- 14.02.2011, 12:02:24
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Rattan: Ein Naturprodukt wird ökologisch sauber
WWF-Projekt schafft Top-Designs zur Regenwaldrettung
Wien/Frankfurt a. M. (OTS) - Natur-Rattan gehört zu den
Designklassikern und ist unter Architekten und Designern wieder
modern. Leider kann die konventionelle Rattan-Ernte den Tropenwald
ernsthaft schädigen. Um das zu verhindern hat der WWF ein
Pilotprojekt gestartet, das von der EU finanziert wird. An der
internationalen Designmesse Ambiente in Frankfurt stellte der WWF am
vergangenen Wochenende sein Programm für nachhaltig produziertes
Rattan vor. Dabei wurde eine innovative Kollektion für Wohnartikel
und eine Analyse der Rattan-Handelsströme präsentiert. Der WWF
Österreich arbeitet mit seinen Partnerorganisationen in Schweden,
Deutschland, der Schweiz, Laos, Vietnam und Kambodscha zusammen um
die erste ökologisch und sozial nachhaltige Rattanproduktion Asiens
aufzubauen. Der WWF beauftragte auch schwedische Design-Absolventen
der Universität Lund um in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmern
Produkte für den internationalen Markt zu entwickeln. Die
Produktpalette reicht von Fußmatten aus Abfall-Rattan über faltbare
Körbe bis zum ausdrucksstarken "Lounge Chair", bei dem sich
futuristisches Design mit einem Naturprodukt verbindet.
Die WWF-Analyse der weltweiten Handelsströme von Rattan ergab, dass
der globale Handel aufgrund des schwindenden Rattans und dem
Waldverlust zwischen 2006 und 2008 um mehr als ein Viertel
eingebrochen ist. Indonesien ist weltweit gesehen mit einem
Marktanteil von 80 Prozent das wichtigste Exportland. Die
Hauptabnehmer sind die EU und China. Vietnam spielt für den EU-Markt
eine sehr wichtige Rolle, hauptsächlich in Deutschland und
Frankreich. Vietnam ist zudem ein wichtiges Importland - Lieferanten
sind Laos, Indien, Kambodscha und die Philippinen.
Rattanpalmen gehören zu den Palmengewächsen. Sie wachsen kletternd
und schlingen sich lianenartig über andere Bäume. Einige werden weit
über Hundert Meter lang. "Gerade in der Mekongregion existieren noch
besonders artenreiche Wälder, die wir mit diesem Projekt schützen
wollen", sagt Beate Striebel, Leiterin des internationalen Programms
des WWF Österreich. "In den letzten zehn Jahren wurden in den
Mekongländern über Tausend neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt."
Leider werden die Rattan-Ressourcen an vielen Orten stark übernutzt,
was zu einem Rückgang von vielen Rattan-Arten führte und die
Tropenwaldzerstörung vorantreibt.
Die Ziele des Projekts: Zum einen soll der Wald nach den Kriterien
des internationalen Gütesiegels FSC (Forest Stewardship Council)
bewirtschaftet werden. Zum andern wurden für die Warenproduktion neue
Methoden entwickelt, die den UNO-Grundsätzen von "Cleaner Production"
entsprechen. Material- und Energieströme werden optimiert, Abfälle,
Wasserverschmutzung und Emissionen reduziert. "Nachhaltiges Rattan
hat jedoch nur eine Chance, wenn es einen Markt dafür gibt und die
Wälder, in denen Rattan wächst, weiter wachsen können", ergänzt
Striebel. "Mit glaubwürdigem Waldmanagement, verantwortlichem Handel
und dem Bewusstsein der Konsumenten wird es diesen faszinierenden
natürlichen Rohstoff auch in Zukunft noch geben."
Das WWF-Programm, wird zu 80 Prozent durch das EU SWITCHAsia
Programme mit einem Betrag von 2,4 Millionen Euro unterstützt.
SWITCH-Asia unterstützt umweltfreundliche Produkte und Konsum. IKEA
finanziert das WWF-Programm mit.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, WWF Pressesprecher, Tel. 0676/ 83 488 231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Factsheets, Designs und Fotos unter www.wwf.at/presse. Mehr zum EU SWITCH-Asia Programme: www.switch-asia.eu.
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