- 14.02.2011, 11:01:56
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Wintertagung 2011: Weichenstellungen für die Landwirtschaft 2020
Wien (OTS) - "Nur wenn es gelingt, die volatilen Agrarmärkte und
-preise zu stabilisieren und den voranschreitenden Klimawandel zu
bremsen, wird die europäische Landwirtschaft künftig ihrer Rolle zur
Ernährungssicherung und Bereitstellung öffentlicher Güter gerecht
werden können", betont Franz Fischler, ehemaliger EU-Agrarkommissar
und Präsident des Ökosozialen Forums, bei einem Pressegespräch zum
Auftakt der Wintertagung 2011 in Wien mit EU-Agrarkommissar Dacian
Ciolos, Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich und
Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski. "Das wachsende
Auf und Ab der Preise auf den Agrarmärkten macht es für den einzelnen
Bauern immer schwieriger, zu planen und ein vernünftiges Einkommen zu
erzielen."
Seit dem Platzen der Immobilienblase im Jahr 2008 wird auf den
Finanzmärkten massiv mit Agrarrohstoffderivaten spekuliert. Das hat
jetzt schon zum zweiten Mal zu einem Höhenflug der Agrarpreise der
Märkte geführt. "Die Derivatspekulation bei Agrarprodukten muss
Regeln unterworfen werden. Reine Geschäftemacherei auf Kosten der
Ernährungssicherung können wir uns angesichts von über einer
Milliarde hungernden Menschen weltweit nicht leisten", fordert der
Präsident des Ökosozialen Forums. "Stabilere Rohstoffmärkte würden
allen nützen - den KonsumentInnen, den LandwirtInnen, den
VerarbeiterInnen und dem Handel."
Ein weiterer Baustein zur Stabilisierung der Agrarmärkte könne, so
Fischler, auch die Schaffung einer eigenen europäischen Agrarbörse
sein, als Gegengewicht zur Börse in Chicago und New York.
Weiterentwicklung der GAP
Mit seinen Reformvorschlägen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)
habe EU-Agrarkommissar Ciolos eine gute Basis für eine vernünftige
Weiterentwicklung der europäischen Landwirtschaft geschaffen, so
Fischler. "Es ist zu begrüßen, dass die Förderungen für die
Landwirtschaft noch stärker als bisher an Umwelt- und
Klimaschutzkriterien geknüpft werden sollen. Nur so kann es gelingen,
die europäische Landwirtschaft ökologischer zu machen. Österreich ist
in diesem Bereich schon sehr weit. Dass die Bäuerinnen und Bauern für
die Erhaltung der Kulturlandschaft auch dementsprechend bezahlt
werden, ist Voraussetzung dafür und soll künftig den EU-BürgerInnen
deutlicher als bisher kommuniziert werden", sagt Fischler. Das
Optionenpapier der Kommission zeige Lösungen auf und gäbe den
Mitgliedsstaaten u. a. die Möglichkeit, mit nationalen Fonds bei
Naturkatastrophen und Marktzusammenbrüchen stabilisierend
einzugreifen. "Voraussetzung für die Weiterentwicklung der GAP nach
2013 ist aber ein Bekenntnis der Regierungschefs der
EU-Mitgliedsstaaten zur Landwirtschaft durch die entsprechende
Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel."
Wintertagung 2011
Die Reformvorschläge der Europäischen Kommission zur Gemeinsamen
Agrarpolitik (GAP) und ihre Auswirkungen auf die heimische Land- und
Forstwirtschaft stehen im Mittelpunkt der Wintertagung 2011 des
Ökosozialen Forums von 14. bis 18. Februar. Das Generalthema lautet:
"Unternehmen Landwirtschaft 2020 - Weichenstellungen für die Land-
und Forstwirtschaft." Mit insgesamt sieben Fachtagen zu verschiedenen
landwirtschaftlichen Fragestellungen soll die Wintertagung des
Ökosozialen Forums innerhalb einer Woche Bäuerinnen und Bauern aus
allen Produktionszweigen ansprechen. Neu ist auch ein eigener Fachtag
für die Gemüsebäuerinnen und Gemüsebauern, einem Sektor mit großer
wirtschaftlicher Bedeutung für Österreich. Die Wintertagung des
Ökosozialen Forums ist die traditions-reichste und größte
Informationsveranstaltung des Agrarsektors in Österreich mit jährlich
rund 3000 TeilnehmerInnen. Die Fachtage finden heuer in Wien, St.
Pölten, Hollabrunn, Wels, Hatzendorf und Aigen im Ennstal statt.
Rückfragehinweis:
Ökosoziales Forum, Martina Baumeister
Tel.: 01/253 63 50-22 u. Mobil: 0676/64480 41
mailto:[email protected], www.oekosozial.at
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