• 25.01.2011, 09:30:14
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ÖLI/UG: Statt "mittlere Reifeprüfung" - qualifizierte Berufs- und Bildungswegberatung in der 7. und 8. Schulstufe ausbauen!

Unabhängige GewerkschafterInnen im LehrerInnenbereich gegen "zusätzliche Bildungsbarriere" aus "sozial selektivem" ÖVP-Schulprogramm

Wien (OTS) - "Die Einführung einer Mittleren Reife als
österreichweit einheitlicher Abschluss der achten Schulstufe, wie ihn
die ÖVP in ihrem Bildungskonzept vorgeschlagen hat, ist fix." -
soweit Ministerin Karl am 23.1. auf Ö1: "Bei den Eckpunkten gebe es
bereits eine Einigung mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied, die
Details würden nun von Experten ausgearbeitet."

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen der Österreichischen
LehrerInneninitiative lehnen die "Mittlere Reife" des sozial
selektiven, unverändert gesamtschulfeindlichen ÖVP-Schulprogramms
entschieden ab und fordern die Bundesregierung auf, nicht zusätzliche
Prüfungen zu erfinden, sondern die grundlegende Reform des
österreichischen Bildungswesens und die Bereitstellung der dazu
notwendigen Budgetmittel gemeinsam anzugehen. Das gilt für den
Universitätsbereich wie für die Schule.

Zwt.: Berufs- und Bildungswegberatung ausbauen!

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen fordern statt einer
zusätzlichen Bildungsbarriere für HauptschülerInnen den qualitativen
Ausbau der bereits bestehenden Berufs- und Bildungsweg-Orientierung
in der 7. und 8. Schulstufe und die Bereitstellung der dazu
notwendige Unterrichtszeit bzw. zusätzlicher LehrerInnenstunden und
die Intensivierung der LehrerInnenfortbildung. Beim Abschluss dieser
Orientierungsphase - nach Vorstellung der UGöd am Ende einer
gemeinsamen Pflichtschule (neue Mittelschule, Gesamtschule,
"Gymnasium für alle") - sollte das Ziffernzeugnis durch eine verbale
Beschreibung der Stärken und Interessen der SchülerInnen und von
ihnen erworbenen Kompetenzen erfolgen, ergänzt durch ein von den
SchülerInnen erstelltes Portfolio. Ein Beratungsgespräch mit jeder
Schülerin, jedem Schüler ist Teil dieser alternativen Form der
Leistungsbeurteilung - in Schulversuchen hat sich diese
"differenzierte Leistungsvorlage" bereits bewährt.

Die Ankündigung gemeinsamer Regierungsvorhaben und ihre
Realisierung sind auch im Fall der "mittleren Reife" nicht eins. Die
"mittlere Reifeprüfung" ist inzwischen zum Arbeitstitel erklärt
worden und beide Ministerinnen betonen, dass sie keine neuen
Zugangshürden, sondern eigentlich die Bildungswegberatung verbessern
wollen, ganz im Sinn von Bundeswirtschaftskammer, ÖGB und AK.
Ministerin Schmied rückt die Realisierung des Projekts ins Schuljahr
2020/21, weil für sie der flächendeckende Ausbau des
personal-intensiven Individualisierungs-Konzeptes "neue Mittelschule"
anstelle der Hauptschulen Priorität hat. Daran, dass sich bis dahin
die gemeinsame Schule aller Kinder bis 14 ausgehen könnte, will
Schmied zur Zeit lieber nicht denken, allerdings soll "mittlere
Reife" (Arbeitstitel) auch an der Unterstufe des Gymnasiums
eingeführt werden. Ein Grund mehr, die Berufs- und
Bildungsweg-Orientierung zu verbessern und die Gesamtschulfrage als
zentrale soziale und Bildungsfrage auf der Tagesordnung zu halten.

Keine Angst vor Reformen - Her mit den Bildungsmilliarden!

Wilfried Mayr, Gary Fuchsbauer (Österreichische
LehrerInneninitiative-ÖLI)

Beate Neunteufel-Zechner, Reinhart Sellner (Unabhängige
GewerkschafterInnen in der GÖD - UGöd)

Rückfragehinweis:
Reinhart Sellner, e-mail: [email protected],
Tel: 0676/343 75 21
Internet: http://www.oeli-ug.at/, http://www.ugoed.at

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