• 15.02.2011, 16:37:10
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Grillitsch: Brauchen Maßnahmen, um unkontrollierten Spekulationen mit Agrarrohstoffen zu verhindern

ÖVP-Landwirtschaftssprecher fordert ordnenden Rahmen für Derivate von Agrarrohstoffen

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Spekulationen auf Agrarrohstoffe werden immer
attraktiver, vor allem für reine Finanzinvestoren. Durch die
steigende Anzahl dieser Transaktionen ohne dahinter liegende echte
Warengeschäfte werden Preisschwankungen für Nahrungsmittel verstärkt,
kritisierte heute, Dienstag, ÖVP-Landwirtschaftssprecher Abg. Fritz
Grillitsch anlässlich der heutigen Sitzung des Ausschusses für Land-
und Forstwirtschaft fest.

"Exzessive Spekulationen auf Agrarrohstoffe führen zu
Preisschwankungen und dies schadet den österreichischen und
europäischen Bauern", ist Grillitsch überzeugt.

Um die unkontrollierte Spekulation auf Nahrungsmittel einzudämmen,
müsse ein ordnender Rahmen für Derivate von Agrarrohstoffen
vorgegeben werden. Dies sei nur durch eine angemessene Transparenz-
und Transaktions-Berichtspflicht bei Agrarderivaten möglich. Der
Handel außerhalb der Börse ("OTC-Geschäfte" - over the counter), der
auch für die Finanzkrise im Bankensektor mitverantwortlich gewesen
ist, müsse transparenter und damit nachvollziehbarer werden. "Diese
Geschäfte erlangen auch in Europa zunehmend an Bedeutung, daher ist
es notwendig, rechtzeitig darauf zu reagieren", so der Abgeordnete.

Eine weitere Maßnahme stelle eine weltweite Finanztransaktionssteuer
dar. Auf einem globalen Niveau werde damit vermieden, dass es zu
einer Verlagerung auf Handelsplätze in Ländern ohne
Finanztransaktionssteuer oder in Richtung eines außerbörslichen
Handels (OTC) komme, schloss der ÖVP-Landwirtschaftssprecher.
Grillitsch legt für das nächste Plenum einen Fünf-Parteien-Antrag
vor. Darin sollen die zuständigen Mitglieder der Bundesregierung
unter anderem aufgefordert werden, auf EU-Ebene und im Rahmen der
Mitgestaltungsmöglichkeiten auf internationaler Ebene Positionen zur
Verbesserung der Regulierung, der Funktion und der Transparenz der
Finanz- und Warenmärkte zu vertreten, um weltweite Spekulation mit
Lebensmittelgütern und damit die Verstärkung der exzessiven
Volatilität der Preise von (landwirtschaftlichen) Primärerzeugnissen
einzudämmen. Zudem soll eine internationale Regulierungsstelle
eingerichtet werden.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

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