ÖBVP: Kinder mit psychischen Problemen haben ein Recht auf frühe Hilfen und kassenfinanzierte Psychotherapie

Gesamtvertrag für Psychotherapie muss kommen! Kassenzuschuss muss angehoben werden!

Wien (OTS) - Zum Jahresbericht der LIGA für Kinder- und Jugendgesundheit:

Psychotherapie - das Herzstück für eine vernetzte psychosoziale Versorgung fehlt!

20 bis 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen weisen behandlungsbedürftige psychische Störungen und Verhaltensschwierigkeiten auf. Psychosoziale Arbeit mit Kindern und ihren Familien muss stark vernetzt, multidisziplinär, sowohl ambulant als auch stationär erfolgen. Gerade die langfristige und weiterführende Behandlung Psychotherapie ist aber oft Mangelware oder für die Betroffenen nicht finanzierbar. Psychotherapie fehlt allerorts, im niedergelassenen und im stationären Bereich.

Frühe und kompetente Hilfe: Mehr psychosoziale Betreuung in Schule und Kindergarten.

20 bis 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen fallen in der Schule auf, weil sie verhaltensauffällig sind oder psychosoziale Probleme haben. Folgeschäden können vermieden werden, wenn früh und kompetent geholfen wird. Dringend ausgebaut soll daher werden:

1. Multidisziplinäre Schulteams mit Ausbau der schon bestehenden Ressourcen, also SchulärztInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen;

2. Ausbau der Weiterbildung in Kindergarten und Schule;

3. Elternberatung in Institutionen, um möglichst frühzeitig Hilfestellung zu bieten;

4. Bessere Vernetzung verschiedenster Versorgungsbereiche

5. Zentrale Erfassung und Analyse von Gesundheitsdaten für den Bereich psychische Gesundheit;

Kompetente Behandlung: Kassenfinanzierte Psychotherapie und Elternberatung bei psychischen Störungen und Problemen in der psychotherapeutischen Praxis.

Im Vergleich zum Vorjahresbericht sind kaum Verbesserungen der psychotherapeutischen Versorgung für Kinder und Jugendliche zu verzeichnen.

Einsparungen im psychosozialen Bereich wirken sich zusätzlich negativ aus. Immer öfter werden Finanzierungen von Psychotherapien auch vom Jugendamt nicht verlängert oder abgelehnt. Hinter jeder nicht leistbaren psychotherapeutischen Behandlung steckt ein einzelnes Schicksal eines Kindes und seiner Familie. Verhinderte Schulkarrieren, Suchtverläufe, Arbeitslosigkeit am Beginn eines jugendlichen Lebens ohne Perspektive und enormes psychisches Leid sind die Folgen. Die volkswirtschaftlichen Kosten sind enorm!

10 bis 25 Prozent der Betroffenen wären sofort bereit, eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch zu nehmen. Die meisten Eltern können sich aber eine Behandlung nicht leisten und die Wartezeiten für Kassenplätze betragen meist mehrere Monate bis zu einem Jahr. - Für Kinder und Jugendliche eine lange und entscheidende Zeit, in der Entwicklung positiv oder auch negativ verlaufen kann.

Daraus ergeben sich folgende dringliche Maßnahmen und Entwicklungserfordernisse:

Rückfragen & Kontakt:

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Tel.: 01/512 70 90

Dr. Susanne Skriboth-Schandl
Leiterin AG Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
Tel.: 0699 104 67 490

Dr. Eva Mückstein
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Tel.: 0676 600 46 76
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