• 20.01.2011, 10:57:58
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ÖGB: Transparenz kann kein Rückschritt sein

Tabuthema beginnt zu bröckeln

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Einkommenstransparenz wird ArbeitgeberInnen
sensibilisieren und so auch unbewusste Diskriminierungen ans Licht
bringen. Die Pflicht zur Transparenz ist daher kein Rückschritt,
sondern ein Meilenstein in der Gleichstellungspolitik Österreichs",
reagiert die ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende Brigitte Ruprecht auf Kritik
an der Einkommenstransparenz, die heute, Donnerstag, mit der Novelle
zum Gleichbehandlungsgesetz beschlossen wird. "Das größte Tabuthema,
das es in Österreich gibt, die Einkommen, beginnt endlich zu
bröckeln." ++++

In Österreich verdienen Frauen bei Vollzeitbeschäftigung noch immer
um 25 Prozent weniger als Männer. Ruprecht: "Den Arbeitnehmerinnen
ist das oft nicht bewusst. Mit den Einkommensberichten bekommen sie
Gewissheit und können, wenn nötig, gemeinsam mit dem Betriebsrat
aktiv gegen Einkommensunterschiede vorgehen. Das wird dazu führen,
dass es faire Einkommen in den Betrieben geben wird, und zwar für
beide Geschlechter."

Dass ArbeitnehmerInnen, die Details nach außen weitergeben, eine
Verwaltungsstrafe in Höhe von maximal 360 Euro droht, ist, so
Ruprecht, dem ÖGB zwar ein Dorn im Auge, dürfe zugleich aber nicht
überbewertet werden. "Unternehmen, die tatsächlich Strafen verlangen,
werden ihr gutes Image einbüßen. Wer seine MitarbeiterInnen korrekt
bezahlt, braucht nichts zu verbergen." Ob Unternehmen den Schritt zum
Gericht wagen, bleibe daher abzuwarten.

Ein weiterer wesentlicher Schritt zur Einkommensgerechtigkeit ist aus
Sicht des ÖGB, dass in Jobausschreibungen künftig die Bezahlung -
Kollektivvertragslohn/-gehalt sowie die Bereitschaft zur Überzahlung
- angegeben werden muss. "Damit werden Frauen nicht schon beim
Berufseinstieg eine Menge Geld verlieren", begrüßt Ruprecht die in
der Novelle festgeschriebene Maßnahme.

Für mehr Gerechtigkeit fordern die ÖGB-Frauen weiters:

- Mindesteinkommen von 1.300 Euro im Kollektivvertrag
- Arbeit neu bewerten! Höhere Einkommen für "typische
Frauenbranchen"
- Investitionen in den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze und
Ausweitung der Öffnungszeiten
- mehr Frauen in Führungspositionen

Rückfragehinweis:
ÖGB Öffentlichkeitsarbeit
Katja Dämmrich
Tel.: (01) 534 44 39265
E-Mail: [email protected]

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