- 18.02.2011, 09:25:44
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Arbeitslosigkeit Hauptgrund für Schuldenprobleme
Schuldenberatungen fordern Erleichterungen im Privatkonkurs
Linz (OTS) - Einkommensverschlechterungen durch Arbeitslosigkeit
sind der mit Abstand häufigste Grund für Schuldenprobleme, so die
Bilanz der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich mit
Blick auf die Zahlen des vergangenen Jahres.
2010 gaben 43% aller Schuldenberatungs-KlientInnen
Arbeitslosigkeit als Grund für ihre Schuldenprobleme an, noch zwei
Jahre zuvor betrug deren Anteil mit 19% weniger als die Hälfte, 2009
war die Zahl auf 27% gestiegen.
Insgesamt wurden 2010 wie im Jahr zuvor über 52.000 Personen von
den zehn staatlich anerkannten Schuldenberatungseinrichtungen
unterstützt.
"Die Zahl der Beratungen ist gleich hoch geblieben, die dahinter
liegenden Probleme und der für eine Person notwendige
Beratungsaufwand haben sich jedoch intensiviert" so Maria
Kemmetmüller, Geschäftsführerin der
Schuldenberatungs-Dachorganisation asb.
"Wie von uns vorhergesehen, ist die Krise mit einiger Verzögerung
nun voll in den Schuldenberatungen angekommen."
Mehr Investition in Schuldenberatungen und Erleichterungen im
Privatkonkurs seien deshalb heute notwendiger denn je, appelliert
Kemmetmüller an die Regierungsparteien, vor allem die Umsetzung
überfälliger und von Seiten der Regierung längst versprochener
Privatkonkursreformen endlich zu realisieren.
"Unter den derzeitigen Bedingungen wird die Schuldenregulierung
oft blockiert, weil vielen der betroffenen Arbeitslosen zu wenig
Einkommen bleibt, um in Privatkonkurs zu gehen", kritisiert
Kemmetmüller, "damit wird der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt
zusätzlich erschwert. Das kann aus sozial- und
arbeitsmarktpolitischer Perspektive nicht wünschenswert sein und ist
auch wirtschaftspolitisch unklug." Der wirtschaftliche Nutzen von
Schuldenberatung und -regulierung liege auf der Hand und sei auch
durch Studien belegbar, so Kemmetmüller.
"Staatlich anerkannte Schuldenberatungen arbeiten mit hohen
Qualitätsansprüchen, das kostenlose Angebot, der speziell für ihre
Tätigkeiten qualifizierten BeraterInnen zielt auf das Erreichen
nachhaltiger Lösungen unter aktiver Beteiligung der KlientInnen ab.
Diese Bemühungen gilt es durch die überfällige adäquate
Gesetzesreform zu unterstützen und so dafür zu sorgen, dass der
Zugang zu effektiver Schuldenregulierung erleichtert wird."
Außerdem seien zusätzliche Investitionen in den Beratungsbereich
notwendig. Vor allem an spezifischen Beratungsangeboten für Menschen
mit Einkommenseinbußen, die noch nicht überschuldet sind, fehle es
derzeit in Österreich. Die Schuldenberatungen wollen dem 2011 mit
einem Pilotprojekt zu Budgetberatung für Menschen mit niedrigem
Einkommen entgegenwirken.
Rückfragehinweis:
Mag. Maria Kemmetmüller Tel. 0732-65 65 99, [email protected] Dr.in Michaela Moser (PR-Büro), Mobil 0676-544 26 46; [email protected] www.schuldenberatung.at
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