- 21.01.2011, 10:39:25
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Wirtschaftswachstum schwächt sich zum Jahreswechsel vorübergehend ab
Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom Jänner 2011
Wien (OTS) - Nach zwei Quartalen mit überdurchschnittlichem
Wachstum schaltet die österreichische Konjunktur gegen Jahresende
vorübergehend einen Gang zurück. Die Ergebnisse des
OeNB-Konjunkturindikators zeigen ein Wachstum des realen BIP im
vierten Quartal 2010 von 0,4% (saison- und arbeitstägig bereinigt, im
Vergleich zum Vorquartal). Allerdings ist eine vorübergehende
Abschwächung nach einer Phase starken Wachstums nicht untypisch für
eine Erholungsphase und kein Anzeichen für ein erneutes Einbrechen
der Konjunktur. Vielmehr schwenkt die österreichische Wirtschaft
damit - nach drei Jahren historisch außergewöhnlich großer
Konjunkturschwankungen - auf einen langfristig zu erwartenden
Wachstumspfad ein.
Im ersten Quartal 2011 ist mit einer Beschleunigung des Wachstums
auf 0,5% zu rechnen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ergibt sich im
vierten Quartal 2010 ein Wachstum von 2,5%, im ersten Quartal 2011
steigt die Jahreswachstumsrate auf 3,0%. Für das Gesamtjahr 2010 ist
auf dieser Basis ein Wachstum von knapp unter 2% zu erwarten.
Die temporäre Wachstumsverlangsamung im vierten Quartal spiegelt
sich in einer Reihe von Indikatoren wider. Bei den Güterexporten
wirkten die Ausfuhren in die neuen EU-Mitgliedsstaaten zwar
stabilisierend, insgesamt sind die Güterexporte (saison- und
arbeitstägig bereinigt) aber bereits im September gegenüber dem
Vormonat zurückgegangen und verharrten im Oktober auf diesem Niveau.
Der Rückgang betraf die Ausfuhren in nahezu alle Weltregionen, vor
allem jedoch nach Asien. Die Ergebnisse des auf Fahrleistungsdaten
der ASFINAG basierenden OeNB-Exportindikators zeigen auch in den
Monaten November und Dezember keinen Zuwachs. Für das vierte Quartal
ist daher mit einem Rückgang der nominellen Güterexporte um 1,2%
gegenüber dem Vorquartal zu rechnen.
Betreffend die Inlandsnachfrage drehten die lange Zeit
rückläufigen Investitionen im dritten Quartal erstmals wieder ins
Plus und sollten aufgrund der hohen Kapazitätsauslastung und der
ausgezeichneten Auftragslage in den Folgequartalen anziehen.
Demgegenüber hat sich die Industrieproduktion im Gleichlauf mit den
Exporten im September und Oktober ebenfalls leicht abgeschwächt, die
realen Einzelhandelsumsätze stagnierten.
Der Arbeitsmarkt entwickelt sich derzeit als Folge des starken
Wachstums im zweiten und dritten Quartal sehr gut. Neben einem
kräftigen Beschäftigungswachstum steigt auch die Anzahl der von den
Unternehmen gemeldeten offenen Stellen stark an, was auf eine
Fortsetzung der positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt hindeutet.
Die im vierten Quartal eingetretene Wachstumsverlangsamung dürfte
in erster Linie durch das in den beiden vorangegangenen Quartalen
sehr starke Wachstum zu erklären sein, das den Aufholprozess nach dem
vorhergehenden markanten Konjunktureinbruch widerspiegelt. Auch
international hat sich die Dynamik des Wachstums und des Welthandels
seit Jahresbeginn 2010 etwas beruhigt, nachdem in den meisten
Industrieländern die krisenbedingten Produktionsrückgänge und die in
Folge aufgeschobenen Lager- und Ersatzinvestitionen zu einem Großteil
wieder aufgeholt wurden. Die in vielen Ländern beschlossenen
Sparpakete dämpfen darüber hinaus die Nachfrage, die derzeit äußerst
dynamische Entwicklung der Auslandsauftragseingänge deutet jedoch auf
eine grundsätzlich robuste Nachfrage nach österreichischen Exporten
hin.
Die nächste Veröffentlichung des OeNB-Konjunkturindikators ist für
März 2011 vorgesehen.
Grafiken und Tabellen siehe www.oenb.at
Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank Mag. Oliver Huber Pressesprecher Tel.: +43-1 404 20/6622 mailto:[email protected] www.oenb.at
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