ÖLI/UG: Statt "mittlere Reifeprüfung" - qualifizierte Berufs- und Bildungswegberatung in der 7. und 8. Schulstufe ausbauen!

Unabhängige GewerkschafterInnen im LehrerInnenbereich gegen "zusätzliche Bildungsbarriere" aus "sozial selektivem" ÖVP-Schulprogramm

Wien (OTS) - "Die Einführung einer Mittleren Reife als österreichweit einheitlicher Abschluss der achten Schulstufe, wie ihn die ÖVP in ihrem Bildungskonzept vorgeschlagen hat, ist fix." -soweit Ministerin Karl am 23.1. auf Ö1: "Bei den Eckpunkten gebe es bereits eine Einigung mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied, die Details würden nun von Experten ausgearbeitet."

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen der Österreichischen LehrerInneninitiative lehnen die "Mittlere Reife" des sozial selektiven, unverändert gesamtschulfeindlichen ÖVP-Schulprogramms entschieden ab und fordern die Bundesregierung auf, nicht zusätzliche Prüfungen zu erfinden, sondern die grundlegende Reform des österreichischen Bildungswesens und die Bereitstellung der dazu notwendigen Budgetmittel gemeinsam anzugehen. Das gilt für den Universitätsbereich wie für die Schule.

Zwt.: Berufs- und Bildungswegberatung ausbauen!

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen fordern statt einer zusätzlichen Bildungsbarriere für HauptschülerInnen den qualitativen Ausbau der bereits bestehenden Berufs- und Bildungsweg-Orientierung in der 7. und 8. Schulstufe und die Bereitstellung der dazu notwendige Unterrichtszeit bzw. zusätzlicher LehrerInnenstunden und die Intensivierung der LehrerInnenfortbildung. Beim Abschluss dieser Orientierungsphase - nach Vorstellung der UGöd am Ende einer gemeinsamen Pflichtschule (neue Mittelschule, Gesamtschule, "Gymnasium für alle") - sollte das Ziffernzeugnis durch eine verbale Beschreibung der Stärken und Interessen der SchülerInnen und von ihnen erworbenen Kompetenzen erfolgen, ergänzt durch ein von den SchülerInnen erstelltes Portfolio. Ein Beratungsgespräch mit jeder Schülerin, jedem Schüler ist Teil dieser alternativen Form der Leistungsbeurteilung - in Schulversuchen hat sich diese "differenzierte Leistungsvorlage" bereits bewährt.

Die Ankündigung gemeinsamer Regierungsvorhaben und ihre Realisierung sind auch im Fall der "mittleren Reife" nicht eins. Die "mittlere Reifeprüfung" ist inzwischen zum Arbeitstitel erklärt worden und beide Ministerinnen betonen, dass sie keine neuen Zugangshürden, sondern eigentlich die Bildungswegberatung verbessern wollen, ganz im Sinn von Bundeswirtschaftskammer, ÖGB und AK. Ministerin Schmied rückt die Realisierung des Projekts ins Schuljahr 2020/21, weil für sie der flächendeckende Ausbau des personal-intensiven Individualisierungs-Konzeptes "neue Mittelschule" anstelle der Hauptschulen Priorität hat. Daran, dass sich bis dahin die gemeinsame Schule aller Kinder bis 14 ausgehen könnte, will Schmied zur Zeit lieber nicht denken, allerdings soll "mittlere Reife" (Arbeitstitel) auch an der Unterstufe des Gymnasiums eingeführt werden. Ein Grund mehr, die Berufs- und Bildungsweg-Orientierung zu verbessern und die Gesamtschulfrage als zentrale soziale und Bildungsfrage auf der Tagesordnung zu halten.

Keine Angst vor Reformen - Her mit den Bildungsmilliarden!

Wilfried Mayr, Gary Fuchsbauer (Österreichische LehrerInneninitiative-ÖLI)

Beate Neunteufel-Zechner, Reinhart Sellner (Unabhängige GewerkschafterInnen in der GÖD - UGöd)

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