- 15.02.2011, 11:08:55
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Bayr zu "Chevron"-Urteil: Leidende Bevölkerung in Ecuador muss entschädigt werden
Nicht wieder gut zu machende Schäden durch Erdölförderung
Wien (OTS/SK) - Die jüngsten Meldungen über die Verurteilung des
US-Ölmultis Chevron zu Schadenersatzzahlungen von über acht
Milliarden US Dollar wegen der durch Ölförderungen verursachten
massiven Umweltschäden im Amazonas-Gebiet von Ecuador, sind für Petra
Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung, sehr
erfreulich. "Auch wenn das Urteil noch nicht veröffentlicht ist und
Chevron freilich berufen will - hier wurde ein wichtiges Zeichen
gesetzt, dass die Zerstörung der Umwelt, zum Schaden der Bevölkerung
und zur Bereicherung von Konzern-Multis, nicht einfach ungestraft
bleiben", so Bayr, "das ist ein eindeutiger Sieg für die Bevölkerung
der betroffenen Gebiete, die jahrelang gegen die Ungerechtigkeit der
Ausbeutung und Verpestung ihrer Lebenswelt protestiert haben!" ****
Bayr betont, dass die Umweltschäden mit den kolportierten 8,6
Milliarden Dollar freilich nicht beseitigt werden könnten. "Das
Ausmaß der Schäden ist ein verheerendes, wie ich mich selbst bei
einer Studienreise vor Ort 2005 überzeugen konnte", berichtet Bayr,
"jahrzehntelang wurden Tag für Tag etwa 530.000 Barrel Öl aus dem
Boden gesaugt und das Land sowie das Trinkwasser der Bevölkerung
durch giftige Abwässer verpestet, die Texaco einfach in die
Landschaft abgeleitet hatte."
Texaco war zunächst der ölfördernde Konzern, der später von Chevron
aufgekauft wurde. "Die indigene Bevölkerung hatte außer den
unreparierbaren Schäden an ihrer Lebensumwelt und ihrer Gesundheit
nichts von ihrem Ölreichtum, sie lebt zu 80 Prozent unter der
Armutsschwelle. Die Wut und die Ohnmacht jener Menschen ist ebenso
groß wie verständlich", so Bayr weiter, "es ist jetzt deshalb auch
besonders wichtig, dass die Schadenersatzzahlungen dann auch
tatsächlich der leidenden Bevölkerung zugute kommen!"
Bayr fordert in diesem Zusammenhang, dass weltweit die Konsequenzen
aus der für Mensch und Umwelt verheerenden Ölförderung gezogen
werden. "Sei es die Katastrophe einer explodierenden Bohrinsel im
Meer oder die jahrzehnte andauernde langsame Zerstörung des Urwalds",
so Bayr abschließend, "die Förderung fossiler Treibstoffe bringt
nicht wieder gutzumachende Zerstörung mit sich, die besser heute als
morgen prioritär in ökologisch besonders sensiblen Gebieten beendet
werden sollte. Erneuerbare Energieformen sind vielmehr zu fördern und
Investitionen in die Erforschung und Implementierung dieser zu
setzen. Sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene!" (Schluss)
ah/mp
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
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