AUGE/UG und KIV/UG erklären sich solidarisch mit den
BetriebsrätInnen und Beschäftigten von Sozial Global und fordern die
sofortige Rücknahme der Änderungskündigungen und eine wirklich
soziale Beschäftigungspolitik der Stadt Wien und der vom FSW
beauftragten Vereine und Unternehmen.
Rückfragehinweis:
Christine Rudolf, politische Sekretärin der KIV/UG, Arbeiterkammerrätin der AUGE/UG,
Tel: 0676/340 05 42
Internet: www.kiv.at, www.auge.or.at
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