• 27.01.2011, 11:38:58
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Arbeiterkammer, Industriellenvereinigung und JKU präsentieren Forderungen zum Thema "Frühkindliche Bildung"

Linz (OTS) - Arbeiterkammer, Industriellenvereinigung und Johannes
Kepler Universität Linz haben sich letztes Jahr zu einer Initiative
zusammengeschlossen mit dem Ziel, das Schulsystem in Österreich und
vor allem Oberösterreich zu verbessern. Heute präsentierten die
Projektpartner die Ergebnisse einer IHS-Studie zum
oberösterreichischen Bildungswesen sowie konkrete Vorschläge und
Forderungen zum Thema "Frühkindliche Bildung".

Seit der Vorstellung des Projekts im September 2010 hat sich viel
getan. Dr. Lorenz Lassnigg vom Institut für Höhere Studien hat in
seiner Studie gezeigt: Oberösterreich ist stark bei der
Berufsausbildung, aber schwach bei Früherziehung und höherer Bildung.
Eine Tabelle mit wichtigen Benchmarks gibt es auf
www.arbeiterkammer.com zum kostenlosen Download.

Die IHS-Studie ist mit wissenschaftlichen Expertinnen und Experten
aus ganz Österreich diskutiert worden. In einer zweiten Runde haben
namhafte Vertreter/-innen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Schulwesen
eine Stärken-Schwächen-Analyse des oberösterreichischen
Bildungswesens erarbeitet.

Sowohl der wissenschaftliche Beirat als auch das
Proponentenkomitee mit Menschen aus der Praxis haben festgestellt:
Unser Schulsystem muss dringend verbessert werden. "Die Welt,
insbesondere die industrielle Welt von gestern, ist nicht mehr jene
von heute und morgen. Die Industrie hat sich stark gewandelt und
benötigt nun für die Bewältigung ihrer Herausforderungen ein
Bildungssystem, das sich den neuen Gegebenheiten anpasst", bekräftigt
IV OÖ-Präsident DI Klaus Pöttinger.

Und weil Bildung nicht erst in der Schule beginnt, haben die
Projektpartner zunächst die frühkindliche Bildung ausgewählt, um
konkrete Ziele zu erarbeiten. Einigkeit herrscht darüber, dass die
frühe Förderung ein ganz wesentliches Element für das Gelingen von
Bildung darstellt. "Hier wird aber auch der Grundstein für echte
Chancengleichheit gelegt", betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.
Keinesfalls solle der Kindergarten "verschult" werden: "Die Kinder
sollen auch in Zukunft spielen und Geborgenheit erleben. Aber sie
sollen auch professionell in ihrer Entwicklung unterstützt werden."

Uni-Rektor Prof. Dr. Richard Hagelauer ergänzt: "Frühkindliche
Förderung legt den Grundstein für die weiteren Bildungswege, ihr muss
künftig noch mehr Augenmerk geschenkt werden." Dabei gehe es nicht
darum, Kinder schon im Vorschulalter unter Leistungsdruck zu setzen,
sondern das Interesse und die Neugierde am Wissen und Lernen zu
wecken.

Die wichtigsten Ziele der Projektpartner:

- Das EU-Ziel "Betreuungsplätze für mindestens ein Drittel der
Unter-Dreijährigen" soll bis spätestens 2015 erreicht werden.

- Erweiterte Öffnungszeiten im Kindergarten haben nicht nur einen
positiven Einfluss auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
sondern bringen vor allem auch mehr Zeit für Frühförderung. Ziel ist
daher die Ausweitung der Kindergartenplätze, die den sogenannten
VIF-Kriterien entsprechen (mindestens 45 Stunden wöchentliche
Öffnungszeit, an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden
geöffnet, Angebot Mittagessen, maximal fünf Wochen im Jahr
geschlossen) in jährlichen 10-Prozent-Schritten auf 45 Prozent im
Jahr 2015.

- Bis 2015 soll die Gruppengröße auf 20 Kinder mit einem
Betreuungsschlüssel von 1:10 gesenkt werden, bis 2020 sollen pro
Gruppe mit 20 Kindern zwei ausgebildete Pädagogen/-innen arbeiten.

- Bei Gruppen, die einen hohen Anteil von Kindern mit einer
anderen Erstsprache als Deutsch haben, ist eine zweite, speziell
geschulte Fachkraft sofort vorzusehen.

- Die Ausbildung der Pädagogen/-innen soll ausgeweitet und auf
Hochschulniveau gehoben werden.

Ein Foto von der heutigen Pressekonferenz finden Sie ab ca. 13 Uhr
auf www.arbeiterkammer.com zum Herunterladen.

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Martina Macher
Tel.: (0732) 6906-2190
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com

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