Bayr zu "Chevron"-Urteil: Leidende Bevölkerung in Ecuador muss entschädigt werden

Nicht wieder gut zu machende Schäden durch Erdölförderung

Wien (OTS/SK) - Die jüngsten Meldungen über die Verurteilung des US-Ölmultis Chevron zu Schadenersatzzahlungen von über acht Milliarden US Dollar wegen der durch Ölförderungen verursachten massiven Umweltschäden im Amazonas-Gebiet von Ecuador, sind für Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung, sehr erfreulich. "Auch wenn das Urteil noch nicht veröffentlicht ist und Chevron freilich berufen will - hier wurde ein wichtiges Zeichen gesetzt, dass die Zerstörung der Umwelt, zum Schaden der Bevölkerung und zur Bereicherung von Konzern-Multis, nicht einfach ungestraft bleiben", so Bayr, "das ist ein eindeutiger Sieg für die Bevölkerung der betroffenen Gebiete, die jahrelang gegen die Ungerechtigkeit der Ausbeutung und Verpestung ihrer Lebenswelt protestiert haben!" ****

Bayr betont, dass die Umweltschäden mit den kolportierten 8,6 Milliarden Dollar freilich nicht beseitigt werden könnten. "Das Ausmaß der Schäden ist ein verheerendes, wie ich mich selbst bei einer Studienreise vor Ort 2005 überzeugen konnte", berichtet Bayr, "jahrzehntelang wurden Tag für Tag etwa 530.000 Barrel Öl aus dem Boden gesaugt und das Land sowie das Trinkwasser der Bevölkerung durch giftige Abwässer verpestet, die Texaco einfach in die Landschaft abgeleitet hatte."

Texaco war zunächst der ölfördernde Konzern, der später von Chevron aufgekauft wurde. "Die indigene Bevölkerung hatte außer den unreparierbaren Schäden an ihrer Lebensumwelt und ihrer Gesundheit nichts von ihrem Ölreichtum, sie lebt zu 80 Prozent unter der Armutsschwelle. Die Wut und die Ohnmacht jener Menschen ist ebenso groß wie verständlich", so Bayr weiter, "es ist jetzt deshalb auch besonders wichtig, dass die Schadenersatzzahlungen dann auch tatsächlich der leidenden Bevölkerung zugute kommen!"

Bayr fordert in diesem Zusammenhang, dass weltweit die Konsequenzen aus der für Mensch und Umwelt verheerenden Ölförderung gezogen werden. "Sei es die Katastrophe einer explodierenden Bohrinsel im Meer oder die jahrzehnte andauernde langsame Zerstörung des Urwalds", so Bayr abschließend, "die Förderung fossiler Treibstoffe bringt nicht wieder gutzumachende Zerstörung mit sich, die besser heute als morgen prioritär in ökologisch besonders sensiblen Gebieten beendet werden sollte. Erneuerbare Energieformen sind vielmehr zu fördern und Investitionen in die Erforschung und Implementierung dieser zu setzen. Sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene!" (Schluss) ah/mp

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