Haiti: Jetzt geht die Hilfe erst richtig los

Innsbruck/Wien (OTS) - 500 zusätzlich aufgenommene Kinder im SOS-Kinderdorf Santo, 900 Schüler in der Hermann-Gmeiner-Schule und derzeit Unterricht im Zweischicht-Betrieb, täglich Mahlzeiten für bis zu 24.000 Kinder in 100 Essensausgabestellen - nach intensiven Nothilfemaßnahmen gilt es nun nachhaltige Langzeitprojekte zu realisieren: Bau eines neuen SOS-Kinderdorfes und Beteiligung am Wiederaufbau von zehn Schulen.

Vor einem Jahr bebte die Erde in Haiti und hinterließ schreckliche Spuren der Verwüstung und unendliches menschliches Leid. Der Einsatz der Hilfskräfte war durch die schlechte wirtschaftliche Situation, die politisch instabile Lage sowie die bereits schwache Infrastruktur besonders schwierig. Ein Jahr nach der Katastrophe ist klar, dass ein systematischer Wiederaufbau noch nicht wirklich begonnen hat. Daher legt SOS-Kinderdorf sein Wiederaufbauprogramm langfristig auf zehn Jahre an.

SOS-Kinderdorf Santo: Von 8 auf 20 Kinder pro SOS-Kinderdorf-Familie

SOS-Kinderdorf ist als lokale Organisation bereits seit drei Jahrzehnten in Haiti tätig und gut verankert. Das fast unbeschädigte SOS-Kinderdorf Santo/Port-au-Prince wurde zur Schutzzone für Kinder und zum Basiscamp für die SOS-Nothilfe. Über 500 Kinder wurden zusätzlich aufgenommen, davon konnten bis jetzt 150 in ihre wiedergefundenen Familien zurückkehren. Dennoch leben im SOS-Kinderdorf noch dreimal so viele Kinder wie vor dem Beben.

Täglich Mahlzeiten für bis zu 24.000 Kinder

Außerhalb des SOS-Kinderdorfes Santo werden in über 100 Essensausgabezentren täglich rund 14.000 Kinder (in Spitzenzeiten bis zu 24.000 Kinder) mit warmen Mahlzeiten versorgt. Darüber hinaus erhalten sie eine Tagesstruktur mit Spiel- und Lernangeboten, um aus dem Krisenalltag herauszufinden und werden bei Bedarf medizinisch und psychologisch betreut.

Neues SOS-Kinderdorf in Ley Cayes: wirksame Langzeithilfe

Für Kinder, die niemanden mehr haben, wird ein neues SOS-Kinderdorf in Les Cayes errichtet - das dritte in Haiti. Dort werden die Kinder ein sicheres, dauerhaftes Zuhause bekommen und in der Geborgenheit einer Familie aufwachsen können. Angeschlossen an das SOS-Kinderdorf werden umfangreiche Sozialprogramme benachteiligten Familien der Nachbarschaft helfen.

Beteiligung am Wiederaufbau von zehn Schulen

Der Wiederaufbau von Schulen ist enorm wichtig in einem Land, in dem nur jedes zweite Kind eine Schule besucht. Zehn Schulen, an deren Wiederaufbau sich SOS-Kinderdorf beteiligen will, sollen nach sieben Jahren vom Staat weitergeführt werden. Bis die zähen Verhandlungen mit dem Ministerium abgeschlossen sind, wird als Modell eine Containerschule für 450 Kinder am Gelände des SOS-Kinderdorfes errichtet - als Entlastung für die Hermann-Gmeiner-Schule, die ihre Kapazität fast verdoppelt hat. 900 Schüler werden in zwei Schichten unterrichtet.

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Viktor Trager, Tel. 0676/88144 201, viktor.trager@sos-kd.org
Tina Vermeer Tel. 0676/88144 486, tina.vermeer@sos-kinderdorf.at

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