• 19.01.2011, 10:38:40
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Grenzüberschreitende Zusammenarbeit: BMW-Bande festgenommen

Neun Tatverdächtige verursachten einen Gesamtschaden von rund 1,3 Millionen Euro

Wien (OTS) - Aufgrund der akkordierten grenzüberschreitenden
Zusammenarbeit des Bundeskriminalamtes, der SOKO-Kfz, des
Landeskriminalamtes Wien, der Staatsanwaltschaft Eisenstadt sowie der
Budapester Polizei, konnte eine ungarische Tätergruppe ausgeforscht
und neun Personen festgenommen werden. Der Bande, die sich auf den
Diebstahl von hochpreisigen Modellen der Marken BMW und AUDI
spezialisiert hatte, konnten bislang 39 Diebstähle angelastet werden.
Der Gesamtschaden beträgt rund 1,3 Millionen Euro.

Seit Juli 2010 kam es im Norden des Burgenlandes vermehrt zu
Diebstählen von hochwertigen Fahrzeugen der Marken BMW und AUDI. Auf
Grund der verstärkten Polizeipräsenz verlagerten die ungarischen
Täter ihren Tätigkeitsbereich ab Mitte August 2010 in die südliche
Steiermark und das mittlere Burgenland. Dort konnten diese
ungarischen Täter beim versuchten Diebstahl eines AUDI Q7 von der
Polizei überrascht werden, jedoch unerkannt auf ungarisches
Staatsgebiet flüchten.

Im September 2010 wurde in Podersdorf am See (Burgenland) der
ungarische Staatsbürger Bela Jozsef S. beim Versuch des Diebstahles
eines BMW X6 und eines BMW X5 auf frischer Tat festgenommen. Als
flüchtige Mittäter konnten die ungarischen Staatsbürger Zoltan N. und
Zsolt V. ausgeforscht werden. Im Zuge der weiteren gemeinsamen
Erhebungen mit der Budapester Polizei konnten insgesamt 22 ungarische
Täter und Hehler ausgeforscht sowie insgesamt sieben gestohlene BMW
und AUDI in Ungarn sichergestellt werden.

Ab August 2010 war diese Täterbande auch in Wien aktiv. So wurden die
ungarischen Staatsbürger Richard H. und Zoltan H. durch Beamte des
Landeskriminalamtes Wien beim Diebstahl eines AUDI in Wien auf
frischer Tat betreten und festgenommen. Weitere Erhebungen führten
auch zur Festnahme eines ungarischen Mittäters namens Balazs V. Der
ungarische Staatsangehörige Zoltan N. und zwei weiteren Personen
versuchten im September 2010 in Wien ein Fahrzeug der Marke BMW zu
entwenden. Den Tätern gelang trotz Schussabgabe die Flucht.

In der Nacht vom 3. auf den 4.Oktober 2010 verübten vier vorerst
unbekannte Täter in einer Tiefgarage in Wien-Liesing einen versuchten
und drei weitere Diebstähle von Fahrzeugen der Marke BMW. Im Zuge
einer polizeilichen Sofortfahndung konnten zwei dieser gestohlenen
BMW auf der Autobahn A3 in Fahrtrichtung Ungarn erkannt werden. Ein
gestohlener BMW wurde in Eisenstadt sichergestellt. Der zweite
Tatverdächtige konnte vorerst mit dem gestohlenen BMW flüchten. Das
Fahrzeug wurde kurze Zeit später durch die ungarische Polizei in
Budapest in Teile zerlegt aufgefunden. Als Täter konnten die
ungarischen Staatsangehörigen Zoltan N., Balazs V., Istvan R. und
Tibor T. eindeutig identifiziert werden.

Auf Grund intensiver Strukturermittlungen gelang es weitere Personen
dieser Tätergruppierung zuzuordnen. Im Oktober 2010 wurde der
ungarische Staatsbürger Balazs V. gemeinsam mit drei weiteren
ungarischen Staatsangehörigen einer anderen Tätergruppe festgenommen.
Im Zuge dieser Amtshandlung versuchten diese Personen sich der
Anhaltung durch die Polizei zu widersetzen und gefährdeten dabei das
Leben eines Polizeibeamten und beschädigten ein Dienstfahrzeug. Die
Beschuldigten wurden wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und
versuchter schwerer Körperverletzung bereits zu mehrjährigen
Haftstrafen durch das Landesgericht Eisenstadt verurteilt. Balazs V.
konnte eindeutig als Mittäter der BMW-Diebstähle im Oktober 2010 in
Wien identifiziert werden. Er ist zu einer Vielzahl von weiteren
Kfz-Diebstählen geständig. Der seinerzeitige Mittäter Zoltan N.
konnte im November 2010 von Polizistinnen und Polizisten, die im
Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen (AGM) tätig waren, festgenommen
werden. Diese Exekutivbediensteten sind im erweiterten Grenzraum zur
Kriminalitätsbekämpfung und Verhinderung der illegalen Migration
eingesetzt.

Für Zoltan N., Istvan R. und Tibor T. wurden vom Landesgericht
Eisenstadt EU-Haftbefehle erteilt. Tibor T. wurde am 17. Jänner 2011
in Wien festgenommen und in die Justizanstalt Eisenstadt
eingeliefert. Der in Wien wohnhafte Tibor T. ist geständig, für diese
Tätergruppe mögliche Tatorte und interessante Fahrzeuge
ausgekundschaftet und die unmittelbaren Täter bei der Tatausführung
unterstützt zu haben.

Istvan R., welcher ebenfalls einen Wohnsitz in Wien hat, wurde am 18.
Jänner 2011 aufgrund des EU-Haftbefehles durch Beamte der Budapester
Polizei in Budapest festgenommen. Er wird in den nächsten Wochen nach
Österreich überstellt werden.

Aufgrund der umfangreichen Strukturermittlungen, der Geständnisse und
Aussagen der Beschuldigten und der Vielzahl von Beweismitteln konnten
dieser ungarischen Tätergruppe bisher insgesamt 25 vollendete und 14
versuchte Kfz-Diebstähle im Gesamtwert von rund 1,3 Millionen Euro
nachgewiesen werden. Weiters liegen bereits Geständnisse zu einer
Vielzahl weiterer Kfz-Diebstähle in Wien vor, welche derzeit aber
noch keinen konkreten Tatorten zugeordnet werden konnten.
Diesbezüglich werden noch weitere Erhebungen geführt.

Tätergruppenstruktur und Modus Operandi:

Die entsprechenden Zielfahrzeuge wurden von in Österreich ansässigen
ungarischen Staatsangehörigen ausgesucht und die Standorte an die
Mittäter in Ungarn übermittelt. Zur Ausführung der eigentlichen Tat
kamen drei bis fünf Personen aus Ungarn. Eine Person öffnete die
ausgewählten Fahrzeuge, eine andere veränderte die Fahrzeugsoftware
und überwand somit die elektronische Wegfahrsperre. Mehrere Personen
wurden als Fahrer für den Transport der gestohlenen Fahrzeuge nach
Ungarn eingesetzt.

Unmittelbar nach dem Diebstahl wurden die Fahrzeuge über kleine
ehemalige Grenzübergänge im Burgenland, wie zum Beispiel Andau,
St.Margarethen, Klingenbach, nach Ungarn überstellt und dort
abgestellt. Die gestohlenen Fahrzeuge wurden um ungefähr zehn Prozent
des Zeitwertes verkauft. Als Hehler konnten die ungarischen
Staatsangehörigen Jozsef S. und Levente T. ausgeforscht werden. Von
diesen wurden die gestohlenen Fahrzeuge in Teile zerlegt und
weiterverkauft oder die Identitätsmerkmale der Fahrzeuge so
verändert, dass mittels gefälschter Dokumente eine ungarische
Zulassung erschlichen werden konnte. Die weiteren Erhebungen gegen
diese Hehler werden durch die ungarischen Behörden geführt. Für einen
Teil der gestohlenen Fahrzeuge lagen bereits Bestellungen vor. Sie
wurden daher von den Tätern aufgrund der Farben und Ausstattung
gezielt ausgesucht.

Rückfragehinweis:

Helmut Greiner, Oberst
   Pressesprecher des Bundeskriminalamtes
   Mobil: 0043 664 8132128
   
   Andreas Kummer, Chefinspektor
   SOKO Kfz
   Mobil: 0043 664 4242008

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BUK

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