• 02.02.2011, 12:30:16
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Stöger und Bayr zu "10 Jahre Kampf gegen FGM in Österreich": Kampf erfolgreich, aber es gibt noch viel zu tun

Wien (OTS/SK) - Der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung in
Österreich verläuft erfolgreich, ist aber noch lange nicht zu Ende.
Das sagten Gesundheitsminister Alois Stöger und die
SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, Petra Bayr, am
Mittwoch bei einer Pressekonferenz anlässlich "10 Jahre Kampf gegen
FGM in Österreich" im Museumsquartier. Stöger und Bayr führten durch
die verschiedenen Stationen und markanten Eckpunkte im Kampf gegen
FGM (female genital mutilation) in Österreich. ****

Weltweit sind rund 155 Millionen Frauen unter katastrophalen
hygienischen Bedingungen verstümmelt. Genitalverstümmelung ist eine
schwere Körperverletzung und Folter. Neben den gesundheitlichen
Folgen werde den Frauen ein ganz wichtiges Stück ihres Lebens
genommen, sie werden ihrer Sexualität beraubt, so Stöger. Am
wichtigsten sei Aufklärung auf nationaler und internationaler Ebene.
"Dafür brauchen wir besonders Berufsgruppen wie Ärzte und Hebammen,
die Informationen weitergeben", so der Minister. Stöger dankte der
Plattform www.stopfgm.net, die von Petra Bayr mitgegründet wurde, für
ihre Arbeit. "FGM darf nicht toleriert werden, da muss man ganz klar
Stellung beziehen. Es gibt keine Tradition, die diese Praxis
rechtfertigen könnte", so Stöger.

Im Jahr 2011 plant Petra Bayr weiterhin Informationsvermittlung, z.B.
sollen viele Betroffene über Kirchen erreicht werden. Auch ein
Erfahrungsaustausch zwischen den Organisationen, die vor Ort gegen
FGM kämpfen, ist geplant. "So soll ein Leitfaden für die Arbeit gegen
FGM vor Ort entstehen", erklärte die SPÖ-Bereichssprecherin für
Globale Entwicklung. International will sich Bayr dafür einsetzen,
dass in Asien, wo FGM ebenfalls weit verbreitet ist, Daten erhoben
werden. "Es gibt noch genug zu tun", so Bayr.

Als markante Eckpunkte des nunmehr zehnjährigen Kampfs gegen FGM in
Österreich nannte Bayr etwa eine Studie aus dem Jahr 2000, die
aufzeigte, dass 30 Prozent der aus Afrika stammenden in Österreich
lebenden Eltern FGM bei ihren Töchtern bereits durchgeführt oder
geplant hätten. Diese Studie gab den Anstoß, in diesem Bereich
weiterzuarbeiten. Einige der folgenden Schritte waren Projekte in der
Entwicklungszusammenarbeit, die Gründung der Österreichischen
Plattform "Stop FGM", Kooperationen mit
Frauengesundheitsberatungsstellen, Hebammen- und Ärzteweiterbildung,
Informationsveranstaltungen für Eltern, Lehrer und
Kindergartenpädagogen über rechtliche Grundlagen und
Handlungsoptionen u.v.m.

Prof. Beate Wimmer-Puchinger engagiert sich als
Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien ebenfalls besonders gegen
FGM. Sie hat erreicht, dass Gesundheitspersonal und
Kindergartenpädagogen in Wien flächendeckend über FGM und damit
zusammenhängende rechtliche, soziale und medizinische Fragen
informiert sind. 2011 sollen die Schulärzte geschult werden. Ziel
ist, so viele betroffene Familien wie möglich zu erreichen. (Schluss)
bj/pl

Mehr Informationen zu "10 Jahre Kampf gegen FGM in Österreich" finden
Sie unter http://www.spoe.at/bilder/d277/10_Jahre_Kampf_gegen_FGM.pdf

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

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