Jauschnegg: Jede neue Ölheizung ist ein Rückschritt!

Wien (OTS) - Österreichischer Biomasse-Verband begrüßt die Neuauflage des Sanierungsschecks, kritisiert die Förderaktion für Ölheizungen aufs Schärfste und fordert weitere Maßnahmen zur Förderung der Erneuerbaren.

"Was nach der Mitteleuropäischen Biomassekonferenz 2011 - bei der mit 1100 Teilnehmern ein neuer Besucherrekord erzielt wurde - bleibt, ist die Erkenntnis, dass sowohl Technologien als auch Potenziale für den forcierten Ausbau der energetischen Biomasse-Nutzung in den Bereichen Wärme, Verkehr und Elektrizität vorhanden sind. Die Bioenergiebranche - vom Rohstofflieferanten bis zum Technologieanbieter - muss ihre Kraft entfalten können. Weitere Dynamik kann nur von der Politik kommen", ist Horst Jauschnegg, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Vorsitzender des Organisationskomitees der Mitteleuropäischen Biomassekonferenz, überzeugt. "Der heute präsentierte Sanierungscheck ist eine erste wichtige Maßnahme, weitere sind nötig. Ein neues Ökostromgesetz mit kostendeckenden Einspeisetarifen für alle Ökostromproduzenten, die Abschaffung aller Begünstigungen für das fossile Energiesystem und deren gleichzeitige Pönalisierung durch die Besteuerung von CO2-Emissionen sind nur einige der dringend erforderlichen Weichenstellungen für die längst überfällige Energiewende - weg von fossil hin zu erneuerbar."

Förderaktion für Biomassekessel

Die Bundesminister Niki Berlakovich und Reinhold Mitterlehner präsentierten heute die Förderoffensive für die thermische Sanierung - die Neuauflage des Sanierungschecks. Erstmals kann im Zuge dieser Förderaktion auch um Unterstützung für den Einbau von Holzzentral-Heizungsgeräten angesucht werden. Für die Umstellung bestehender Wärmeerzeugungssysteme in Ein- und Zweifamilienhäusern beträgt die maximale Förderhöhe 1.500 Euro, in mehrgeschossigen Bauten 1.000 Euro pro Einheit. "Nach der thermischen Sanierung von Gebäuden sind bestehende Heizsysteme oft überdimensioniert. Ohne entsprechende Anpassung des Heizsystems werden die Vorteile der Sanierung nicht in vollem Maße schlagend. Mit dem vorliegenden Sanierungsscheck ist es Berlakovich gelungen, den Kesseltausch in einer bundesweiten Förderrichtlinie zu verankern. Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", begrüßt Jauschnegg die Initiative des Ministers.

Jede weitere Ölheizung ist ein desaströser Schritt zurück
Die Energiewende muss sofort beginnen. Jede neu installierte Ölheizung und jedes neue Gaskraftwerk ist ein Rückschritt. Die ebenfalls heute präsentierte Förderaktion für Ölkessel zeigt die Auswüchse in unserem Energiesystem. "Eine Ölheizung hat mit Nachhaltigkeit rein gar nichts zu tun - auch wenn in der Presseaussendung von Österreichs Mineralölindustrie und Energiehandel das Gegenteil behauptet wird. Insgesamt will die Branche für diese Förderaktion bis 2016 130 Millionen Euro ausgegeben - was sich bei den derzeitigen Ölpreisen und den voraussehbaren Trends auch mehr als rentieren dürfte. Verlierer bleiben die Haushalte, die sich nach einem vermeintlichen Schnäppchen beim Heizungstausch auf weitere Jahrzehnte in die Abhängigkeit der fossilen Lobby begeben. Denn weitere Preisanstiege bei den Fossilen und horrende Kosten für CO2-Zertifikatsankäufe stehen unmittelbar vor der Tür", erklärt Ernst Scheiber, Geschäftsführer des Biomasse-Verbandes.

Alle Vorträge der Mitteleuropäischen Biomasse-Konferenz stehen in Kürze auf der Homepage des Österreichischen Biomasseverbandes zum Download bereit. Die Grazer Erklärung - die anlässlich der Konferenz von den Veranstaltern der Konferenz verabschiedet wurde - ist unter dem Link http://www.biomasseverband.at/index.php?id=690 abrufbar.

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