Freiwilligendienste nicht verzwecken!

Katholische Jugend Österreich begrüßt Aufwertung der Freiwilligendienste, sieht jedoch einige Kritikpunkte

Wien (OTS) - Der Vorschlag von Sozialminister Hundstorfer, das Freiwillige Sozialjahr durch vollständige Sozialversicherung, Anrechenbarkeit von erworbenen Qualifikationen und angemessenes Taschengeld aufzuwerten, ist grundsätzlich begrüßenswert, die Katholische Jugend Österreich sieht jedoch die Gefahr, dass der Charakter und die Idee eines Freiwilligendienstes verloren gehen.

"Die Intention, aus dem Freiwilligen Sozialjahr billige Jobs zu lukrieren, die das Sozial- und Gesundheitssystem erhalten sollen, lehnen wir vehement ab. Der Vorteil eines Freiwilligendienstes darf nicht vorrangig bei der Einsatzstelle, sondern muss bei den Jugendlichen selbst liegen," so Matthias Zauner, ehrenamtlicher Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich.

Jetzige Freiwilligendienste wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) bieten Jugendlichen die Möglichkeit, in den Berufsalltag hineinzuschnuppern, Unterstützung in der weiteren beruflichen Orientierung und begleitende Bildungsprogramme zur Reflexion, Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung. Im vorliegenden Vorschlag ist das nicht enthalten.

Keine Einschränkung auf Soziales und Gesundheit

Junge Menschen sollen sich nicht nur mit sozialen Fragen, sondern auch mit Konfliktprävention, Konfliktbewältigung und Umweltschutz beschäftigen, wie dies z.B. schon in den Gedenk- und Friedensdiensten im Rahmen des derzeitigen Auslandszivildienstes oder in ökologischen Projekten geschieht.

Die Katholische Jugend Österreich bietet mit dem FÖJ bereits ein Modellbeispiel wie Freiwilligendienste auch in anderen Bereichen als dem Sozialen gut funktionieren und den Jugendlichen einen großen Mehrwert bringen.

Sozialsystem nicht durch Freiwilligendienste aufrechterhalten

"Durch die Aufwertung der Freiwilligendienste durch finanzielle und soziale Anreizsysteme sowie eine gesetzliche Verankerung soll es Jugendlichen erleichtert werden, einen für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft wichtigen Dienst zu leisten. Ein Freiwilligendienst darf jedoch nicht dazu verzweckt werden, das österreichische Sozialsystem am Laufen zu halten," so Matthias Zauner abschließend.

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