• 04.02.2011, 09:57:28
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Ärztekammer fordert Dienst am Krankenbett noch vor dem Medizinstudium

"Unverzichtbare Voraussetzung, um später patientengerecht am Krankenbett beziehungsweise in der Ordination zu arbeiten"

Wien (OTS) - Die Ärztekammer begrüßt die Überlegungen zu einem
freiwilligen Sozialdienst. "Für angehende Medizinstudentinnen und
-studenten wäre es sinnvoll, einen gewissen Zeitraum vor dem Studium
im Rahmen eines solchen Sozialdienstes im Pflegedienst tätig zu
sein", betonte Ärztekammerpräsident Walter Dorner. Damit könnten
angehende Ärztinnen und Ärzte selber feststellen, ob sie mit der
leiblichen Nähe am Patienten zurande kämen beziehungsweise ob sie
sich diesen nahen Dienst am Menschen vorstellen könnten. ****

Ein freiwilliger Sozialdienst hätte damit den Vorteil, dass jeder
angehende Student sich selber "im teilweise sehr herausfordernden
Umgang mit kranken und alten Menschen" prüfen könnte, ob er überhaupt
für den ärztlichen Beruf geeignet sei. "Zudem hätte ein frühzeitiges
Miteinander mit Pflegekräften den Vorteil, dass die Wichtigkeit der
interdisziplinären Kommunikation schon frühzeitig erkannt und dann im
späteren Berufsleben auch als wertvoll verstanden würde", so Dorner.

Der Referent für Ethik und Palliativmedizin der Ärztekammer für
Wien, Michael Peintinger, verweist in diesem Zusammenhang darauf,
dass er in den Jahren der Vorbereitung als Mitglied des Planungsteams
für das neue Medizincurriculum der Medizinischen Universität Wien
immer wieder darauf hingewiesen hätte, dass es aus ethischer Sicht
sinnvoll wäre, wenn Medizinstudenten noch vor Beginn des Studiums
einen verpflichtenden Dienst am Krankenbett machten. "Leider wurde
damals diese Forderung unter anderem seitens der Pflegeverbände mit
dem Hinweis abgelehnt, man könne nicht auch noch die Begleitung
dieser jungen Menschen übernehmen", bedauert Peintinger.

Peintinger, der selber nach der Matura als Stationsgehilfe auf
einer onkologischen Station zwei Sommer hindurch Pflegedienste
verrichtet hat, betont die "positiven Erfahrungen, die bis heute mein
berufliches Handeln, den Umgang mit kranken Menschen und das
Zusammenleben mit den Angehörigen des Pflegepersonals prägen". Es
seien zweifellos "unverzichtbare Voraussetzungen, um später effizient
und patientengerecht am Krankenbett beziehungsweise in den
Ordinationen zu arbeiten". (hpp)

Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at

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