Neues Volksblatt: "Eiertanz" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 14. Jänner 2011

Linz (OTS) - "Ich hab' zwar keine Ahnung, wo ich hinfahr', aber dafür bin ich g'schwinder dort", singt Helmut Qualtinger in Gerhard Bronners "Der Wilde auf seiner Maschin'.
Hauptsache schneller dort, egal wo: Dieses Motto hat sich die SPÖ auch in der Bundesheer-Debatte zu eigen gemacht. Der in Heeresfragen als ausgewiesener Experte geltende Michael Häupl hatte in seinem Wiener Wahlkampf noch schnell ein paar Schlagzeilen gebraucht, und schon war die Abschaffung der Wehrpflicht die Krönung seiner politischen Ansagen.
Man weiß zwar nicht, wie das Heer der Zukunft aussehen soll, aber eine "Alternative zum derzeitigen System" findet man in der SPÖ "wünschenswert". Diesem gespielten Zaudern beim Schwenk zum Freiwilligenheer (warum eigentlich drückt man sich in der SPÖ um den viel ehrlicheren Begriff "Berufsheer" so herum?) steht die schon recht konkrete Vorstellung beim Zivildienst-Ersatz gegenüber. Sozialminister Hundstorfer glaubt schon zu wissen was er zu tun hat, während Verteidigungsminister Darabos noch so tut, als sei die Heeresfrage in Diskussion.
Deutlich dokumentiert wird durch diesen Eiertanz wieder einmal, was für ein wankelmütiger Patron die SPÖ ist - galt doch die Wehrpflicht vor wenigen Monaten noch als "in Stein gemeißelt".

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001